Russland ermittelt gegen Telegram-Chef Durow wegen "Terrorverdacht"
Russland hat ein Strafverfahren gegen Telegram-Gründer Pawel Durow eröffnet, dem die Unterstützung terroristischer Aktivitäten vorgeworfen wird. Der Kreml will so die Kontrolle über den Messenger erzwingen und Nutzer zur staatlichen App MAX drängen.
Die Ermittlungen stützen sich auf Teil 1.1 des Artikels 205.1 des russischen Strafgesetzbuches, der hohe Haftstrafen vorsieht. Moskau argumentiert, die Plattform habe sich trotz ihrer Popularität zu einem Werkzeug für westliche und ukrainische Geheimdienste entwickelt. Weltweit nutzen über eine Milliarde Menschen den Dienst, davon allein 105 Millionen monatlich in Russland. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow bemängelte zahlreiche Verstöße und eine fehlende Kooperationsbereitschaft der Telegram-Führung.
Laut dem Guardian ist das Vorgehen Teil der Strategie zum Aufbau eines souveränen Internets. Die Regierung drosselt den Datenverkehr von Telegram technisch, um Nutzer zum Wechsel auf den Dienst MAX zu zwingen. Kritiker befürchten, dass MAX von den Behörden als Überwachungsinstrument genutzt wird.
Pawel Durow verließ Russland bereits im Jahr 2014, nachdem er sich geweigert hatte, Nutzerdaten seines Netzwerks VK an den Geheimdienst zu übergeben. Er lebt mittlerweile in Dubai. Seine Beziehung zu staatlichen Akteuren bleibt weltweit angespannt. Erst 2024 wurde er in Frankreich kurzzeitig festgenommen, durfte das Land jedoch 2025 wieder verlassen. Durow betont stets, dass der Schutz der Privatsphäre für ihn Priorität hat.
Haltet ihr ein komplettes Telegram-Verbot in Russland für durchsetzbar? Nutzt ihr selbst alternative Messenger abseits der großen Anbieter? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Siehe auch:
Ermittlungen gegen Pawel Durow eingeleitet
Russland hat am heutigen Dienstag ein Strafverfahren gegen den Telegram-Gründer Pawel Durow eröffnet. Dem 42-jährigen Tech-Milliardär wird nichts weniger als die Begünstigung terroristischer Aktivitäten vorgeworfen. Das Ziel des Kremls ist es offenbar, die Kontrolle über den im Land weitverbreiteten Messenger zu erlangen. Parallel dazu versucht die russische Regierung, die Bevölkerung zur Nutzung der staatlich kontrollierten (und entsprechend transparenten) Alternative MAX zu bewegen.Die Ermittlungen stützen sich auf Teil 1.1 des Artikels 205.1 des russischen Strafgesetzbuches, der hohe Haftstrafen vorsieht. Moskau argumentiert, die Plattform habe sich trotz ihrer Popularität zu einem Werkzeug für westliche und ukrainische Geheimdienste entwickelt. Weltweit nutzen über eine Milliarde Menschen den Dienst, davon allein 105 Millionen monatlich in Russland. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow bemängelte zahlreiche Verstöße und eine fehlende Kooperationsbereitschaft der Telegram-Führung.
Vorwürfe des FSB
Die Anschuldigungen wiegen schwer und basieren auf Materialien des Inlandsgeheimdienstes FSB. Wie Reuters unter Berufung auf die staatliche Zeitung Rossijskaja Gaseta berichtet, soll Telegram für die Koordination von 13 Anschlagsplänen gegen russische Militärs sowie für unzählige Sabotageakte genutzt worden sein. Das Blatt zitiert Sicherheitskreise, die behaupten, die App sei ein "Werkzeug für hybride Bedrohungen".Laut dem Guardian ist das Vorgehen Teil der Strategie zum Aufbau eines souveränen Internets. Die Regierung drosselt den Datenverkehr von Telegram technisch, um Nutzer zum Wechsel auf den Dienst MAX zu zwingen. Kritiker befürchten, dass MAX von den Behörden als Überwachungsinstrument genutzt wird.
Widerstand aus eigenen Reihen
Das Vorgehen gegen den Messenger stößt intern auf Widerstand. Da die App für die Kommunikation an der Frontlinie in der Ukraine essenziell ist, warnen Befürworter des Militärs vor taktischen Nachteilen. Der Duma-Abgeordtene Sergej Mironow bezeichnete die Einschränkung als Gefahr für das Leben der Soldaten, da die App auch für Amgriffswarungen und deren Information verwendet wird.Pawel Durow verließ Russland bereits im Jahr 2014, nachdem er sich geweigert hatte, Nutzerdaten seines Netzwerks VK an den Geheimdienst zu übergeben. Er lebt mittlerweile in Dubai. Seine Beziehung zu staatlichen Akteuren bleibt weltweit angespannt. Erst 2024 wurde er in Frankreich kurzzeitig festgenommen, durfte das Land jedoch 2025 wieder verlassen. Durow betont stets, dass der Schutz der Privatsphäre für ihn Priorität hat.
Haltet ihr ein komplettes Telegram-Verbot in Russland für durchsetzbar? Nutzt ihr selbst alternative Messenger abseits der großen Anbieter? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Russland eröffnet Strafverfahren gegen Telegram-Gründer Pawel Durow
- Dem Milliardär wird die Begünstigung terroristischer Aktivitäten vorgeworfen
- Der Kreml will die vollständige Kontrolle über den Messenger erlangen
- Nutzer sollen zur staatlich kontrollierten Alternative MAX wechseln
- Telegram wurde laut FSB für Koordination von Anschlagsplänen genutzt
- Russlands Militär warnt vor taktischen Nachteilen durch Einschränkungen
- Durow verließ Russland bereits 2014 und lebt mittlerweile in Dubai
Siehe auch:
- Russland warnt: Telegram-Krypto fehlerhaft - Betreiber dementiert
- Russland: WhatsApp-Sperre, weil System gegen Telegram zu schwach
- Russland versucht erneut Telegram zu blockieren, Videos kaum nutzbar
- Neue Android-Malware klaut Inhalte aus Signal, WhatsApp und Telegram
- Russland schränkt Betrieb von WhatsApp und Telegram teilweise ein
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