Mobile Wallets und Echtzeit-Überweisungen verändern das Bezahlen

Bezahlen wird schneller, digitaler und mobiler. Mobile Wallets und Instant Payments verändern den Zahlungsverkehr spürbar und stellen Bargeld zunehmend in den Schatten. Welche Zahlungs­methode setzt sich aus Verbrauchersicht wirklich durch?
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Unsplash / Nathan Dumlao

Mobile Wallets auf dem Vormarsch

Eine aktuelle Studie von BearingPoint und OeNPAY zeigt den Zahlungsmarkt in Europa in einem deutlichen Umbruch, denn Bargeld verliert zunehmend an Bedeutung und elektronische Verfahren prägen immer selbstverständlicher den Alltag.

Nach Angaben der "Retail-Payments-Market-Studie 2025" wurden im Jahr 2023 in den untersuchten europäischen Märkten mehr als 100 Milliarden bargeldlose Transaktionen gezählt. Das Wachstum zeigt sich sowohl in etablierten Industrienationen als auch in aufholenden Märkten. Bezahlt wird immer häufiger mobil, kontaktlos und in Echtzeit.


Kartenzahlungen bleiben dabei das Rückgrat des Zahlungsverkehrs. Gleichzeitig holen Mobile Wallets deutlich auf. Dienste wie Apple Pay oder Google Pay werden in vielen Ländern zum selbstverständlichen Begleiter an der Ladenkasse. In Finnland und Schweden erfolgt der überwiegende Teil der Zahlungen bereits kontaktlos. Das Smartphone ersetzt dort zunehmend Portemonnaie und Bargeld.

Auch im deutschsprachigen Raum nimmt die Nutzung digitaler Bezahlmethoden zu. In der Schweiz hat sich mit TWINT ein nationales System fest etabliert. In Deutschland und Österreich gewinnen vor allem internationale Wallet-Anbieter Marktanteile, während mobile Bankkarten häufiger eingesetzt werden als noch vor wenigen Jahren.

Ein weiterer Treiber ist der Vormarsch von Instant Payments. Die Studie sieht auch Echtzeit-Überweisungen kurz vor dem Durchbruch. Sinkende Kosten und neue europäische Vorgaben, darunter die geplante Instant-Payment-Verordnung, beschleunigen die Entwicklung. In Deutschland und Österreich werden SEPA-Instant-Zahlungen zunehmend verfügbar, während die Schweiz bereits über ein flächendeckendes Echtzeitsystem verfügt. Infografik: Bargeldnutzung bleibt stabil, Mobile Payment nimmt zuBargeldnutzung bleibt stabil, Mobile Payment nimmt zu

Klassische Dienstleister im Rückwärtsgang

Parallel dazu verschiebt sich der Kontaktpunkt zum Kunden. FinTechs, Neobanken und große Technologiekonzerne besetzen immer mehr Schnittstellen im Zahlungsverkehr. Klassische Bankdienstleistungen werden dadurch aufgebrochen. In Deutschland wächst der FinTech-Markt laut Studie auf ein Volumen von mehr als 14 Milliarden US-Dollar.

Regulatorische Vorhaben wie MiCA, PSD3 und DORA sollen europaweit für mehr Sicherheit und Transparenz sorgen. Gleichzeitig erhöhen sie die Komplexität für Anbieter. Die Studie zeigt zudem Unterschiede im Innovationstempo: Während Länder wie die Schweiz und Schweden beim digitalen Bezahlen vorn liegen, bleibt Bargeld in Deutschland und Österreich weiterhin verbreitet, verliert jedoch schrittweise an Bedeutung.

Wie geht ihr mit dem Wandel um - seid ihr Team Bargeld oder Team Wallet?

Zusammenfassung
  • Mobile Wallets und Instant Payments verändern den Zahlungsverkehr deutlich
  • Über 100 Milliarden bargeldlose Transaktionen wurden 2023 in Europa gezählt
  • Kartenzahlungen bleiben wichtig, während Mobile Wallets stark aufholen
  • In Skandinavien erfolgen Zahlungen überwiegend kontaktlos per Smartphone
  • Echtzeit-Überweisungen stehen durch sinkende Kosten vor dem Durchbruch
  • FinTechs und Tech-Konzerne übernehmen zunehmend Zahlungsschnittstellen
  • Deutschland und Österreich halten am Bargeld fest, nutzen es aber weniger

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