Wegen Reiches Energiepolitik:
Stromanbieter stellt Betrieb jetzt ein

Die Energiepolitik der aktuellen Bundesregierung hat jetzt auch Folgen auf der Seite von Stromanbietern. Ein erster Lieferant gibt auf und hat die Verträge mit rund 200.000 Kunden gekündigt. Diese müssen sich nun kurzfristig einen neuen Anbieter suchen.
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  • Der Stromanbieter Grüüün beendet seinen Geschäftsbetrieb am 31. Oktober
  • Betroffene Kunden müssen zeitnah wechseln oder fallen in die Grundversorgung
  • Als Ursache nennt die Firma die Energiepolitik der amtierenden Bundesregierung
  • Geplante Gesetze behindern laut Grüüün künftig die Produktion von Ökostrom
  • Das Unternehmen fürchtet akute Engpässe bei der künftigen Strombelieferung
  • Gespräche sowie Proteste der Landesminister blieben bei Reiche ohne Erfolg

Risiko wird zu groß

In dem Fall geht es um den Stromanbieter Grüüün, der zur Münch Energie Gruppe gehört. Das Unternehmen teilte mit, dass der Geschäftsbetrieb zum 31. Oktober eingestellt werde. Bis dahin müssen sich die Kunden einen neuen Stromanbieter suchen und einen neuen Vertrag abschließen, sonst fallen sie automatisch an den Grundversorger zurück.

Den Schritt begründet die Firma mit der aktuellen Energiepolitik der Bundesregierung, speziell der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. "Mehrere politische Entscheidungen der letzten Monate sowie das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2027 werden die Erzeugung von Grünstrom für Jahre behindern. Das zusätzlich anstehende Netzpaket 2027 wird die grüne Stromerzeugung in Teilen sogar ganz verhindern", hieß es seitens des Anbieters.


Das werde letztlich dazu führen, dass die bisher eingeplanten Mengen an Strom in Zukunft überhaupt nicht erzeugt werden. Das könnte letztlich dazu führen, dass Grüüün nicht an genug Strom kommt, um seine Kunden auch beliefern zu können. Um eine solch unsichere Situation zu vermeiden, entschied man sich jetzt lieber für eine Aufgabe des Geschäftsbetriebs.

Reiche ignoriert alle Kritik

Untätig sei man im Vorfeld nicht gewesen, hieß es: "Wir haben über Monate viele Gespräche vor allem mit Vertretern der Regierung geführt. Der Druck von uns und anderen Branchenvertretern hatte zwischenzeitlich sichtbare Folgen und Anlass zur Hoffnung gegeben: Noch im Mai haben sich 16 Energieminister der Bundesländer geschlossen gegen die für uns so schädlichen Pläne der Bundeswirtschaftsministerin gestemmt."

Geändert habe sich dadurch aber nichts. Reiche hält trotz zahlreicher Kritik auch aus der Wirtschaft bisher unbeirrt an ihren Plänen fest. Für Grüüün ist die Aufgabe des Geschäfts somit die einzige verbliebene Option. "Wir können nicht zuwarten, sondern brauchen als privates Unternehmen feste Planungsgrundlage. Diese ist entfallen", so der Anbieter.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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