US-Musikindustrie geht gegen Usenet-Provider vor
Bisher geht die US-Musikindustrie nur gegen den Anbieter Usenet.com vor, allerdings würde ein Sieg der RIAA einen Präzendenzfall schaffen, der eine Klage gegen andere Anbieter ermöglicht. Dazu gehören zahlreiche Internet-Provider wie AT&T, Universitäten wie die in Stanford und einige kleinere Unternehmen, die sich auf Usenet-Zugänge spezialisiert haben.
Usenet.com wirbt auf seiner Website damit, dass man für 19 US-Dollar pro Monat Zugriff auf Millionen MP3-Dateien erhält. Allein diese Tatsache könnte für einen Sieg der RIAA ausreichen - ähnlich lief es damals im Verfahren gegen den Tauschbörsen-Anbieter Grokster. Auch hier sorgten solche Versprechen später für eine Verurteilung.
Für die Newcomer im Internet eine kurze Erklärung zum Thema Usenet: Noch bevor das Web und P2P-Börsen entwickelt waren, gab es zahlreiche so genannter Newsgroups - diese lassen sich mit den heutigen Foren vergleichen. Die Diskussionen lagen auf speziellen Usenet-Servern, die sich untereinander synchronisieren. In Newsgroups mit dem Zusatz "binaries" wurden auch regelmäßig Dateien ausgetauscht.
Heute ist das Usenet zu großen Teilen ausgestorben. Es gibt noch einige sehr aktive Newsgroups, in denen rege über Linux, Sicherheit und andere komplexe Themen diskutiert wird. Außerdem werden in den Binaries-Gruppen MP3s, Filme und Software getauscht. Dafür benötigt man allerdings im Regelfall einen kostenpflichtigen Zugang.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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