Xbox-Chefin teilt ihre Vision:
Massenentlassung trifft auf Größenwahn

Geschlossene Studios, tausende Entlassungen und ein völlig uto­pi­sches Ziel: Täglich soll Microsofts Xbox-Sparte "eine Milliarde Men­schen unterhalten". Das gewaltige Vorhaben des neuen Gaming-CEO Asha Sharma stößt auf viel Skepsis.
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WinFuture / KI-generiert

Umbau bei Xbox und große Ziele

Die Xbox-Sparte durchläuft derzeit die größte Umstrukturierung ihrer Geschichte. CEO Asha Sharma kündigte an, bis zum Jahr 2027 rund 3200 Stellen abzubauen und sich von mehreren Entwicklerstudios zu trennen. Gleichzeitig formulierte die Managerin das ehrgeizige Ziel, künftig jeden Tag mehr als eine Milliarde Menschen zu unterhalten.

Derzeit erreicht das Unternehmen laut eigenen Angaben rund 500 Millionen monatliche Nutzer über alle Plattformen hinweg. Um die neue Vorgabe zu erfüllen, müsste sich das nicht nur verdoppeln, sondern jeder einzelne Nutzer müsste sich auch täglich einloggen. Zum Vergleich: Steam meldete als PC-Plattform bisher 41 Millionen zeitgleiche Nutzer und Größen wie Fortnite schaffen es mit Ingame-Events auf bis zu 45 Millionen Spieler täglich.

Ich möchte, dass XBOX zu den wenigen Unternehmen gehört, die täglich mehr als eine Milliarde Menschen unterhalten und jedem die Möglichkeit geben, kreativ zu sein und Kontakte zu knüpfen. Ich weiß, dass wir dieses Ziel erreichen können. XBOX verfügt über viele der beliebtesten Franchises der Unterhaltungsgeschichte sowie über talentierte Studios auf der ganzen Welt, und wir werden 2027 wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren.
Asha Sharma, Xbox-CEO

Realität der Spielerzahlen

Ein möglicher Weg zu höheren Zahlen führt über den Markt für Smartphones. Das ebenfalls zum Konzern gehörende Entwicklerstudio King ist für das populäre Puzzlespiel Candy Crush verantwortlich. Die Applikation wurde über drei Milliarden Mal heruntergeladen und generiert enorme Umsätze. Dennoch kommt der Titel auf schätzungsweise 100 Millionen tägliche Nutzer. Das entspricht lediglich einem Zehntel der Vorgabe.

Um die Marke von einer Milliarde zu knacken, müssten weite Teile der Weltbevölkerung erreicht werden. Aktuell gibt es rund um den Globus etwa 3,2 Milliarden Videospieler, wovon viele nur gelegentlich auf dem Smartphone spielen. Das Unternehmen müsste somit fast ein Drittel aller globalen Spieler jeden Tag an seine Dienste binden. Angesichts der Entlassungen werten Beobachter das als schwierig.


Fokus auf profitables Wachstum

Die massiven Stellenstreichungen werden offiziell mit zu geringen Gewinnmargen begründet. Die Zukäufe der vergangenen Jahre, wie die Übernahme von Activision Blizzard für knapp 69 Milliarden Dollar (etwa 60 Milliarden Euro), haben bisher nicht die erhoffte Rendite erbracht. Durch die Verkleinerung sollen Kosten gesenkt und Ressourcen auf profitable Marken konzentriert werden. Zahlreiche Entwickler müssen gehen.

Ein Erklärungsansatz für die hohe Zielvorgabe ist die weite Auslegung des Begriffs "Unterhaltung". Wenn Nutzer über ihre Konsole externe Streaming-Dienste wie Netflix oder YouTube konsumieren, könnten sie ebenfalls in die interne Statistik einfließen. Auch die Integration von Cloud-Gaming in Smart-TVs spielt eine Rolle. Dennoch bleibt fraglich, wie eine schrumpfende Belegschaft das Wachstum bewältigen soll.

Haltet ihr das Ziel von einer Milliarde täglichen Nutzern für realistisch oder ist das Größenwahn? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Xbox plant bis 2027 den Abbau von rund 3200 Stellen bei Studios
  • Chefin Asha Sharma will täglich eine Milliarde Menschen erreichen
  • Die aktuelle Nutzerbasis liegt bei nur 500 Millionen monatlich noch
  • Stellenstreichungen sollen die Erträge nach Zukäufen wieder steigern
  • Erweiterte Unterhaltungsangebote könnten zum Zielwachstum beitragen

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