Hackerangriff auf AfD: Offenbar über 400.000 brisante E-Mails im Netz
Nach einem Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister der AfD sind offenbar Hunderttausende interne E-Mails und Dokumente im Internet aufgetaucht. Die Partei bestätigt den Vorfall, prüft aber noch die Echtheit der kursierenden Daten.
Insgesamt sollen die Angreifer ein Archiv mit einer Größe von 281 Gigabyte erbeutet haben. Darin enthalten sind laut Angaben der Plattformbetreiber 421.179 E-Mails, die aus zehn verschiedenen Postfächern der Partei stammen sollen. Die Plattformbetreiber behaupten, dass die Nachrichten mitsamt ihrer vollständigen Header und kryptografischen Signaturen vorliegen.
Neben den E-Mails umfasst der Leak weitere Dokumente. So wurde ein Foto des Personalausweises von Markus Frohnmaier, einem Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag, geteilt. Auch Fotos von Ausweisen weiterer Personen, Rechnungen, Kontoauszüge, Zeugnisse und Mitgliederlisten von Kreisverbänden in Nordrhein-Westfalen sollen Teil des Archivs sein.
Die Bereitstellung der Daten erfolgt derzeit über die Leak-Plattform Hexane. Dort wird das Material sowohl zum stichprobenartigen Durchsuchen als auch als Torrent-Download angeboten. Zudem wurden KI-Zusammenfassungen einzelner E-Mails auf einer Internetseite zur Verfügung gestellt. Wichtig: Derzeit sind Herkunft und Inhalt der Daten nicht unabhängig verifiziert. Gleichwohl ist anzumerken, dass es von der AfD kein Dementi zu den Inhalten gibt.
Laut der Partei wurde der Angriff schnell erkannt und gestoppt. Auch die dazugehörige Sicherheitslücke sei zügig geschlossen, alle betroffenen Nutzer seien informiert worden. Aktuell werde parteiintern untersucht, ob die im Internet bereitgestellten Unterlagen echt sind oder vor der Veröffentlichung manipuliert wurden, heißt es.
Dennoch: Sollte sich auch nur ein Teil der aufgetauchten Daten als echt erweisen, dann könnte die rechte bis rechtsextreme Partei ein großes Problem bekommen. Denn glaubt man den KI-Zusammenfassungen auf Hexane, dann wimmelt es in den Texten an nationalsozialistischem Gedankengut, Antisemitismus, Aufrufen zur Gewalt und Ähnlichem. Aber noch einmal: Noch muss jede Information mit einem Sternchen versehen werden, weil die Infos nicht verifiziert sind.
Wie bewertet ihr die Folgen dieses Hackerangriffs? Teilt eure Ansichten zu dem Sicherheitsvorfall gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Die AfD ist Ziel eines Cyberangriffs auf einen externen Hostinganbieter geworden
- Ein Datenpaket mit über 400.000 internen E-Mails wurde online veröffentlicht
- Das erbeutete Archiv umfasst rund 281 Gigabyte an sensiblen Dokumenten der Partei
- Personalausweise, Rechnungen sowie Mitgliederlisten zählen zum Datenleck
- Die Leak-Plattform Hexane bietet die betroffenen Daten mitsamt KI-Texten an
- Parteivertreter bestätigten den Vorfall und prüfen eine mögliche Manipulation
Datenleck nach Cyberangriff
Die AfD ist Opfer eines Hackerangriffs geworden, in dessen Folge mutmaßlich mehr als 400.000 interne E-Mails sowie Dokumente im Internet veröffentlicht wurden. Der unbefugte Zugriff auf die Systeme eines externen Hosting-Dienstleisters der Partei fand bereits im September statt. Seit Anfang der Woche kursieren auf X erste Berichte über die mutmaßlich abgeflossenen Daten, die nun im Internet bereitstehen.Insgesamt sollen die Angreifer ein Archiv mit einer Größe von 281 Gigabyte erbeutet haben. Darin enthalten sind laut Angaben der Plattformbetreiber 421.179 E-Mails, die aus zehn verschiedenen Postfächern der Partei stammen sollen. Die Plattformbetreiber behaupten, dass die Nachrichten mitsamt ihrer vollständigen Header und kryptografischen Signaturen vorliegen.
Sensible Dokumente geleakt
Wie u. a. Bild und Der Spiegel berichten, finden sich unter den veröffentlichten Unterlagen Nachrichten, die den Politikern Alice Weidel, Alexander Gauland und Leif-Erik Holm zugeordnet werden. Allerdings wurde wohl nicht das eigene Konto von Parteichefin Weidel gehackt. Auch ein Konto, das früher als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle diente, soll sich unter den betroffenen Postfächern befinden.Neben den E-Mails umfasst der Leak weitere Dokumente. So wurde ein Foto des Personalausweises von Markus Frohnmaier, einem Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag, geteilt. Auch Fotos von Ausweisen weiterer Personen, Rechnungen, Kontoauszüge, Zeugnisse und Mitgliederlisten von Kreisverbänden in Nordrhein-Westfalen sollen Teil des Archivs sein.
Die Bereitstellung der Daten erfolgt derzeit über die Leak-Plattform Hexane. Dort wird das Material sowohl zum stichprobenartigen Durchsuchen als auch als Torrent-Download angeboten. Zudem wurden KI-Zusammenfassungen einzelner E-Mails auf einer Internetseite zur Verfügung gestellt. Wichtig: Derzeit sind Herkunft und Inhalt der Daten nicht unabhängig verifiziert. Gleichwohl ist anzumerken, dass es von der AfD kein Dementi zu den Inhalten gibt.
Reaktion der Partei
Im Gegenteil: Ein Sprecher der Partei bestätigte den Sicherheitsvorfall bei dem Dienstleister. Die Angreifer sollen lediglich auf Teile einiger weniger Postfächer zugegriffen haben. Die meisten davon seien seit Jahren nicht mehr aktiv genutzt worden. Aktuelle E-Mail-Konten des Bundesverbandes seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen.Laut der Partei wurde der Angriff schnell erkannt und gestoppt. Auch die dazugehörige Sicherheitslücke sei zügig geschlossen, alle betroffenen Nutzer seien informiert worden. Aktuell werde parteiintern untersucht, ob die im Internet bereitgestellten Unterlagen echt sind oder vor der Veröffentlichung manipuliert wurden, heißt es.
Dennoch: Sollte sich auch nur ein Teil der aufgetauchten Daten als echt erweisen, dann könnte die rechte bis rechtsextreme Partei ein großes Problem bekommen. Denn glaubt man den KI-Zusammenfassungen auf Hexane, dann wimmelt es in den Texten an nationalsozialistischem Gedankengut, Antisemitismus, Aufrufen zur Gewalt und Ähnlichem. Aber noch einmal: Noch muss jede Information mit einem Sternchen versehen werden, weil die Infos nicht verifiziert sind.
Wie bewertet ihr die Folgen dieses Hackerangriffs? Teilt eure Ansichten zu dem Sicherheitsvorfall gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- BSI warnt nach großem Berlin-Datenleak vor neuen Hackerangriffen
- Angreifer präsentieren gestohlene Daten aus dem Firmennetz von RTL
- Nintendo gehackt? Angreifer sollen interne Daten erbeutet haben
- Ein Anruf genügte: Hacker stehlen 1,1 Millionen Allianz-Kundendaten
- Polit-Hack auf Columbia-Universität: Displays zeigen Trump-Konterfei an
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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