Russland schreibt auf neuen Smartphones eigenen Max-Messenger vor
Russland macht Ernst: Bald muss bei allen neuen Smartphones und Tablets im Land die staatlich geförderte Messenger-App Max vorinstalliert werden. Die Alternative zu WhatsApp ist kein Überwachungstool, versichern die Macher. Bestimmt!
Max wurde im März vom (mittlerweile) staatlich kontrollierten Social-Media-Dienst VK als Nachfolger für VK Messenger eingeführt. Die Anwendung ermöglicht es Nutzern, Nachrichten zu versenden, Audio- und Videoanrufe zu führen sowie Geld zu überweisen. Künftig sollen weitere Funktionen wie die Integration einer Reisebuchungs-App hinzukommen.
Im Juni erklärte der Minister für digitale Entwicklung, Maksut Schadajew, bei einem Treffen zwischen Wladimir Putin und Mitgliedern der russischen Regierung, dass Max zu einem offiziellen nationalen russischen Messenger entwickelt werden soll. Als Vorbilder dienen dabei Line in Japan, KakaoTalk in Südkorea oder WeChat in China. Bereits 18 Millionen Nutzer haben die App heruntergeladen, obwohl sich Teile noch in der Testphase befinden.
WhatsApp, das im Juli 97,3 Millionen Nutzer in Russland erreichte, warf der Regierung vor, Russen den Zugang zu sicherer Kommunikation zu verwehren. Telegram mit 90,8 Millionen Nutzern betonte, aktiv gegen den schädlichen Einsatz seiner Plattform vorzugehen. Im Vergleich dazu lag der VK Messenger, ein Angebot derselben Firma, die Max entwickelt hat, bei nur 17,9 Millionen Nutzern.
Die App ähnelt dem chinesischen WeChat, das Nutzern eine All-in-one-Plattform für Nachrichten, soziale Medien, Zahlungen und Reservierungen bietet. Experten gehen davon aus, dass die Nutzeraktivitäten bei WeChat unter starker staatlicher Überwachung stehen. Zusätzlich zu Max wird ab September auch Russlands heimischer App-Store RuStore auf Apple-Geräten vorinstalliert, und ab Januar 2026 muss die russischsprachige TV-App Lime HD-TV auf allen Smart-TVs verfügbar sein.
Wie seht ihr diese Entwicklung? Ist die Vorinstallation staatlicher Apps ein legitimes Mittel zur digitalen Souveränität oder ein Schritt in Richtung Überwachungsstaat? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
Neue Pflicht-App für alle Geräte
Die russische Regierung hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: Ab dem 1. September müssen alle neuen Mobiltelefone und Tablets im Land die staatliche Messenger-App Max aufweisen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist diese Maßnahme Teil der Bemühungen Moskaus, während der anhaltenden Konfrontation mit dem Westen über die Ukraine eine stärkere Kontrolle über den digitalen Raum zu erlangen.Max wurde im März vom (mittlerweile) staatlich kontrollierten Social-Media-Dienst VK als Nachfolger für VK Messenger eingeführt. Die Anwendung ermöglicht es Nutzern, Nachrichten zu versenden, Audio- und Videoanrufe zu führen sowie Geld zu überweisen. Künftig sollen weitere Funktionen wie die Integration einer Reisebuchungs-App hinzukommen.
Im Juni erklärte der Minister für digitale Entwicklung, Maksut Schadajew, bei einem Treffen zwischen Wladimir Putin und Mitgliedern der russischen Regierung, dass Max zu einem offiziellen nationalen russischen Messenger entwickelt werden soll. Als Vorbilder dienen dabei Line in Japan, KakaoTalk in Südkorea oder WeChat in China. Bereits 18 Millionen Nutzer haben die App heruntergeladen, obwohl sich Teile noch in der Testphase befinden.
Druck auf ausländische Dienste
Der Zwang zu Apps wie Max erfolgt parallel zu verstärkten Beschränkungen gegen ausländische Plattformen. Russland hat bereits Facebook, Instagram und X verboten und in diesem Monat Einschränkungen für Sprachanrufe über WhatsApp und Telegram eingeführt. Als Begründung führt Moskau an, dass diese Plattformen nicht ausreichend mit den Strafverfolgungsbehörden bei Betrugs- und Terrorismusfällen kooperieren würden.WhatsApp, das im Juli 97,3 Millionen Nutzer in Russland erreichte, warf der Regierung vor, Russen den Zugang zu sicherer Kommunikation zu verwehren. Telegram mit 90,8 Millionen Nutzern betonte, aktiv gegen den schädlichen Einsatz seiner Plattform vorzugehen. Im Vergleich dazu lag der VK Messenger, ein Angebot derselben Firma, die Max entwickelt hat, bei nur 17,9 Millionen Nutzern.
Datenschutz und Überwachung
Die Messenger-App Max steht wegen ihres Umgangs mit Nutzerdaten in der Kritik. Berichte zeigen, dass die Anwendung Nutzer-Metadaten wie IP-Adressen, Kontaktlisten und Aktivitätszeitstempel sammelt und speichert. Die Datenschutzrichtlinie erlaubt eine mögliche Übertragung dieser Daten an Dritte, einschließlich staatlicher Behörden. Im Gegensatz zu WhatsApp und Telegram bietet Max keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.Die App ähnelt dem chinesischen WeChat, das Nutzern eine All-in-one-Plattform für Nachrichten, soziale Medien, Zahlungen und Reservierungen bietet. Experten gehen davon aus, dass die Nutzeraktivitäten bei WeChat unter starker staatlicher Überwachung stehen. Zusätzlich zu Max wird ab September auch Russlands heimischer App-Store RuStore auf Apple-Geräten vorinstalliert, und ab Januar 2026 muss die russischsprachige TV-App Lime HD-TV auf allen Smart-TVs verfügbar sein.
Verbindungen zum Kreml
Die Entwicklung von Max erfolgt durch ein Unternehmen mit engen Verbindungen zum Kreml. VK wurde 2006 von Pawel Durow mitgegründet, dem Milliardär und Gründer von Telegram. Durow trat 2014 als CEO zurück, nachdem er sich mehrfach mit dem russischen Staat über Zensur gestritten und sich geweigert hatte, Nutzerdaten herauszugeben. Der aktuelle VK-CEO Wladimir Kirijenko ist der Sohn von Putins erstem stellvertretendem Stabschef Sergei Kirijenko. Diese personellen Verflechtungen verdeutlichen die enge Verbindung zwischen der Messenger-App und der russischen Regierung.Wie seht ihr diese Entwicklung? Ist die Vorinstallation staatlicher Apps ein legitimes Mittel zur digitalen Souveränität oder ein Schritt in Richtung Überwachungsstaat? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Russland schreibt ab 1. September die staatliche App Max für neue Geräte vor
- Max soll als nationaler Messenger mit Funktionen wie WeChat etabliert werden
- Die App sammelt Nutzerdaten ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
- Bereits 18 Millionen Nutzer trotz WhatsApps Dominanz mit 97,3 Millionen
- Parallel dazu werden ausländische Dienste wie Facebook und Instagram verboten
- VK-CEO ist Sohn von Putins stellvertretendem Stabschef Sergei Kirijenko
- Ab Januar 2026 muss auch die russische TV-App Lime HD-TV vorinstalliert sein
Siehe auch:
- Russische Angriffe auf Cisco-Systeme über eine uralte Schwachstelle
- Russischer Atomkreuzer sticht nach 28 Jahren wieder in See
- Russische Hacker kapern Staudamm und lassen Wasser ab
- Russland schränkt den Betrieb von WhatsApp und Telegram teilweise ein
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