Windows 10 und 11: Update zerschießt Druckfunktion und PDF-Export

Ein aktueller Patch für das .NET Framework stört in vielen Windows-Systemen wichtige Funktionen. Anwender berichten über Fehler beim Drucken sowie beim Export von PDF-Dokumenten. Ein offizieller Fix lässt noch auf sich warten.
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    Windows-Patch blockiert Systeme

    Um die Verwendung von Druckern unter Windows gab es in den letzten Monaten einigen Wirbel. Erst hieß es, Treiber für alte Drucker würden nicht mehr über Windows Update ausgeliefert. Dann widersprach Microsoft jedoch und räumte fehlerhafte Angaben in der offiziellen Betriebssystem-Roadmap ein. Und schließlich startete das Unternehmen im Juni die Umstellung auf Ready Print als Standard für Druckertreiber. Jetzt haben Nutzer allerdings Schwierigkeiten, Dokumente zu drucken und PDFs zu exportieren.

    So verursacht ein am 11. August 2026 veröffentlichtes Update für das .NET-Framework Probleme auf zahlreichen Windows-Systemen. Betroffen sind sowohl Rechner mit Windows 11 (23H2, 24H2, 25H2, 26H1) als auch Windows 10 (21H2, 22H2) mit .NET-Framework in den Versionen 3.5 und 4.8.1.


    Die Störungen treten spezifisch in Anwendungen auf, die auf der Windows Presentation Foundation, kurz WPF, basieren. Das ist ein seit Jahren etabliertes System zur Darstellung grafischer Benutzeroberflächen. Es kommt in professionellen Werkzeugen wie Visual Studio und diversen Unternehmensanwendungen zum Einsatz. Sobald Nutzer versuchen, Inhalte mit bestimmten Schriftarten wie Calibri zu verarbeiten, bricht das Programm den Vorgang mit der Fehlermeldung "System.IO.FileFormatException" ab.

    Sicherheitsfunktion als Auslöser

    Wie Microsoft in den Patchnotes der betroffenen Updates bestätigt, ist eine neu eingeführte Sicherheitsmaßnahme die Ursache für das Fehlverhalten. Der Patch sollte kritische Lücken schließen, über die Angreifer schädlichen Code aus dem Netzwerk einschleusen könnten. Stattdessen blockiert der Mechanismus nun legitime Zugriffe auf Schriftdatenbanken.

    Um den Fehler vorübergehend zu beheben, müssen Entwickler selbst aktiv werden. Sie können in der Konfigurationsdatei der betroffenen Anwendung den speziellen Schalter "Switch.MS.Internal.TtfDelta.DisableCmapAndSbitOverflowProtection" mit folgendem Befehl aktivieren:

    <configuration>
    <runtime>
    <AppContextSwitchOverrides value="Switch.MS.Internal.TtfDelta.DisableCmapAndSbitOverflowProtection=true"/>
    </runtime>
    </configuration>

    Dadurch wird der fehlerhafte Überlaufschutz für Schriftarten deaktiviert. Das Abschalten der Funktion setzt jedoch auch den Schutz vor den eigentlichen Sicherheitslücken außer Kraft. Eine dauerhafte Nutzung wird daher nicht empfohlen.

    Microsoft arbeitet an Dauerlösung

    Ein finales Update zur Behebung der Fehler beim Drucken sowie dem Export von PDFs befindet sich derzeit in der Vorbereitung. Die Verteilung erfolgt voraussichtlich über die kommenden regulären Windows-Patches. Bis dahin müssen Anwender auf die erwähnte Anpassung durch die Softwarehersteller hoffen oder alternative Formate nutzen.

    Seid ihr von den beschriebenen Problemen beim Drucken oder beim PDF-Export mit euren Systemen ebenfalls betroffen? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Ein .NET-Framework-Update verursacht schwere Fehler unter Windows
    • Sowohl Windows 10 als auch Windows 11 sind von den Problemen betroffen
    • Das Drucken von Dokumenten und der PDF-Export funktionieren teils nicht
    • Eine neue Sicherheitsfunktion blockiert den Zugriff auf Schriftarten
    • Als vorübergehender Workaround kann ein Entwickler-Schalter dienen
    • Microsoft arbeitet bereits an einer dauerhaften Lösung für den Fehler

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