Europäischer Bezahldienst:
Wero kämpft mit gravierenden Problemen

Hohe Risiken und noch viele Unklarheiten: Das Bezahlsystem Wero scheitert hart an der Praxis. Große deutsche Online-Händler meiden die Umstellung konsequent. US-Konkurrenten profitieren derweil massiv von dieser anhaltenden Stagnation.
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Unsplash / Nathan Dumlao

Schleppender Start für Wero

Fünf Monate nach dem Start im Onlinehandel kommt der europäische Bezahldienst Wero nur schleppend voran. Die European Payments Initiative (EPI) will mit dem Projekt eine Alternative zu US-Diensten wie PayPal schaffen und die finanzielle Abhängigkeit Europas verringern.

Große deutsche Online-Shops integrieren die Methode jedoch kaum, wie das Handelsblatt herausgefunden hat.


Gründe sind der hohe technische Aufwand und finanzielle Risiken bei der Anpassung bestehender Systeme. Die größten Hürden umfassen damit die Integration in IT-Infrastrukturen, unklare Retourenprozesse sowie die bereits große Marktmacht von Apple Pay und Google Pay.

Verbraucher bevorzugen weiterhin SEPA-Lastschriften oder Kreditkarten. Die Handelsblatt-Umfrage zeigt, dass große deutsche Händler Wero-Rechnungsbezahlung nicht anbieten. Selbst bei zunächst interessierten Unternehmen fehlen konkrete Umsetzungspläne.

Das Projekt kostete rund 38 Millionen Euro und wird von 14 europäischen Banken getragen. Ohne Top-Händler mangelt es an Sichtbarkeit.

Infrastruktur birgt neue Risiken

Wero listet über 300 kleinere Händler in Deutschland, Frankreich und Belgien. Teile der Infrastruktur laufen auf Amazon Web Services. Das US-Gesetz CLOUD Act erlaubt US-Behörden unter Bedingungen Zugriff auf Daten, daher sollte Wero ein wichtiges Angebot in der EU werden. Die EPI beteuert die volle Kontrolle über die Nutzerdaten und umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen.

Konkurrenz profitiert von Stagnation

PayPal profitiert als Marktführer mit hoher Reichweite und Käuferschutz von den zögerlichen Umsetzungen von Alternativen.

Nutzt ihr bereits Wero für eure täglichen Online-Einkäufe oder verlasst ihr euch weiterhin lieber auf etablierte Dienste? Teilt eure Erfahrungen zu dem Thema gerne in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Wero kommt fünf Monate nach dem Start im Onlinehandel nur schleppend voran
  • Große deutsche Online-Händler integrieren die Bezahlmethode bislang kaum
  • Hoher technischer Aufwand und unklare Retourenprozesse bremsen Wero aus
  • Das Projekt kostete rund 45 Millionen US-Dollar und wird von Banken getragen
  • Teile der Infrastruktur laufen auf dem US-Dienst Amazon Web Services
  • PayPal profitiert als Marktführer massiv von Weros anhaltender Stagnation
  • Wero listet bisher über 300 kleinere Händler in drei europäischen Ländern

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