Stealth, Drohnen, Laser: Naval Group zeigt den Zerstörer der Zukunft

Das Kriegsschiff-Konzept SCX26 verspricht modernste Technik auf See. Der 170 Meter lange Zerstörer soll eine Drohnenfabrik und Laser erhalten. Bisher ist der Entwurf der Naval Group jedoch nur ein theoretisches Forschungsprojekt ohne Auftrag.
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Naval Group
  • Auf der Messe Euronaval präsentierte die Naval Group das Konzept SCX26
  • Das 170 Meter lange Zerstörerkonzept nutzt einen Rumpf mit Tarnkappendesign
  • Das Schiff dient vor allem als schwimmende Basis für vielfältige Drohnen
  • Eine eigene Fabrik an Bord soll Ersatzteile für unbemannte Systeme fertigen
  • Laserwaffen und eine elektromagnetische Kanone ergänzen viele Startzellen
  • Das Konzept dient als theoretische Testplattform ohne festen Bauauftrag

Neues Konzept für Zerstörer

Auf der Marinefachmesse Euronaval in Paris wurde diese Woche ein neues Konzept für ein zukünftiges Kriegsschiff vorgestellt. Der Entwurf SCX26 soll veranschaulichen, wie sich große Überwasserkampfschiffe entwickeln könnten, um den Anforderungen der Seekriegsführung in den kommenden Jahrzehnten gerecht zu werden. Das Schiff ist stark auf den Einsatz unbemannter Systeme ausgerichtet und verarbeitet Erkenntnisse aus jüngsten Konflikten, bei denen Drohnen eine wichtige Rolle spielten.

Das rund 170 Meter lange Konzeptschiff ist für eine Wasserverdrängung von 8000 bis 10.000 Tonnen ausgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 30 Knoten liegen, die Reichweite wird auf bis zu 8000 Seemeilen beziffert. Optisch fällt der Entwurf durch einen flachen, auf Tarnkappeneigenschaften optimierten Rumpf sowie zwei weit voneinander getrennte Aufbauten auf. Die Verteilung der Sensoren auf zwei Türme soll eine größere Abdeckung bieten, tote Winkel reduzieren und die Überlebensfähigkeit bei Treffern erhöhen. Dazwischen befindet sich eine flexible Zone für zusätzliche Ausrüstung.

Der Konzept-Zerstörer SCX 26 setzt auf Drohnen und Laser

Drohnenbasis auf hoher See

Im Kern ist der Zerstörer als schwimmende Basis für verschiedene Drohnentypen konzipiert. Wie Naval Group mitteilt, verfügt der Entwurf über eine große Missionsbucht unterhalb des Flugdecks. Diese nimmt Hubschrauber sowie unbemannte Systeme auf und ist über einen Aufzug mit dem Deck verbunden. Dort ist auch Platz für einen mittelgroßen Hubschrauber und zwei senkrecht startende Drohnen. Geplant ist zudem eine Drohnenfabrik an Bord, die neben der Wartung auch die Herstellung von Ersatzteilen ermöglichen könnte.

Bei der Bewaffnung setzt das Konzept auf neuartige Ansätze gegen feindliche Drohnenschwärme und Raketen. Es umfasst eine 100-Kilowatt-Laserwaffe und eine elektromagnetische Kanone für schnelle Salven. Beide Systeme könnten Ziele potenziell kostengünstig bekämpfen, ohne teure Lenkwaffen zu verbrauchen. Ergänzt wird das Arsenal durch ein UHF-Radar zur Erkennung von Hyperschallwaffen und über 100 vertikale Startzellen für Flugabwehr- und Marschflugkörper. Hinzu kommen zwei Mehrzweckwerfer für Kurzstreckenraketen und Täuschkörper sowie ein herkömmliches Geschütz in einer Tarnkappenkuppel.

Forschungsprojekt ohne Auftrag

Das SCX26 ist vorerst ein theoretisches Forschungsprojekt und kein serienreifes Schiff. Der Hersteller betrachtet das Modell als Testplattform für künftige Architekturen, bei denen das Kriegsschiff als Kommandozentrale innerhalb eines größeren Flottenverbands agiert.

Dabei soll das Schiff mit einer Besatzung von etwa 150 Personen dank Automatisierung und Künstlicher Intelligenz ein Netzwerk an unbemannten Systemen steuern. Raum für 100 weitere Personen, etwa Drohnenoperatoren, ist ebenfalls eingeplant. Ob und wann zumindest Elemente des Konzepts in ein zukünftiges französisches Flottenprogramm oder ein Exportmodell einfließen, ist offen.

Wie bewertet ihr den Fokus auf Drohnen bei modernen Kriegsschiffen? Haltet ihr Konzepte wie schwimmende Drohnenfabriken für realistisch? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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