Pro-russische Hacker greifen gezielt Wasser- und Industrieanlagen an
Pro-russische Hackergruppen attackieren zunehmend die Steuerungssysteme kritischer Infrastrukturen in westlichen Ländern. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Ausfälle, sondern um eine anhaltende Destabilisierung.
Eine der Gruppen, die dabei im Fokus stehen, ist die sogenannte Cyber Army of Russia Reborn (CARR). Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft wurde sie mit Unterstützung des russischen Militärgeheimdienstes GRU aufgebaut und von diesem gelenkt. Anfangs konzentrierten sich ihre Mitglieder vor allem auf DDoS-Angriffe, bei denen sie Websites durch massenhafte Anfragen vorübergehend lahmlegten. Später gingen sie dazu über, industrielle Steuerungssysteme anzugreifen.
Zu den betroffenen Einrichtungen gehörten laut US-Ermittlern eine Abwasseranlage in Europa, ein Milchverarbeitungsbetrieb in Kalifornien und ein öffentliches Wasserversorgungssystem im US-Bundesstaat Texas. In weiteren Fällen sollen Hacker Pumpen und technische Anlagen manipuliert haben. Bei einem Angriff auf einen Fleischverarbeitungsbetrieb nahe Los Angeles fiel die Kühlung aus. Mehr als 900 Kilogramm Fleisch verdarben, zudem trat Ammoniak aus und eine Evakuierung wurde notwendig.
Konkrete Folgen solcher Attacken zeigten sich im Dezember 2024 auch im dänischen Ort Tureby. Dort manipulierten Angreifer die Steuerung einer Wasseranlage. Nachdem der Betreiber zunächst den Wasserdruck wiederhergestellt hatte, stieg dieser am folgenden Morgen unkontrolliert an. Unterirdische Leitungen platzten, mehrere Rohrbrüche mussten repariert werden. Die Anlage benötigte anschließend ein neues Steuerungssystem und weitere vernetzte Geräte. Die prorussische Gruppe Z-Pentest bekannte sich zu dem Angriff. Dänemark machte später Russland für die Attacke verantwortlich und wertete sie als Teil hybrider Kriegsführung.
Das macht die Angriffe jedoch nicht harmlos. Je länger Angreifer in schlecht gesicherten Netzwerken suchen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, auf tatsächlich kritische Systeme zu stoßen. Da die Gruppen überwiegend aus Russland heraus operieren, bleiben sie für westliche Strafverfolger schwer erreichbar. Experten warnen deshalb, dass Festnahmen einzelner Beteiligter die Kampagnen kaum dauerhaft stoppen dürften.
Siehe auch:
- Hacker manipulieren Industrieanlagen und setzen Sicherheitstechnik außer Kraft
- Die Gruppe CARR wird laut US-Ermittlern vom Geheimdienst GRU gesteuert
- Betroffen waren unter anderem Wasserwerke in Europa und Betriebe in den USA
- Ein Angriff in Dänemark führte im Dezember 2024 zu geplatzten Wasserrohren
- Ziel der Aktionen ist vor allem die Verunsicherung der Bevölkerung im Westen
- Viele Täter agieren aus Russland und sind juristisch kaum greifbar
Breit aufgestellte Attacken
Die Angreifer manipulieren Pumpen, verändern Einstellungen und setzen teilweise sogar die Sicherheitstechnik außer Kraft. US-Ermittler bringen laut eines Bloomberg-Berichts unter anderem eine ukrainische IT-Fachkraft mit mehreren dieser Kampagnen in Verbindung. Der Fall verdeutlicht, wie russische Interessen mit vergleichsweise einfachen Cyberangriffen und gezielter Propaganda verfolgt werden.Eine der Gruppen, die dabei im Fokus stehen, ist die sogenannte Cyber Army of Russia Reborn (CARR). Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft wurde sie mit Unterstützung des russischen Militärgeheimdienstes GRU aufgebaut und von diesem gelenkt. Anfangs konzentrierten sich ihre Mitglieder vor allem auf DDoS-Angriffe, bei denen sie Websites durch massenhafte Anfragen vorübergehend lahmlegten. Später gingen sie dazu über, industrielle Steuerungssysteme anzugreifen.
Zu den betroffenen Einrichtungen gehörten laut US-Ermittlern eine Abwasseranlage in Europa, ein Milchverarbeitungsbetrieb in Kalifornien und ein öffentliches Wasserversorgungssystem im US-Bundesstaat Texas. In weiteren Fällen sollen Hacker Pumpen und technische Anlagen manipuliert haben. Bei einem Angriff auf einen Fleischverarbeitungsbetrieb nahe Los Angeles fiel die Kühlung aus. Mehr als 900 Kilogramm Fleisch verdarben, zudem trat Ammoniak aus und eine Evakuierung wurde notwendig.
Konkrete Folgen solcher Attacken zeigten sich im Dezember 2024 auch im dänischen Ort Tureby. Dort manipulierten Angreifer die Steuerung einer Wasseranlage. Nachdem der Betreiber zunächst den Wasserdruck wiederhergestellt hatte, stieg dieser am folgenden Morgen unkontrolliert an. Unterirdische Leitungen platzten, mehrere Rohrbrüche mussten repariert werden. Die Anlage benötigte anschließend ein neues Steuerungssystem und weitere vernetzte Geräte. Die prorussische Gruppe Z-Pentest bekannte sich zu dem Angriff. Dänemark machte später Russland für die Attacke verantwortlich und wertete sie als Teil hybrider Kriegsführung.
Psychische Effekte erhofft
Sicherheitsexperten sehen hinter solchen Aktionen häufig weniger hochentwickelte Spionage als den Versuch, Verunsicherung zu verbreiten und das Vertrauen in staatliche Institutionen zu schwächen. Die Gruppen suchen sich demnach oft Ziele mit schlecht geschützten Systemen. Ihre Erfolgsmeldungen übertreiben teilweise die tatsächlichen Auswirkungen: In einem Fall behaupteten Hacker, eine Fabrik in Litauen kontrolliert zu haben, obwohl die angegriffene Technik Fernzugriffe gar nicht zuließ.Das macht die Angriffe jedoch nicht harmlos. Je länger Angreifer in schlecht gesicherten Netzwerken suchen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, auf tatsächlich kritische Systeme zu stoßen. Da die Gruppen überwiegend aus Russland heraus operieren, bleiben sie für westliche Strafverfolger schwer erreichbar. Experten warnen deshalb, dass Festnahmen einzelner Beteiligter die Kampagnen kaum dauerhaft stoppen dürften.
Siehe auch:
- FBI warnt vor Hacks: Wasserversorger sollen PCs vom Internet trennen
- Iranische Hacker legen ganzes Kraftwerk über mehrere Tage lahm
- Heikler Cyberangriff: Hacker dringen in Steuerung von Öltanker ein
- Heiztruhe statt Kühltruhe: Hacker greifen Hunderte Supermärkte an
- Russischer Geheimdienst kaperte zehntausende Router normaler Nutzer
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.