Alice: Statt Verkauf plant man selbst Übernahmen
"Ich bin nicht in Deutschland, um das Unternehmen zu verkaufen", sagte der neue Hansenet-Chef Carlos Lambarri gegenüber der Wirtschaftszeitung 'Handelsblatt'. Dieser war vor seinem Wechsel nach Hamburg im Mai für die französische Alice-Niederlassung zuständig, die allerdings abgestoßen wurde.
In Brachenkreisen hatte man spekuliert, dass Hansenet ebenfalls verkauft werden soll, um die hohen Schulden der Telekom Italia zu reduzieren. Der Mailänder Konzern stellt sich die Zukunft aber anders vor. Demnach sollen die Auslandsbeteiligungen dafür sorgen, dass der schwache Umsatz in der Heimat kompensiert wird.
Hansenet dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen, verfügt man doch in Deutschland neben Brasilien über das stärkste Auslandsgeschäft. 2,4 Millionen Kunden zählt die Tochter, das entspricht 13 Prozent Marktanteil und Platz 4 auf dem DSL-Markt.
Als Ziel definierte Lambarri nun den zweiten Rang hinter der Deutschen Telekom. Ohne Übernahmen dürfte das aber kaum zu schaffen sein. Damit hat der Hansenet-Chef allerdings kein Problem: "In Deutschland ist kein Platz für die derzeit sieben An-bieter - höchstens für drei oder vier", sagte er.
Potenzielle Kandidaten für eine Akquisition habe er nicht. Die Suche will er dem Mutterkonzern überlassen. In der Branche wird allerdings der Name Versatel gehandelt, weil sich beide ehemaligen Stadtnetzbetreiber mit ihren Infrastrukturen ergänzen würden.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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