Brandgefahr: Mercedes muss tausende E-Auto-Akkus tauschen

Mercedes ruft tausende EQA- und EQB-Modelle zurück, um die Akkus zu tauschen. Ein vorangegangenes Software-Update konnte ein potenzielles Brandrisiko nicht bannen. Nun steht für Halter ein aufwendiger Hardwarewechsel in der Werkstatt an.

Mercedes startet Rückruf

Mercedes-Benz sieht sich gezwungen, bei tausenden Elektrofahrzeugen der Baureihen EQA und EQB die komplette Hochvoltbatterie auszutauschen. Grund ist ein potenzielles Brandrisiko durch fehlerhafte Batteriezellen, die zu einem internen Kurzschluss führen können. Während der Hersteller das Problem ursprünglich durch ein Update des Batteriemanagementsystems isolieren wollte, erwies sich diese rein digitale Maßnahme auf Softwareseite als unzureichend. Besitzer werden nun aufgefordert, ihre Fahrzeuge für einen physischen Austausch des Akkus in die Werkstatt zu bringen.

Betroffen sind spezifische Modelle der Baujahre 2021 bis 2024, die mit Akkumulatoren des chinesischen Zulieferers Farasis Energy ausgestattet sind. Konkret handelt es sich überwiegend um die Varianten EQA 250+ und EQB 250+ mit einer Kapazität von 70,5 Kilowattstunden. Alternativ verbaute LG-Akkus sollen nicht betroffen sein. Wie zuerst mbpassionblog berichtete, wurden die deutschen Vertragswerkstätten am vergangenen Montag über den Start der Austauschmaßnahme informiert.


Zusammenarbeit mit Farasis Energy

Technisch betrachtet weisen die Zellen Abweichungen im Produktionsprozess auf, die sie weniger widerstandsfähig gegen mechanischen Stress machen. Das ursprüngliche Software-Update reduzierte lediglich die nutzbare Reichweite, um die Zellen zu schonen, was bei vielen Kunden für Unmut sorgte. Zudem konnte es trotz des Updates in seltenen Fällen zu einem thermischen Durchgehen kommen, insbesondere bei hohem Ladestand.

Die Situation rückt die strategische Partnerschaft des deutschen Autobauers mit Farasis Energy erneut in den Fokus. Mercedes beteiligte sich im Jahr 2020 an dem chinesischen Zellspezialisten, um die Versorgung für die "Electric First"-Strategie abzusichern. Die Kooperation verlief jedoch nicht immer reibungsfrei. Pläne für eine gemeinsame Fabrik in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt scheiterten bereits im Jahr 2022. Dass nun ausgerechnet diese Komponenten einen derart kostenintensiven Hardware-Eingriff erzwingen, dürfte die geschäftlichen Beziehungen weiter belasten.

Sicherheitshinweise

Bis der physische Austausch erfolgt ist, sollten betroffene Fahrzeughalter laut Mercedes einige Sicherheitsvorgaben beachten. So sollte der Akku nur bis maximal 80 Prozent geladen werden. Zudem sollten die Fahrzeuge im Freien und mit ausreichendem Abstand zu Gebäuden geparkt werden, da eine Selbstentzündung auch im Stand nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Wer die neuen Batteriemodule liefert, wurde bislang nicht offiziell kommuniziert. Für die Kunden bedeutet der Schritt jedoch eine langfristige Lösung, die auch den Wiederverkaufswert der Fahrzeuge stabilisieren dürfte, nachdem die Unsicherheit bezüglich der Batteriengesundheit beseitigt ist. Der Austausch des Akkus in den Werkstätten erfolgt kostenlos.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Rückrufaktionen bei E-Autos oder seid ihr bisher ohne Probleme gefahren? Schreibt uns eure Meinung und Erlebnisse gerne unten in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Mercedes-Benz muss Hochvoltbatterien bei EQA- und EQB-Modellen austauschen
  • Software-Update reichte nicht aus, um Brandrisiko bei Akkus zu beheben
  • Betroffen sind Modelle der Baujahre 2021 bis 2024 mit Farasis-Batterien
  • Zellen zeigen Produktionsabweichungen und reagieren anfällig auf Stress
  • Fahrzeughalter sollen bis zum Austausch nur bis 80 Prozent laden
  • Der Akkutausch erfolgt für die Kunden kostenlos in den Werkstätten

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