LibreOffice-Macher kritisieren Microsofts Ribbon-GUI in Office

Die Document Foundation (TDF), Entwickler und Maintainer der Software LibreOffice, kritisiert erneut den großen Konkurrenten Microsoft Office. Diesmal steht aber nicht das Dokumentenformat, sondern die Benutzeroberfläche im Mittelpunkt.
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    Nicht für alle das Beste

    Nach Ansicht der Stiftung ist die vielfach gelobte Ribbon-Oberfläche des Microsoft-Produkts keineswegs für alle Nutzergruppen die ergonomischste oder beste Lösung. LibreOffice setze hingegen auf eine größere Auswahl an Bedienkonzepten und will diese mit der kommenden Version 26.8 noch erweitern.

    In einem aktuellen Blogbeitrag stellt die TDF die verbreitete Einschätzung infrage, wonach Microsofts Ribbon als besonders ausgereifte und ergonomische Office-Oberfläche gilt. Die Stiftung räumt zwar ein, dass die Anordnung für durchschnittlich erfahrene Nutzer durchaus leistungsfähig sein kann. Für andere Anwendergruppen sieht sie jedoch deutliche Nachteile.


    So berücksichtige Ribbon laut TDF beispielsweise nicht ausreichend die Bedürfnisse von Power-Nutzern, die möglichst viel vertikalen Platz für ihre eigentlichen Inhalte benötigen. Auch der Wechsel von einer anderen Office-Software könne durch die festgelegte Bedienlogik erschwert werden. Hinzu kämen Nutzer mit kleinen Displays, bei denen der zusätzliche Platzbedarf der Oberfläche stärker ins Gewicht fällt.

    Die TDF argumentiert außerdem, dass sich Ergonomie grundsätzlich messen lasse und eine Benutzeroberfläche deshalb nicht für jede Zielgruppe gleichermaßen geeignet sein könne. Microsoft treffe mit der ausschließlichen Verwendung des Ribbon-Konzepts bestimmte Kompromisse, die letztlich allen Kunden auferlegt würden. Eine Möglichkeit, die Oberfläche an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, gebe es in Office nur eingeschränkt.

    Wirbt mit großer Auswahl

    LibreOffice verfolge hingegen einen anderen Ansatz. Anwender können zwischen verschiedenen Bedienkonzepten wählen, darunter die klassische Kombination aus Menüs und Werkzeugleisten, eine Tabbed-Oberfläche, eine kompakte Variante, eine gruppierte Leiste, eine Seitenleiste oder ein Modus mit nur einer Werkzeugleiste. Die Nutzer sollen damit selbst entscheiden können, welche Kompromisse bei der Bedienung für sie sinnvoll sind.

    LibreOffice 26.8 soll allerdings selbst auch eine überarbeitete Tabbed-Oberfläche erhalten, die Microsofts Ribbon deutlich ähnelt. Die TDF betont jedoch, dies sei keineswegs eine Abkehr von der bisherigen Strategie. Vielmehr werde damit eine weitere Option geschaffen. Keine der bereits vorhandenen Oberflächen soll deshalb abgeschafft werden.

    Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite
    Zusammenfassung
    • Die Document Foundation kritisiert Microsofts Ribbon-Bedienkonzept
    • Laut der Stiftung ist das Ribbon-Design nicht für alle Nutzer ideal
    • Nachteile gibt es etwa bei kleinen Displays oder für Power-Nutzer
    • LibreOffice bietet stattdessen eine große Auswahl an Bedienkonzepten
    • Nutzer können die Oberfläche an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen
    • Mit Version 26.8 wird eine neue, Ribbon-ähnliche Option eingeführt

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