Vista: Microsoft kritisiert "schizophrene" Analysten
Chris Flores, Director im Windows Client Communications Team bei Microsoft, erklärte im Windows Vista Team Weblog, dass die eigenen Zahlen ebenso eine andere Sprache sprechen würden, wie andere Berichte von Forrester Research selbst. Es sei daher schizophren, wenn Forrester nun für Vista schwarz malt, so sein Fazit.
Mendel hatte für den von Flores so hart attackierten Bericht rund 50.000 Business-Anwender befragt. Er stellte dabei fest, dass nur auf jedem 11. PC Vista arbeitet. Rund 87 Prozent der Firmen-Rechner seien noch immer mit XP ausgerüstet. Für Vista ergab sich ein Marktanteil in Unternehmen von nur 8,8 Prozent.
Der Analyst verglich Vista mit dem in den Achtzigerjahren gescheiterten Versuch des US-Getränkehersteller Coca-Cola, sein gleichnamiges wichtigstes Erfrischungsgetränk neu aufzulegen. Der Getränkekonzern hatte damals schnell das alte Rezept wieder eingesetzt, um die Verluste aufzufangen.
Mendel empfahl Unternehmen, die sich noch immer nicht für einen Umstieg auf Windows Vista entscheiden können, dem "Beispiel von Microsofts wichtigem Partner Intel zu folgen, und den Vista-Wechsel noch einmal neu zu bewerten". Intel hatte einem Umstieg auf Vista kürzlich eine Absage erteilt, weil es angeblich keine Anreize dafür gebe.
Er legte seinen Kunden nahe, die Einführung des Vista-Nachfolgers Windows Codename "7" abzuwarten, wie es auch bei Intel geplant ist. Flores wies nun darauf hin, dass sich Mendels Bericht nicht mit den Erkenntnissen anderer Forrester-Analysten deckt. Millionen anderer Unternehmenskunden von Microsoft würden dies ebenfalls anders sehen, argumentierte er.
Flores verwies erneut auf die nach offiziellen Angaben insgesamt über 180 Millionen verkaufte Vista-Lizenzen. Mendel habe außerdem einen wichtigen Punkt nicht berücksichtigt - Firmen würden deutlich mehr Zeit zum Upgrade ihrer Systeme brauchen als der Heimanwender, bei dem dies meist nur ein kurzfristiger Prozess ist.
Der Microsoft Marketing-Manager erklärte weiterhin, dass Mendel mit seinem Bericht dem von seinem Kollegen Ben Gray erarbeiteten "5 Gründen, warum Unternehmen zügig auf Windows Vista wechseln sollten" widerspricht. Auch Gray hatte jedoch ebenfalls angemerkt, dass es nur wenig überrasche, wenn viele Firmen noch nicht wechseln wollen oder noch keine derartigen Pläne haben.
Es gebe tausende Business-Kunden, die Windows Vista täglich bei tausenden neuer PC-Arbeitsplätze einführen würden, darunter Schwergewichte wie die US-Luftwaffe und die Firmen PPG und Cerner. Der jüngste Bericht der Analysten von Forrester stelle daher lediglich "sensationalistische Behauptungen" über Vista auf. Die Frage müsse daher lauten, wie ein solcher Bericht den Kunden von Forrester als Leitfaden dienen soll.
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