Speicherkrise: GPU-Marke Galax wird von Palit absorbiert (Update)

Die enorm gestiegenen Speicherpreise haben offenbar das erste Opfer unter den Grafikkartenherstellern gefordert. Die Marke Galax wird künftig vom Mutterunternehmen Palit vermarktet, während das bisher eigenständige Unternehmen dahinter verschwindet.
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Galax
Update 14:30 Uhr: Inzwischen hat sich Palit als Eigner von Galax zu dem Thema geäußert. Wie das Unternehmen nach einiger Verwirrung klarstellte, will man auch weiterhin Grafikkarten unter der Marke Galax sowie unter den Markennamen KFA2 und "HoF" (Hall of Fame) anbieten. An deren Verfügbarkeit ändert sich den Angaben zufolge nichts.

Was sich aber ändert ist, dass die Marken künftig allesamt unter dem Dach von Palit arbeiten, Galax also seine bisherige weitgehende Eigenständigkeit verliert. Palit fasse seine Marken im taiwanischen Hauptquartier zusammen, um so die "operative Effizienz" und "Synergien über Abteilungen hinweg" zu fördern.

Hinter dem Marketing-Sprech steckt nach wie vor der Wunsch, die Kosten zu senken, schließlich dürfte es durchaus Probleme geben, angesichts enorm gestiegener Speicherpreise weiter profitabel zu bleiben. Nvidia schraubt zudem die Zahl der Grafikchips, die man den Anbietern von Zusatzgrafikkarten für den Einsatz in Gaming-PCs zur Verfügung stellt, seit einiger Zeit immer weiter zurück. /Update

Lieferengpässe wegen KI-Boom als Grund

Die chinesische Grafikkartenmarke Galax hat sich überraschend vom Markt zurückgezogen. Das Unternehmen hatte bis zuletzt eine Vielzahl von Zusatzgrafikkarten angeboten, die auf GPUs von Nvidia basieren. Mit KFA2 betrieb man auch eine "Premium-Marke für den Europäischen Markt", wobei offen ist, wie es damit weitergehen soll.

Galax bestätigte den Ausstieg aus dem Grafikkartenmarkt gegenüber dem US-Portal Wccftech. Dort hatte man zunächst gemeldet, dass die Firma aufgelöst und alle Mitarbeiter entlassen worden seien. Als Grund wurden "Lieferengpässe diverser Rohmaterialien, ausgelöst durch die KI-Ära" genannt.


Ab sofort übernimmt der in Taiwan ansässige Hersteller Palit den Abverkauf verbleibender Bestände von Galax-Grafikkarten. Außerdem will sich Palit auch um die Abwicklung eventuell auftretender Kundendienstaufgaben kümmern, also im Garantiefall oder bei Defekten im Rahmen der im jeweiligen Land gültigen Regelungen Hilfe leisten.

Der Grund dafür, dass Palit im Zuge des Ausstiegs von Galax aus dem Grafikkartenmarkt einspringt, dürfte darin bestehen, dass das Galax bereits 2008 von Palit Microsystems übernommen wurde. Kurioserweise hat Galax auf allen seinen Social-Media-Kanälen bisher noch nicht über den Ausstieg aus dem Geschäft mit Zusatz-GPUs informiert. Dort wurden teilweise erst gestern neue Marketing-Inhalte veröffentlicht.

In Europa war Galax mit seiner hauseigenen "Premium-Marke" KFA2 aktiv und vermarktete die zu den asiatischen Modellen baugleichen GPUs aus seiner Produktion unter diesem Namen. Auch im Fall von KFA2 gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass das Unternehmen seine Aktivitäten eingestellt und die Mitarbeiter entlassen hat. Möglicherweise will Palit die Marken also als direkte Ableger weiterführen.

Angesichts des plötzlichen Endes von Galax darf man sich auch die Frage stellen, inwiefern Palit Microsystems ebenfalls ums Überleben kämpft. In einer ebenfalls von Wccftech veröffentlichten Stellungnahme von Palit verkündete das Unternehmen, dass man die Marke Galax zum 1. April 2026 vollständig integrieren und künftig weiter betreiben wolle.

Zusammenfassung
  • Die Grafikkartenmarke Galax hat sich überraschend vom Markt zurückgezogen
  • Lieferengpässe und gestiegene Speicherpreise werden als Grund für den Ausstieg genannt
  • Palit übernimmt den Abverkauf verbleibender Galax-Grafikkartenbestände
  • Kundendienst und Garantiefälle sollen künftig von Palit abgewickelt werden
  • Galax war bereits 2008 von Palit Microsystems übernommen worden
  • In Europa war Galax mit der Marke KFA2 aktiv, die Zukunft bleibt unklar
  • Palit gab zum 1. April 2026 vollständige Integration bekannt

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