OnlyFans-Konkurrent ManyVids verfällt in absurde "KI-Psychose"

ManyVids galt lange als verlässliche Alternative zu OnlyFans, doch nun versinkt die Plattform in einem Chaos aus wirren KI-Texten und bizarren Verschwörungstheorien. Statt Features liefert die Führungsetage philosophische Antworten auf Support-Tickets.
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ManyVids versinkt in bizarrem KI-Chaos

Die populäre Plattform für Adult Content (oder besser gesagt: Erotik- und Porno-Inhalte) ManyVids, die ähnlich wie OnlyFans funktioniert, sorgt derzeit für massive Irritationen bei IT-Beobachtern und Nutzern. Das 2014 in Montreal gegründete Unternehmen galt lange als verlässliche Alternative im Bereich Clip-Verkauf, doch statt Updates zu Features oder Promotions veröffentlicht der offizielle Newsfeed der Seite seit einer Weile nur noch kryptische Abhandlungen.

Die Themen reichen von Metaphysik über Aliens bis hin zu einer kompletten Neustrukturierung der Weltwirtschaft durch Künstliche Intelligenz. Was zunächst wie ein technischer Defekt oder ein gehackter Account aussah, entpuppt sich als eine radikale und KI-Neuausrichtung unter der Leitung von CEO Bella French.

Das Phänomen wurde von Nutzern treffend als KI-Psychose bezeichnet. Es äußert sich in Inhalten, die wirken, als stammten sie direkt aus ungefilterten Prompts für Large Language Models (LLM). Es tauchen wirre Flussdiagramme zu einer sogenannten Adult Industry 2.0 auf, die offensichtlich unverändert aus ChatGPT-Antworten kopiert wurden.


Dazu gesellen sich kurze KI-generierte Videoclips und Bilder, die French in einem Raumanzug zeigen, während Laser aus ihren Augen schießen. Auch der technische Support scheint betroffen zu sein: Nutzer berichten von automatisierten Antworten auf Tickets, die statt Lösungen philosophische Betrachtungen über das Bewusstsein enthalten.

Wie 404 Media schreibt, steckt hinter den bizarren Postings mehr als nur ein verunglücktes Marketing-Experiment. Die Plattform propagiert neuerdings ein sogenanntes High Universal Income, bei dem KI die Arbeit übernimmt und Menschen für ihren bloßen Sinn bezahlt werden sollen. Das steht im krassen Gegensatz zum eigentlichen Geschäftsmodell der Seite, die von den Umsätzen von Sexarbeiter*innen lebt und Provisionen von bis zu 40 Prozent einbehält.

Seltsamer Strategiewechsel

Besonders brisant ist die Änderung der persönlichen Mission von Gründerin Bella French. Während sie früher die Autonomie von Sexarbeitern verteidigte, heißt das neue Ziel auf ihrer persönlichen Website nun, eine Million Menschen aus der Erwachsenenindustrie herauszuführen und Neueinsteiger zu verhindern. Für die Creator, die auf die Plattform angewiesen sind, wirkt das wie ein Verrat an der eigenen Basis. Ein Creator gab an, dass bei einem Wegfall der Plattform Einnahmen von rund 14.000 Dollar pro Jahr gefährdet wären.

Die Diskrepanz zwischen der technischen Realität der Plattform und den philosophischen Ausführungen der Geschäftsführung ist groß. Die Postings umfassen mittlerweile ein weites Spektrum an Absurditäten:

  • Diskussionen über Engelszahlen, Chakren und spirituelle Energie in offiziellen Kanälen.
  • Die Idee einer Pride Engine als neue Wirtschaftsform, die herkömmliche Steuern ersetzen soll.
  • Warnungen vor der Ausbeutung durch die Industrie, während gleichzeitig neue Creator mit Boni angeworben werden.

So mancher erinnert sich hierbei an den Versuch von OnlyFans im August 2021, pornografische Inhalte auf Druck von Bankdienstleistern zu verbannen - ein Vorhaben, das nach massivem Widerstand schnell revidiert wurde. Der Fall ManyVids liegt jedoch anders: Hier scheint der Druck nicht von externen Finanzdienstleistern zu kommen, sondern aus einer internen ideologischen Wende. Während Konkurrenten wie Fansly oder JustForFans klare Regeln für den Umgang mit KI-Inhalten aufstellen, wirkt die Strategie von ManyVids völlig erratisch.

Haltet ihr das für einen PR-Stunt oder übernimmt die KI hier wirklich die Regie? Schreibt uns eure Theorien zur Zukunft solcher Plattformen gerne in die Kommentare.

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