FBI-Techniker können iPhone im Lockdown-Modus nicht knacken
Gerichtsunterlagen aus den USA zeigen, dass das FBI bislang nicht auf das beschlagnahmte iPhone einer Washington-Post-Reporterin zugreifen konnte. Grund dafür ist offenbar der aktivierte "Lockdown Mode", den Apple vor einigen Jahren einführte.
Die Durchsuchung der Wohnung der Reporterin Hannah Natanson erfolgte im Januar im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Weitergabe geheimer Informationen. Behörden vermuten, dass ein Regierungsauftragnehmer vertrauliche Daten an die Journalistin weitergegeben haben soll. Während der Razzia stellten Ermittler mehrere elektronische Geräte sicher, darunter ein iPhone 13, zwei MacBook-Pro-Laptops, ein Aufnahmegerät sowie eine externe Festplatte.
Laut den Unterlagen konnte das FBI-Analyse-Team das iPhone nicht auswerten, weil es sich im Lockdown-Modus befand, wie das Magazin 404media berichtete. Viele forensische Werkzeuge von Strafverfolgungsbehörden greifen nämlich genau über jene Verbindungen auf Geräte zu, die durch das Feature besonders stark abgesichert werden.
Der Fall verdeutlicht die anhaltende Auseinandersetzung zwischen Technologiekonzernen und Anbietern von Entsperrwerkzeugen. Während Hersteller ihre Betriebssysteme kontinuierlich härten, entwickeln Ermittlungsfirmen neue Methoden zum Zugriff auf Geräte. Weder Apple noch die Washington Post äußerten sich zu dem Vorgang, das FBI lehnte ebenfalls eine Stellungnahme ab.
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Siehe auch:
- FBI kann iPhone einer Washington-Post-Reporterin im Lockdown-Modus nicht knacken
- Apples Lockdown-Modus schirmt Geräte besonders stark gegen externe Angriffe ab
- Durchsuchung der Reporterin erfolgte im Januar wegen mutmaßlicher Informationsweitergabe
- Ermittler konnten auf ein MacBook zugreifen, nachdem die Reporterin den Fingerabdruck nutzte
- Der Fall zeigt den anhaltenden Konflikt zwischen Techfirmen und Ermittlungsbehörden
Zugangswege versperrt
Bei diesem Modus handelt es sich um eine Sicherheitsfunktion, die iPhones und andere Apple-Mobilgeräte besonders stark gegen Angriffe von außen abschirmt. So werden nur noch wenige Medienanhänge in Nachrichten akzeptiert und Skriptsprachen im Browser stark eingeschränkt. Das bringt für die Nutzer Nachteile mit sich, beseitigt aber eben auch die wichtigsten Angriffsvektoren, mit denen iPhones geknackt werden können. Apple empfiehlt die Aktivierung entsprechend nur Personen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis.Die Durchsuchung der Wohnung der Reporterin Hannah Natanson erfolgte im Januar im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Weitergabe geheimer Informationen. Behörden vermuten, dass ein Regierungsauftragnehmer vertrauliche Daten an die Journalistin weitergegeben haben soll. Während der Razzia stellten Ermittler mehrere elektronische Geräte sicher, darunter ein iPhone 13, zwei MacBook-Pro-Laptops, ein Aufnahmegerät sowie eine externe Festplatte.
Laut den Unterlagen konnte das FBI-Analyse-Team das iPhone nicht auswerten, weil es sich im Lockdown-Modus befand, wie das Magazin 404media berichtete. Viele forensische Werkzeuge von Strafverfolgungsbehörden greifen nämlich genau über jene Verbindungen auf Geräte zu, die durch das Feature besonders stark abgesichert werden.
Ewiger Wettkampf
Die Behörden hatten richterliche Genehmigungen, die es ihnen erlaubt hätten, biometrische Entsperrmethoden zu nutzen. Dennoch blieb der Zugriff auf das iPhone zwei Wochen nach der Durchsuchung erfolglos. Ein zweites MacBook der Reporterin konnte hingegen geöffnet werden, nachdem sie auf Aufforderung ihren Fingerabdrucksensor nutzte. Ermittler sicherten daraus Fotos und Audioaufnahmen aus einer Messenger-App, verfügen bislang aber noch nicht über ein vollständiges Datenabbild des Geräts.Der Fall verdeutlicht die anhaltende Auseinandersetzung zwischen Technologiekonzernen und Anbietern von Entsperrwerkzeugen. Während Hersteller ihre Betriebssysteme kontinuierlich härten, entwickeln Ermittlungsfirmen neue Methoden zum Zugriff auf Geräte. Weder Apple noch die Washington Post äußerten sich zu dem Vorgang, das FBI lehnte ebenfalls eine Stellungnahme ab.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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