Bitcoin: Lösung gegen Quantencomputer-Angriffe könnte fertig sein
Ein führender Bitcoin-Entwickler hat nach eigenen Angaben eine technische Lösung entwickelt, die Nutzern im Falle eines Quantencomputer-Angriffs den Zugriff auf ihre Wallets sichern soll.
Als Reaktion darauf wird in der Entwicklergemeinschaft seit Längerem über verschiedene Schutzmaßnahmen diskutiert. Ein Vorschlag sieht vor, neue, quantensichere Wallet-Typen einzuführen, in die Nutzer ihre Bestände rechtzeitig übertragen sollen. Doch dieser Umstieg benötigt Zeit und nicht alle Nutzer würden ihn wohl rechtzeitig vollziehen.
Deshalb existiert zusätzlich die Idee einer drastischen Notfallmaßnahme, oft als "Emergency Brake" bezeichnet. Dabei würde das bisherige System digitaler Signaturen im gesamten Netzwerk abgeschaltet, bevor Angreifer es ausnutzen können. Allerdings hätte dieser Schritt gravierende Nebenwirkungen: Viele moderne Wallets, insbesondere solche auf Basis der seit 2021 verbreiteten Taproot-Technologie, sind vollständig auf dieses Signatursystem angewiesen. Ohne alternative Zugriffsmöglichkeit wären die darin gespeicherten Bitcoins selbst für ihre Besitzer unerreichbar.
Technisch ist die Lösung bereits einsatzfähig: Die Erstellung eines entsprechenden Nachweises dauert laut Entwickler auf handelsüblicher Hardware weniger als eine Minute, die Überprüfung nur wenige Sekunden. Eine Integration in das Bitcoin-Netzwerk ist bislang jedoch nicht geplant, und die Dringlichkeit der Bedrohung durch Quantencomputer wird unter Fachleuten weiterhin unterschiedlich bewertet. Diese Systeme befinden sich immerhin noch im frühen Stadium ihrer Entwicklung und wann sie leistungsfähig genug für Angriffe auf die Bitcoin-Krypto sind, ist noch völlig unklar.
Siehe auch:
Suche nach Sicherheit
Olaoluwa "Roasbeef" Osuntokun, Technikchef des Unternehmens Lightning Labs, stellte jetzt einen funktionsfähigen Prototyp vor, wie das Magazin Coindesk berichtet. Dieser soll eine kritische Schwachstelle in den bisherigen Notfallplänen des Bitcoin-Netzwerks schließen. Hintergrund ist die Sorge, dass leistungsfähige Quantencomputer zukünftig die derzeit eingesetzte Kryptografie brechen könnten. In einem solchen Szenario könnten Angreifer aus öffentlich einsehbaren Blockchain-Daten private Schlüssel ableiten und so auf fremde Guthaben zugreifen.Als Reaktion darauf wird in der Entwicklergemeinschaft seit Längerem über verschiedene Schutzmaßnahmen diskutiert. Ein Vorschlag sieht vor, neue, quantensichere Wallet-Typen einzuführen, in die Nutzer ihre Bestände rechtzeitig übertragen sollen. Doch dieser Umstieg benötigt Zeit und nicht alle Nutzer würden ihn wohl rechtzeitig vollziehen.
Deshalb existiert zusätzlich die Idee einer drastischen Notfallmaßnahme, oft als "Emergency Brake" bezeichnet. Dabei würde das bisherige System digitaler Signaturen im gesamten Netzwerk abgeschaltet, bevor Angreifer es ausnutzen können. Allerdings hätte dieser Schritt gravierende Nebenwirkungen: Viele moderne Wallets, insbesondere solche auf Basis der seit 2021 verbreiteten Taproot-Technologie, sind vollständig auf dieses Signatursystem angewiesen. Ohne alternative Zugriffsmöglichkeit wären die darin gespeicherten Bitcoins selbst für ihre Besitzer unerreichbar.
Wallet ohne Signatur
Genau hier setzt Osuntokuns Ansatz an. Sein Prototyp ermöglicht es, die Eigentümerschaft einer Wallet nicht über eine digitale Signatur nachzuweisen, sondern über den ursprünglichen geheimen Startwert (Seed), aus dem die Wallet erzeugt wurde. Dabei wird dieser Seed nicht offengelegt, sodass andere Wallets desselben Ursprungs geschützt bleiben.Technisch ist die Lösung bereits einsatzfähig: Die Erstellung eines entsprechenden Nachweises dauert laut Entwickler auf handelsüblicher Hardware weniger als eine Minute, die Überprüfung nur wenige Sekunden. Eine Integration in das Bitcoin-Netzwerk ist bislang jedoch nicht geplant, und die Dringlichkeit der Bedrohung durch Quantencomputer wird unter Fachleuten weiterhin unterschiedlich bewertet. Diese Systeme befinden sich immerhin noch im frühen Stadium ihrer Entwicklung und wann sie leistungsfähig genug für Angriffe auf die Bitcoin-Krypto sind, ist noch völlig unklar.
Zusammenfassung
- Entwickler Osuntokun präsentiert Schutz gegen Quantencomputer-Angriffe
- Quantencomputer könnten künftig Bitcoins Kryptografie brechen
- Eine Notbremse könnte digitale Signaturen im Netzwerk abschalten
- Taproot-Wallets wären ohne alternative Zugriffsmöglichkeit blockiert
- Der Prototyp nutzt den geheimen Seed statt digitaler Signaturen
- Nachweiserstellung dauert auf normaler Hardware weniger als eine Minute
- Zeitpunkt realer Quantencomputer-Bedrohung ist noch völlig unklar
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