Rückfall in die 90er: Moskau seit Wochen ohne mobiles Internet
Die Bewohner der russischen Hauptstadt Moskau müssen seit Wochen fast vollständig auf Internet-Verbindungen per Mobilfunk verzichten. Zentrale Dienste wie Navigation, Liefer-Apps oder Messenger funktionieren für Millionen Menschen nicht mehr.
Offiziell begründen russische Behörden die Einschränkungen mit Sicherheitsmaßnahmen. Angesichts "zunehmend ausgefeilter Angriffsmethoden" aus der Ukraine sei es notwendig, Kommunikationsnetze zeitweise zu kontrollieren. Ähnliche Störungen wurden bereits in Grenzregionen gemeldet, doch nun sind auch Machtzentren wie Moskau und Sankt Petersburg betroffen.
Experten sehen jedoch weitere Motive. Neben militärischen Erwägungen könnte es sich um einen Test handeln, wie effektiv sich Informationen im Inland kontrollieren lassen, etwa im Fall neuer Mobilisierungsmaßnahmen für den Krieg. Auch eine Vorbereitung auf umfassendere Internetsperren wird diskutiert. Studien westlicher Thinktanks legen nahe, dass die Regierung mögliche Proteste frühzeitig eindämmen will.
Es gibt allerdings auch eine recht einfache Erklärung: Die Abschaltungen in Moskau begannen, als klar wurde, wie das iranische geistliche Oberhaupt durch einen israelischen Angriff getötet wurde: Zuvor hatten die Israelis lange zahlreiche Überwachungskameras gehackt und Bewegungsprofile von Sicherheitsleuten ausgewertet, um den Aufenthaltsort des Mannes herauszufinden. Die Daten wurden jeweils über das Mobilfunknetz ausgeleitet. Gut möglich, dass der russische Präsident Wladimir Putin nun fürchtet, vor der gleichen Situation zu stehen.
Parallel dazu treibt der Staat den Ausbau eines kontrollierten Internets voran. Neben bestehenden Blockaden westlicher Plattformen wird an einem sogenannten "souveränen Internet" gearbeitet, das Russland stärker vom globalen Netz abkoppeln könnte. Zudem soll eine staatliche Messaging-App zukünftig zentrale Funktionen wie Kommunikation, Bezahlung und Behördenkontakte bündeln und vor allem Telegram ersetzen.
Trotz humorvoller Reaktionen in sozialen Netzwerken, etwa Witzen über Brieftauben, ist die Lage für viele Menschen ernst. Besonders kritisch sind die Folgen für medizinische Anwendungen oder digitale Überwachungssysteme im Alltag. Die anhaltenden Störungen verstärken daher die Sorge vor wachsender staatlicher Kontrolle und einer weiteren Einschränkung digitaler Freiheiten.
Siehe auch:
Alte Technik kommt wieder
Die Ausfälle gelten als beispiellos in ihrem Ausmaß. Selbst grundlegende Funktionen wie Telefonate oder SMS sind teils beeinträchtigt, wie aus einem CNN-Bericht hervorgeht. Viele Menschen greifen daher zu improvisierten Lösungen: Walkie-Talkies, gedruckte Stadtpläne oder sogar Pager erleben eine unerwartete Nachfrage. Zumindest der Internetzugang über stationäre Anschlüsse mit WLAN-Hotspot bleibt aber weitgehend nutzbar.Offiziell begründen russische Behörden die Einschränkungen mit Sicherheitsmaßnahmen. Angesichts "zunehmend ausgefeilter Angriffsmethoden" aus der Ukraine sei es notwendig, Kommunikationsnetze zeitweise zu kontrollieren. Ähnliche Störungen wurden bereits in Grenzregionen gemeldet, doch nun sind auch Machtzentren wie Moskau und Sankt Petersburg betroffen.
Experten sehen jedoch weitere Motive. Neben militärischen Erwägungen könnte es sich um einen Test handeln, wie effektiv sich Informationen im Inland kontrollieren lassen, etwa im Fall neuer Mobilisierungsmaßnahmen für den Krieg. Auch eine Vorbereitung auf umfassendere Internetsperren wird diskutiert. Studien westlicher Thinktanks legen nahe, dass die Regierung mögliche Proteste frühzeitig eindämmen will.
Es gibt allerdings auch eine recht einfache Erklärung: Die Abschaltungen in Moskau begannen, als klar wurde, wie das iranische geistliche Oberhaupt durch einen israelischen Angriff getötet wurde: Zuvor hatten die Israelis lange zahlreiche Überwachungskameras gehackt und Bewegungsprofile von Sicherheitsleuten ausgewertet, um den Aufenthaltsort des Mannes herauszufinden. Die Daten wurden jeweils über das Mobilfunknetz ausgeleitet. Gut möglich, dass der russische Präsident Wladimir Putin nun fürchtet, vor der gleichen Situation zu stehen.
Wirtschaft hat Probleme
Die Auswirkungen der Abschaltungen sind bereits wirtschaftlich messbar: Innerhalb weniger Tage könnten Unternehmen Verluste in Milliardenhöhe erlitten haben, insbesondere in Branchen wie Lieferdiensten, Taxi-Services und Online-Handel. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit in der Bevölkerung. Einige Bürger berichten, ihre Arbeit sei kaum noch möglich, andere fürchten weitere Einschränkungen bis hin zu einem vollständigen digitalen Abschottungssystem.Parallel dazu treibt der Staat den Ausbau eines kontrollierten Internets voran. Neben bestehenden Blockaden westlicher Plattformen wird an einem sogenannten "souveränen Internet" gearbeitet, das Russland stärker vom globalen Netz abkoppeln könnte. Zudem soll eine staatliche Messaging-App zukünftig zentrale Funktionen wie Kommunikation, Bezahlung und Behördenkontakte bündeln und vor allem Telegram ersetzen.
Trotz humorvoller Reaktionen in sozialen Netzwerken, etwa Witzen über Brieftauben, ist die Lage für viele Menschen ernst. Besonders kritisch sind die Folgen für medizinische Anwendungen oder digitale Überwachungssysteme im Alltag. Die anhaltenden Störungen verstärken daher die Sorge vor wachsender staatlicher Kontrolle und einer weiteren Einschränkung digitaler Freiheiten.
Zusammenfassung
- Moskau leidet seit Wochen unter massivem Ausfall des mobilen Internets
- Navigation, Messenger und Liefer-Apps funktionieren nicht mehr richtig
- Menschen nutzen Walkie-Talkies, Pager und gedruckte Stadtpläne als Ersatz
- Behörden begründen die Störungen mit Sicherheitsmaßnahmen gegen die Ukraine
- Experten vermuten Tests zur Informationskontrolle und Protestprävention
- Unternehmen erleiden binnen Tagen wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe
- Russland arbeitet an einem staatlich kontrollierten souveränen Internet
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Christian Kahle
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