Berlin: Videoüberwachung an Musterbahnhof geplant

Datenschutz Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen den U-Bahnhof Kottbusser Tor zu einem Musterprojekt für die Videoüberwachung ausbauen. Geplant ist dabei auch der Einsatz biometrischer Systeme zur Gesichtserkennung. Das Projekt würde damit ausgerechnet an einem der sozialen Brennpunkte der Stadt starten. Der Bahnhof in Kreuzberg, auf dem sich die U-Bahnlinien 1 und 8 kreuzen, ist unter anderem als eines der Zentren für den Drogenhandel bekannt. Laut BVG und Berliner Polizei könne die neue Technik dabei helfen, die Kriminalität einzudämmen.

Allerdings sind die Planungen noch relativ wage. Zum einen ist die Finanzierung des Projektes noch nicht geklärt, zum anderen wäre eine biometrische Erfassung aller Fahrgäste und Passanten derzeit rechtlich kaum möglich. Aber auch die erforderliche Technik dürfte für Probleme sorgen.

So stellte der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix gegenüber der 'taz' klar: "Die biometrische Gesichtserfassung entbehrt bisher jeder rechtlichen Grundlage. Auch die Technik ist noch nicht wirklich ausgereift." Ein Feldversuch im Hauptbahnhof Mainz sei im letzten Jahr beispielsweise daran gescheitert, dass die Systeme mit den Lichtverhältnissen nicht zurechtkamen und in der Regel falsche Ergebnisse lieferten.

In Sachen Finanzierung sieht die BVG derzeit am ehesten eine Lösungsmöglichkeit. So wäre beispielsweise eine Drittelung der Kosten möglich: Neben dem Nahverkehrsunternehmen sollten dann auch die Polizei sowie die Industrie, die an einer praktischen Erprobung ihrer neuesten Systeme interessiert sein dürfte, beteiligt werden.
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