1Password steht nach Spende an Rassisten massiv in der Kritik

1Password steht wegen einer Spende in Höhe von 300.000 Dollar (etwa 270.000 Euro) für die Linux-Distribution Omarchy in der Kritik. Denn deren Gründer David Heinemeier Hansson, besser bekannt als DHH, hat sich wiederholt rassistisch geäußert.
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WinFuture/KI-generiert

    Widerspruch intern und extern

    1Password wird dabei nicht nur von Außenstehenden kritisiert. Auch innerhalb des Unternehmens sorgt die Zusammenarbeit nach Informationen von The Verge für Unmut. Mit der Zahlung ist 1Password zum sogenannten "Distinguished Corporate Patron" der Omacom Foundation geworden. Die Organisation betreut Omarchy, eine auf Arch Linux basierende Distribution, die Hanssons persönliche Vorstellungen von einem Linux-System widerspiegelt. Für 1Password ist das Projekt allerdings auch aus geschäftlicher Sicht relevant: Nach Angaben von Firmenchef David Faugno ist Omarchy inzwischen die am zweithäufigsten genutzte Linux-Distribution unter den Kunden des Unternehmens.

    In sozialen Netzwerken löste die Spende umgehend Proteste aus. Kritiker warfen 1Password unter anderem vor, mit der Finanzierung indirekt Positionen Hanssons zu unterstützen. Einige Nutzer kündigten an, nach Alternativen zum Passwortmanager zu suchen. Auch Mitarbeiter von 1Password äußerten intern ihre Enttäuschung über die Verbindung.


    Hansson ist als Mitbegründer von 37signals und Entwickler des Web-Frameworks Ruby on Rails bekannt. Seine politischen Äußerungen sorgen allerdings seit Jahren für Kontroversen. Bereits 2023 strich die Duke University sein Unternehmen Basecamp aus dem eigenen Angebot. Die Universität verwies damals unter anderem auf Hanssons Kritik an Diversity-, Equity- und Inclusion-Programmen sowie auf Einschränkungen politischer Diskussionen bei 37signals.

    Besonders scharf kritisiert wird ein Blogbeitrag Hanssons vom 21. Juli dieses Jahres. Darin verglich er Einwanderer mit "Wölfen" und forderte unter anderem die Abschiebung von Angehörigen ethnischer Minderheiten. Seine Wortwahl wurde als Aufruf zu ethnischer Säuberung interpretiert.

    Wogen glätten

    1Password versucht unterdessen, die Spende von Hanssons persönlichen Ansichten abzugrenzen. Faugno erklärte intern, das Unternehmen lehne "hasserfüllte, entmenschlichende oder ausgrenzende Ansichten" ausdrücklich ab. Zugleich betonte er, das Geld fließe an die Omacom Foundation und nicht an Hansson persönlich. Man sei sich jedoch bewusst, dass Omarchy eng mit dessen Gründer verbunden sei.

    Mit der Erklärung ist die Debatte offenbar nicht beendet. Nach Angaben von The Verge stießen die internen Aussagen der Unternehmensführung bei Mitarbeitern auf deutliche Ablehnung. 1Password kündigte an, das Thema bei einer firmenweiten Versammlung weiter zu diskutieren.

    Zusammenfassung
    • 1Password spendete 300.000 Dollar an die Linux-Distribution Omarchy
    • Der Gründer von Omarchy fiel wiederholt durch rassistische Hetze auf
    • Kunden und Mitarbeiter kritisieren diese finanzielle Unterstützung
    • Hansson verglich Einwanderer im Juli mit Wölfen in einem Blogpost
    • Die Firmenleitung distanzierte sich intern von Hanssons Ansichten

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