Verwirrung um Patch: Kritisches Paint-Update kommt bei vielen nicht an

Eine Zero-Klick-Schwachstelle im Zeichenprogramm MS Paint ermöglicht es Angreifern, Windows-11-Systeme von außen zu infiltrieren. Obwohl Microsoft einen Patch bereitgestellt haben will, fehlt von dem Update bei vielen Nutzern bisher jede Spur.
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WinFuture/KI generiert
  • Eine Zero-Klick-Lücke in MS Paint gefährdet Windows-11-Systeme
  • Über das Netzwerk können Angreifer Schadcode auf PCs ausführen
  • Das Risiko gilt wegen hoher Angriffskomplexität nicht als kritisch
  • Viele Anwender erhalten das nötige Store-Update für Paint derzeit nicht
  • Erst ab Version 11.2609.401.0 ist die Software vor den Attacken geschützt
  • Bis zum Erhalt des Patches hilft etwa die Deinstallation der App

Gefahr aus dem Netzwerk

Zuletzt gab es einige positive Nachrichten zu Windows 11. So soll das Betriebssystem laut Microsoft jetzt etwa auf Rechnern mit nur acht Gigabyte RAM bis zu 40 Prozent schneller laufen, das Update auf Version 26H2 ist jetzt auch direkt von Windows 10 aus möglich und etliche neue Features wie ein individuell anpassbares Rechtsklick-Menü finden ihren Weg auf die PCs der Nutzer. Doch jetzt besorgt eine Zero-Klick-Lücke in dem seit Jahrzehnten integrierten Bildbearbeitungsprogramm Paint die Anwender und führt zu Verwirrung.

Über die Lücke können Angreifer Schadcode auf Windows-11-Rechnern ausführen. Die Schwachstelle CVE-2026-83844 erlaubt es, ohne Nutzerinteraktion oder Authentifizierung ein System zu infiltrieren. Wenn die Bedingungen passen, muss ein Angreifer laut Microsoft lediglich ein speziell gestaltetes Datenpaket über das Netzwerk senden, um einen Out-of-Bounds-Read-Fehler auszulösen. Dabei greift das Programm auf unzulässige Speicherbereiche zu.


Die Lücke erreicht auf der CVSS-Skala einen Wert von 8,1. Dass Microsoft das Risiko nicht als kritisch einstuft, liegt lediglich an der hohen Angriffskomplexität. Laut Redmond hängt eine erfolgreiche Ausnutzung unter anderem von der Umgebung, der Systemkonfiguration und weiteren Sicherheitsmaßnahmen ab. Daher benötigen Angreifer fundierte Kenntnisse des Systems. Zudem gibt es bislang keine Berichte über aktive Angriffe.

Verwirrung um Verfügbarkeit und Versionsnummern

Microsoft gab Mitte Oktober an, das Problem mit einem Update behoben zu haben. Doch jetzt kommt es zu Verunsicherung und Verwirrung, denn offenbar wird vielen Nutzern die gepatchte Version von Paint nicht zum Download über den Microsoft Store angeboten. Wie Neowin berichtet, werden weiterhin anfällige Varianten der Software ausgeliefert. Da das Programm separat über den Store aktualisiert wird, helfen allgemeine Betriebssystem-Updates hier nicht weiter.

Ein möglicher Grund für die fehlende Verfügbarkeit könnte eine gestaffelte Verteilung des Updates sein. Laut Nutzern lässt sich die gepatchte Fassung in südasiatischen Regionen angeblich bereits abrufen. Da Microsoft die Lücke und den vermeintlichen Patch jedoch schon am 13. Oktober öffentlich machte, erscheint diese Möglichkeit mit fortschreitender Zeit aber immer unwahrscheinlicher.

Die Dokumentation von Microsoft nennt aktuell die Build-Nummer 11.2609.401.0 als sichere Variante von Paint. Zuvor war jedoch teils von einer anderen Nummer die Rede, was bei Anwendern für zusätzliche Unklarheit sorgte.

Übergangslösungen für Nutzer

Nutzer sollten sich aufgrund der genannten Umstände momentan nicht auf die automatische Update-Funktion des Microsoft Stores verlassen. Um zu überprüfen, welche Version von Paint installiert ist, kann der folgende Befehl über PowerShell eingegeben werden:

Get-AppxPackage Microsoft.Paint | Select-Object Name, Version

Zeigt das System eine Versionsnummer kleiner als 11.2609.401.0 an, bleibt die Anwendung verwundbar. Für Unternehmen kann es dann bis zur flächendeckenden Verfügbarkeit des Patches eine Option sein, den Umgang mit nicht vertrauenswürdigen Bildanhängen vorübergehend einzuschränken. Wer das Zeichenprogramm im Alltag nicht benötigt, kann die Applikation alternativ komplett vom Rechner deinstallieren.

Habt ihr das gepatchte Update für Microsoft Paint bereits erhalten oder nutzt ihr das Programm ohnehin nicht? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren und lasst uns wissen, wie ihr in der Zwischenzeit vorgeht!

Warum fehlt das Paint-Update?
Einem Bericht zufolge könnte Microsoft das Update versehentlich zurückgezogen oder anfangs eine falsche Version in seinen Dokumenten angegeben haben. Zudem berichten Nutzer, dass der Microsoft Store die Aktualisierung selbst dann nicht findet, wenn automatische App-Updates in den Einstellungen aktiviert sind.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Verteilung schrittweise erfolgt. So soll die reparierte Fassung laut einem Nutzerkommentar in einigen asiatischen Regionen bereits abrufbar sein.
Schützt das Windows-Oktober-Update?
Nein, die Installation des großen Windows-Updates aus dem Oktober 2026 schützt euch nicht vor dieser Schwachstelle. Obwohl dieses System-Update über 1.000 andere Sicherheitsprobleme behebt, bleibt Microsoft Paint davon unberührt.

Der Grund dafür ist, dass das Zeichenprogramm mittlerweile als eigenständige App behandelt wird. Die Pflege erfolgt ausschließlich über den Microsoft Store. Ein aktuelles Windows 11 reicht somit nicht aus, solange die App selbst nicht gepatcht wurde.
Ist auch Windows 10 betroffen?
Betroffen scheint ausschließlich die Paint-Variante zu sein, die über den Microsoft Store gezielt für Windows 11 bereitgestellt wird. Ältere Betriebssysteme von Microsoft werden in den Berichten zu dieser Schwachstelle nicht als gefährdet erwähnt.
Warnen Virenscanner vor altem Paint?
Ja, bestimmte Antivirenprogramme von Drittanbietern können wegen des fehlenden Sicherheitspatches in Paint Alarm schlagen. Einem Bericht zufolge betrifft dies insbesondere Sicherheitslösungen, die für den Einsatz in Unternehmen (Enterprise) entwickelt wurden und die ältere Version als potenzielles Risiko markieren.
Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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