Speicherkrise: KI-Konzerne wollen Ausbau der Fertigung finanzieren
In der durch den KI-Boom ausgelösten Speicherkrise sind die Aussichten düster. Um dennoch so schnell wie möglich riesige Mengen an Speicher zu erlangen, wollen die Großkonzerne jetzt angeblich sogar den Bau neuer Fertigungen selbst bezahlen.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat der koreanische Speichergigant SK Hynix Angebote von Großkunden erhalten, bei denen die Kunden selbst für den Ausbau der Fertigungsstraßen für DRAM- und NAND-Speicher aufkommen wollen. Die Kunden würden dabei die Finanzierung der Anlagen übernehmen.
Dabei soll im Raum stehen, dass die Abnehmer der fertigen Chips direkt in den Aufbau dedizierter Fertigungsstraßen für ihre Bedürfnisse investieren könnten. Andere Kunden sollen wiederum vorgeschlagen haben, die Belichtungsanlagen für EUV-Lithografie (Extreme Ultraviolet) des niederländischen Herstellers ASML zu finanzieren.
Für die Speicherhersteller würden direkte Investitionen in den Aufbau von Kapazitäten mit Kundengeldern nicht nur die langfristige Bindung an diese Abnehmer bedeuten. Gleichzeitig würden sie auch ihr Quasi-Monopol verlieren, bei dem die von den Kunden zu zahlenden Preise seit langer Zeit immer wieder durch eine gezielte Begrenzung der Kapazitäten in die Höhe getrieben werden.
Zuletzt hatten die Speichergiganten Samsung, SK Hynix und Micron vor allem darauf gesetzt, mit ihren Kunden möglichst langfristige Verträge abzuschließen, bei denen sie auch weiterhin hohe Preise verlangen können und gleichzeitig auf Jahre angelegte Abnahmegarantien haben. Die Vorschläge zu direkten Investitionen der Kunden in bestimmte Anlagen werden deshalb von SK Hynix nach eigenen Angaben zunächst eingehend geprüft.
Siehe auch:
SK Hynix erhält Angebote von Tech-Giganten
Weil die Technologiekonzerne beim Ausbau ihrer KI-Rechenzentren an Grenzen stoßen, suchen sie händeringend nach Quellen für mehr Arbeits- und Flash-Speicher. Weil Milliardensummen im Spiel sind, bieten sie den Speicherherstellern sogar an, den Aufbau neuer Kapazitäten zu finanzieren.Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat der koreanische Speichergigant SK Hynix Angebote von Großkunden erhalten, bei denen die Kunden selbst für den Ausbau der Fertigungsstraßen für DRAM- und NAND-Speicher aufkommen wollen. Die Kunden würden dabei die Finanzierung der Anlagen übernehmen.
Dabei soll im Raum stehen, dass die Abnehmer der fertigen Chips direkt in den Aufbau dedizierter Fertigungsstraßen für ihre Bedürfnisse investieren könnten. Andere Kunden sollen wiederum vorgeschlagen haben, die Belichtungsanlagen für EUV-Lithografie (Extreme Ultraviolet) des niederländischen Herstellers ASML zu finanzieren.
Ansatz in der Speicherbranche völlig neu
Der Aufbau dedizierter Fertigungsstraßen für bestimmte Kunden ist bisher im Markt für Speicher nicht üblich. Zwar gibt es derartige Ansätze schon lange bei der Fertigung anderer Chips, doch die NAND- und DRAM-Hersteller produzierten bisher immer auf eigene Faust und verkauften ihre Produkte auf einem freien Markt.Für die Speicherhersteller würden direkte Investitionen in den Aufbau von Kapazitäten mit Kundengeldern nicht nur die langfristige Bindung an diese Abnehmer bedeuten. Gleichzeitig würden sie auch ihr Quasi-Monopol verlieren, bei dem die von den Kunden zu zahlenden Preise seit langer Zeit immer wieder durch eine gezielte Begrenzung der Kapazitäten in die Höhe getrieben werden.
Zuletzt hatten die Speichergiganten Samsung, SK Hynix und Micron vor allem darauf gesetzt, mit ihren Kunden möglichst langfristige Verträge abzuschließen, bei denen sie auch weiterhin hohe Preise verlangen können und gleichzeitig auf Jahre angelegte Abnahmegarantien haben. Die Vorschläge zu direkten Investitionen der Kunden in bestimmte Anlagen werden deshalb von SK Hynix nach eigenen Angaben zunächst eingehend geprüft.
Zusammenfassung
- KI-Boom löst Speicherkrise aus - Tech-Konzerne suchen händeringend Speicher
- Großkunden bieten an, neue Fertigungsstraßen vollständig zu finanzieren
- SK Hynix erhielt konkrete Angebote für den Bau dedizierter Kapazitäten
- Kunden wollen sogar ASML-EUV-Lithografieanlagen mitfinanzieren
- Im Speichermarkt war diese Praxis bisher nicht üblich
- Speicherhersteller könnten durch Direktinvestitionen ihr Quasi-Monopol verlieren
- Bisherige Strategie: Langfristige Verträge mit hohen Preisen und Abnahmegarantie
- SK Hynix prüft nach eigenen Angaben derzeit alle eingegangenen Angebote
Siehe auch:
- Teures iPhone: Preise für Speicher sollen sich bis 2027 vervierfachen
- Speicherkrise: GPU-Marke Galax wird von Palit absorbiert (Update)
- Speicherkrise: SK Hynix meldet 5x mehr Gewinn
- Speicherkrise: Auch neue Macs werden sich nun wohl verspäten
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Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
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