Phishing: Angreifer erbeuten hochsensible Daten von Neobank-Kunden

Kriminelle haben äußerst sensible Daten von Kunden des Finanzdienstleisters Revolut erbeutet. Aufgrund einer raffinierten Täuschung im Rahmen eines Phishing-Versuchs rückten Mitarbeiter der Neobank die Informationen freiwillig heraus.
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Revolut

    Revolut gibt Nutzerdaten heraus

    Immer wieder erbeuten Hacker Kundeninformationen aus Unternehmensdatenbanken. Zuletzt traf es neben Booking etwa auch den deutschen Einzelhändler Lidl. Jetzt hat es den britischen Finanzdienstleister Revolut erwischt, bei dem Kunden schon Ende Juli einen Schrecken verkraften mussten, nachdem es damals fälschlich geheißen hatte, ihre Daten seien im Darknet gelandet. Dieses Mal hat das Fintech den Datenabfluss allerdings offiziell bestätigt. Betroffen sind zum Teil extrem sensible Kundeninformationen.

    Dabei hat das Unternehmen die Daten seiner Kundschaft höchstselbst an unbefugte Dritte übermittelt. Die Kriminellen nutzten eine manipulierte Anfrage, die von einer offiziellen Regierungsbehörde zu stammen schien. Zu den über 15.000 entwendeten Datensätzen gehören folgende Informationen und Dokumente:

    • Kopien von Reisepässen und Führerscheinen
    • Selfies zur Verifizierung
    • IBANs und Referenznummern
    • Vollständige Bitcoin-Transaktionsverläufe


    Der Vorfall beruht also nicht auf einem technischen Einbruch in die internen Systeme des Unternehmens. Die Täter verwendeten vielmehr Phishing-Taktiken, um die vermeintliche Behördenanfrage authentisch wirken zu lassen. Da die Nachricht gültige Authentifizierungsmerkmale aufwies, gaben die zuständigen Mitarbeiter von Revolut die Dokumente heraus. Das betroffene Material stammt aus dem obligatorischen Prozess, der zur Identifizierung von Neukunden dient.

    Gefahr für Identitätsdiebstahl

    Wie TechCrunch berichtet, richtete sich die Attacke wohl gezielt gegen wohlhabende Nutzer. Ein Analyst wies darauf hin, dass die erbeuteten Finanzdaten auch Krypto-Transaktionen umfassen. Für die Betroffenen entstehen durch das Vorgehen erhebliche Risiken. Die Kombination aus persönlichen Dokumenten und Finanzhistorien ermöglicht weitreichenden Identitätsdiebstahl. Das macht die Opfer unter anderem anfällig für gezielte Erpressungsversuche.

    Revolut teilte nicht mit, wie viele Kunden aus welchen Märkten genau betroffen sind, reagierte nach der Entdeckung des Betrugs aber und blockierte die betroffene E-Mail-Adresse. Das Unternehmen informierte die zuständigen Behörden sowie die Opfer unter den Kunden. Die internen Systeme und die Einlagen der Nutzerschaft blieben unangetastet. Das Unternehmen hat zudem angekündigt, die internen Kontrollmechanismen für behördliche Datenanfragen zu verbessern, um derartige Manipulationen künftig zu verhindern.

    Revolut wächst stark

    Das britische Unternehmen verzeichnet weltweit über 45 Millionen Nutzer und agiert in mehr als 30 Ländern. Ursprünglich als App für günstige Wechselkurse gestartet, wuchs Revolut zu einer umfassenden Finanzplattform heran. Das Angebot umfasst heute neben klassischen Bankdienstleistungen auch den Handel mit Aktien und digitalen Währungen wie Bitcoin oder Ethereum.

    Zudem strebt die Neobank einen Börsengang an. In einer früheren Finanzierungsrunde erreichte der Wert des Unternehmens rund 45 Milliarden Dollar (etwa 39 Milliarden Euro). Beobachter gehen davon aus, dass die Bewertung bei einem anstehenden IPO etwa 200 Milliarden Dollar (etwa 172 Milliarden Euro) erreichen könnte.

    Wie bewertet ihr die Sicherheit von Nutzerdaten bei solchen Finanzdienstleistern? Seid ihr selbst schon einmal Opfer von Phishing geworden? Teilt eure Gedanken zu dem Vorfall unten in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • Der Finanzdienstleister Revolut hat Kundendaten an Betrüger übermittelt
    • Kriminelle tarnten sich erfolgreich als offizielle Regierungsbehörde
    • Über 15.000 Datensätze mit Ausweisdokumenten und IBANs wurden entwendet
    • Auch sensible Bitcoin-Transaktionsverläufe sind von dem Leak betroffen
    • Für die betroffenen Kunden besteht nun ein hohes Identitätsdiebstahl-Risiko
    • Das Fintech blockierte den Absender und verbessert nun seine Kontrollen

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