Seagate: Bis neue Speicher-Werke fertig wären, ist der KI-Hype vorbei

Aktuelle Aussagen von Seagate-Chef Dave Mosley haben an den Börsen Sorgen über mögliche Engpässe bei Speichertechnologien für den boomenden KI-Markt ausgelöst. Denn das Unternehmen hält es für unnötig, neue Werke für Speicherchips zu bauen.
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Halbleiter haben lange Zyklen

Hintergrund ist die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Speicherchips, war vor allem durch den boomenden Bau neuer KI-Datenzentren vorangetrieben wurde. Mosley machte laut CNBC allerdings deutlich, dass ein schneller Ausbau der Fertigung kaum möglich sei. Neue Fabriken zu errichten oder zusätzliche Maschinen in Betrieb zu nehmen, würde Jahre dauern und aufgrund der Ressourcen-Verschiebung zugleich die Weiterentwicklung bestehender Technologien bremsen.

Ein übereilter Kapazitätsausbau könne daher mehr Probleme schaffen als lösen, erklärte der Manager. Zumal ohnehin unsicher sei, wie lange der Bau-Boom bei den Datenzentren noch anhalte. Das heißt letztlich: Der Seagate-Chef befürchtet, dass der Hype vorüber ist, wenn die neuen Produktionsanlagen in Betrieb gehen. Dann würde man nach hohen Investitionen mit Kapazitäten dastehen, die in diesem Umfang gar nicht mehr gebraucht würden.


Angesichts der langen Produktionszyklen in der Halbleiterindustrie wäre das kein unrealistisches Szenario. Zwischen Planung, Fertigung und Auslieferung eines einzelnen Speicherprodukts liegen oft viele Quartale. Gleichzeitig wächst der Bedarf durch milliardenschwere KI-Investitionen aktuell aber viel schneller als erwartet. Marktteilnehmer fragen sich daher zunehmend, wie lange Speicherhersteller die enorme Nachfrage überhaupt bedienen können.

Um Planungssicherheit bemüht

Mosley betonte, Seagate versuche, seinen Kunden möglichst früh Planungssicherheit zu geben. Das Unternehmen könne bereits heute relativ genau abschätzen, welche Produkte in einem Jahr verfügbar sein werden. Kunden aus dem Rechenzentrumsbereich hätten deshalb die Möglichkeit, Speicherlösungen lange im Voraus zu reservieren. Seagate wolle damit eine verlässliche Sicht auf die kommenden vier bis fünf Quartale gewährleisten. Dennoch liege die tatsächliche Nachfrage inzwischen deutlich über diesen Prognosen.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Marktes zeigt sich inzwischen auch an anderer Stelle: Die Terminbörse CME Group kündigte einen neuen Futures-Markt für Halbleiter an. Händler und Unternehmen sollen damit künftig Preise absichern und sich gegen steigende Kosten für Chips und Rechenleistung schützen können.
Zusammenfassung
  • Seagate-CEO Mosley hält Bau neuer Speicherwerke für unnötig und warnt vor Überkapazitäten
  • Starke Nachfrage nach Speicherchips wird durch boomenden KI-Datenzentrenbau angetrieben
  • Neue Fabriken brauchen Jahre und bremsen die Entwicklung bestehender Technologien
  • Seagate-Chef befürchtet, dass KI-Hype vorüber ist, wenn neue Werke fertig wären
  • Zwischen Planung und Auslieferung von Speicherprodukten liegen oft mehrere Quartale
  • Speicherlösungen bei Seagate können Kunden frühzeitig reservieren für bessere Planung
  • CME Group startet neuen Futures-Markt für Halbleiter zur Preissicherung für Händler

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