Erneuerbare Energien: Erstmals Vulkan für Stromerzeugung genutzt
Dem US-Startup Endurance Energy ist erstmals die Stromerzeugung durch ein Untersee-Geothermiekraftwerk gelungen. In einer Tiefe von rund 1500 Metern lieferte ein aktiver Vulkan im Pazifik die nötige Hitze für den ersten Testlauf.
Für den Test bohrten die Ingenieure zunächst zwei Löcher in den Meeresboden und bauten das zweite zu einem knapp 16 Meter tiefen Bohrloch aus. Dabei stießen sie auf 260 Grad Celsius heißes Thermalwasser. Da der Durchfluss in dem schmalen Bohrloch für den Betrieb der Anlage nicht ausreichte, verband das Team den Prototyp Adélie mit einer natürlichen hydrothermalen Quelle, deren Wassertemperatur 281 Grad Celsius erreichte.
Ein regulärer Dauerbetrieb kam bei dem Versuch noch nicht zustande. Eine Stromspitze in einem Batteriemodul führte dazu, dass die Software das System aus Sicherheitsgründen abschaltete. Bei einem Neustartversuch drang Meerwasser in ein Stromkabel ein und verursachte einen Kurzschluss, der den Testdurchlauf endgültig beendete. Andrew Redd, Gründer und CEO des Unternehmens, sieht den Test dennoch als wichtigen Beweis für die technische Machbarkeit.
Der erste kommerzielle Einsatz ist für das Jahr 2027 im Königreich Tonga vorgesehen. Der polynesische Inselstaat betreibt sein Stromnetz aktuell überwiegend mit importiertem Dieselkraftstoff. Bis zu sechs der neuen Zwei-Megawatt-Generatoren sollen dort ans Netz gehen und eine verlässliche Alternative zu fossilen Brennstoffen bieten.
Würdet ihr den Strom aus einem Unterwasservulkan nutzen oder seht ihr Risiken bei der Technik? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Endurance Energy testete erstmals ein Geothermiekraftwerk am Meeresgrund
- In 1500 Metern Tiefe nutzte der Prototyp Adélie eine hydrothermale Quelle
- Die Anlage erzeugte für wenige Sekunden Strom mit bis zu 16,5 Kilowatt Peak
- Ein Kurzschluss durch Meerwasser verhinderte vorerst einen Dauerbetrieb
- Das Nachfolgemodell Gentoo soll durch tiefere Bohrungen erprobt werden
- Ein kommerzieller Einsatz mit Zwei-Megawatt-Anlagen ist für 2027 in Tonga geplant
Erster Test im Pazifik
Das US-Startup Endurance Energy hat im September vor der Küste des US-Bundesstaates Oregon erstmals ein Geothermiekraftwerk auf dem Meeresgrund getestet. Etwa 300 Meilen vor der Küste und in rund 1500 Metern Tiefe platzierte das Entwicklerteam die drei Tonnen schwere Anlage am Axial Seamount. Das langfristige Ziel des Unternehmens ist es, Küstenregionen und Inselstaaten mit wetterunabhängigem Basisstrom aus der Hitze von Unterwasservulkanen zu versorgen.Für den Test bohrten die Ingenieure zunächst zwei Löcher in den Meeresboden und bauten das zweite zu einem knapp 16 Meter tiefen Bohrloch aus. Dabei stießen sie auf 260 Grad Celsius heißes Thermalwasser. Da der Durchfluss in dem schmalen Bohrloch für den Betrieb der Anlage nicht ausreichte, verband das Team den Prototyp Adélie mit einer natürlichen hydrothermalen Quelle, deren Wassertemperatur 281 Grad Celsius erreichte.
Netto-Strom für Sekunden
Wie Endurance Energy in einer Pressemitteilung schreibt, konnte die Anlage ferngesteuert aus Seattle über ein Unterwasser-Glasfasernetzwerk bedient werden. Der Wasserdampf trieb die Turbine auf rund 26.000 Umdrehungen pro Minute an. Dabei erzeugte das Kraftwerk für 8,7 Sekunden mehr Strom, als es für den eigenen Betrieb benötigte. Die Nettoleistung lag im Median bei zwei Kilowatt, in der Spitze wurden 16,5 Kilowatt erreicht.Ein regulärer Dauerbetrieb kam bei dem Versuch noch nicht zustande. Eine Stromspitze in einem Batteriemodul führte dazu, dass die Software das System aus Sicherheitsgründen abschaltete. Bei einem Neustartversuch drang Meerwasser in ein Stromkabel ein und verursachte einen Kurzschluss, der den Testdurchlauf endgültig beendete. Andrew Redd, Gründer und CEO des Unternehmens, sieht den Test dennoch als wichtigen Beweis für die technische Machbarkeit.
Zukunftspläne in Tonga
Für den kommenden Winter plant das Startup den Einsatz einer überarbeiteten Version namens Gentoo. Der aktuelle Bohrer des Unternehmens kann bis zu 80 Meter tief in den Meeresboden vordringen. Von tieferen Bohrungen erwartet das Unternehmen den höheren Durchfluss, der für einen Dauerbetrieb nötig ist. Parallel dazu arbeitet das Team an einem kommerziellen Generator mit einer Leistung von zwei Megawatt, der die Größe eines Schiffscontainers haben soll.Der erste kommerzielle Einsatz ist für das Jahr 2027 im Königreich Tonga vorgesehen. Der polynesische Inselstaat betreibt sein Stromnetz aktuell überwiegend mit importiertem Dieselkraftstoff. Bis zu sechs der neuen Zwei-Megawatt-Generatoren sollen dort ans Netz gehen und eine verlässliche Alternative zu fossilen Brennstoffen bieten.
Würdet ihr den Strom aus einem Unterwasservulkan nutzen oder seht ihr Risiken bei der Technik? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren!
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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