Gabe Newell zu Monopol-Vorwürfen:
Spieler haben "enorme Auswahl"

Valve-Chef Gabe Newell wehrt sich gegen Vorwürfe, die Plattform Steam sei ein illegales Monopol. In einer Kartellklage bestreitet er Preisdiktate für Entwickler und betont die große Auswahl. Interne Mails zeichnen jedoch ein anderes Bild.
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Kartellklage gegen Valve

Der Valve-Mitbegründer Gabe Newell hat in einer Anhörung in den USA Vorwürfe zurückgewiesen, die Plattform Steam sei ein illegales Monopol. Im Rahmen einer laufenden Kartellklage des Studios Wolfire Games aus dem Jahr 2021 musste sich der Manager zu den Geschäftspraktiken äußern. Entwickler werfen dem Unternehmen vor, den Markt für PC-Spiele zu dominieren und den Wettbewerb unzulässig zu behindern.

Im Zentrum der Kritik steht die Provision von 30 Prozent, die Valve bei jedem Verkauf auf Steam einbehält. Die Kläger argumentieren, es sei wirtschaftlich kaum machbar, auf den Vertrieb über den Marktführer zu verzichten. Newell entgegnete in seiner Aussage, dass Kunden eine enorme Auswahl hätten. Sie könnten jederzeit entscheiden, ob sie Titel für Xbox, beim Epic Games Store oder direkt beim Entwickler erwerben.

Keine Preisvorgaben für Entwickler

Ein weiterer wesentlicher Streitpunkt ist eine angebliche ungeschriebene Regel, die es Entwicklern verbiete, ihre Software auf anderen Plattformen günstiger anzubieten. Wie Bloomberg berichtet, verneinte Newell die Existenz einer solchen Vorgabe. Er gab an, dass Valve keine Richtlinien habe, die Drittanbietern feste Preise auf anderen Plattformen diktieren würden.


Solche Aussagen stehen im starken Kontrast zu internen E-Mails, die während des Verfahrens ans Licht kamen. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Valve-Mitarbeiter große Publisher wie Ubisoft oder Warner Bros davor warnten, Spiele andernorts billiger zu verkaufen. Bei Zuwiderhandlung drohten sie mit der Entfernung der betroffenen Titel von Steam. Newell wich auf mehrfache Nachfragen der Anwälte zu den Inhalten der Dokumente aus.

Für viele kleine Entwickler ist Steam einerseits ein wichtiges Werkzeug, um überhaupt ein großes Publikum zu erreichen. Die Plattform übernimmt Serverwartung, Zahlungsabwicklung und den Vertrieb. Andererseits sehen 72 Prozent der befragten Branchenvertreter in einer aktuellen Umfrage Steam als klares Monopol an. Die hohe Marktmacht schüre in der Branche die Angst vor möglichen Sanktionen und erschwere Verhandlungen über niedrigere Gebühren.

Hohe Strafen in Europa möglich

Neben dem Verfahren in den USA sieht sich Valve auch in Großbritannien mit rechtlichen Problemen konfrontiert. Dort läuft eine massive Sammelklage, die dem Konzern ebenfalls überhöhte Provisionen und die Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung vorwirft. Verbraucherschützer fordern Entschädigungen für Millionen von Spielern, die durch die hohen Gebühren indirekt mehr für ihre Spiele bezahlen mussten.

Sollte das Gericht im Vereinigten Königreich gegen Valve entscheiden, drohen finanzielle Konsequenzen für das Unternehmen. Die Kläger streben eine Strafzahlung von bis zu 900 Millionen Dollar (etwa 773 Millionen Euro) an. Das gesammelte Geld soll nach Abschluss des Verfahrens an die betroffenen Käufer ausgeschüttet werden. Das Unternehmen hat sich zu dem laufenden britischen Verfahren bisher nicht ausführlich geäußert.

Wie beurteilt ihr die Marktmacht von Steam? Teilt eure unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen gerne unten in den Kommentaren mit uns.

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Zusammenfassung
  • Gabe Newell weist die Vorwürfe einer Monopolstellung von Steam zurück
  • Das Studio Wolfire Games kritisiert die hohe Provision von 30 Prozent
  • Interne E-Mails belegen Druck auf Publisher bezüglich der Preisgestaltung
  • Rund 72 Prozent der Branchenvertreter sehen Steam als klares Monopol an
  • Britische Kläger fordern Entschädigungen von bis zu 900 Millionen Dollar
  • Entwickler nutzen Steam für die Reichweite trotz Angst vor Sanktionen

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