Frauenanteil in IT-Ausbildungsberufen nimmt ab

Der geringe Frauenanteil verschärft nach Ansicht des BITKOM den Fachkräftemangel in der IT-Branche zusätzlich. So gibt es derzeit mehr als 40.000 offene Stellen für IT-Experten. Wichtig ist laut Scheer vor allem, mehr interessierte junge Frauen für ein technisches Studium zu begeistern. "Die Hochschulen müssen sich in den technischen Fächern viel stärker um den weiblichen Nachwuchs bemühen", sagte Scheer.

Dazu gehören demnach Kooperationen mit Schulen, Mentoring-Programme und mehr Stipendien für talentierte Studentinnen. "Hochschulen, die sich in der Nachwuchsarbeit engagieren, sollten finanziell belohnt werden", schlug Scheer vor. "Wenn erst die Zahl der Doktorandinnen und Professorinnen ansteigt, wird daraus ein selbsttragender Prozess."

Die Begeisterung für technische Themen muss aus Sicht der Hightech-Branche aber bereits in der Schule geweckt werden. Vielerorts mangelt es an spezifischen Initiativen für die gezielte Ansprache von Mädchen und jungen Frauen. Der BITKOM plädiert dafür, ab der Sekundarstufe I in den naturwissenschaftlichen Fächern flächendeckend Zusatzangebote für Mädchen anzubieten.

Lernprojekte, die speziell für Mädchen angeboten werden, schaffen die Freiräume, in denen Schülerinnen ihren eigenen Zugang zu technischen Themen entwickeln und komplexe Fragestellungen mit Kreativität lösen. Notwendig sei zudem die Einführung eines Pflichtfachs Informatik. Die Erfahrung zeigt: Wer Informatik als Unterrichtsfach hatte, entscheidet sich eher für ein entsprechendes Studium - egal, ob Junge oder Mädchen.
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