Dafür reichts: Russische Banken sichern Kredite jetzt mit Bitcoin ab

Bitcoins sind in den letzten Monaten zwar massiv im Wert ein­ge­bro­chen, trotzdem übertrifft die Kryptowährung bezüglich Stabilität den Rubel noch deutlich. Russische Banken lassen daher jetzt Kredite mit den digitalen Einheiten absichern.
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Zinsen extrem hoch

Die Bankenbranche Russlands tastet sich vorsichtig an ein neues Kreditmodell heran: Darlehen für Unternehmen, die durch Kryptowährungen wie Bitcoins abgesichert sind. Vorreiter ist derzeit die Sovcombank, die ein entsprechendes Angebot vorbereitet, wie die russische Tageszeitung Kommersant berichtet. Anspruchsberechtigt sollen Firmen sein, die seit mindestens einem Jahr in Russland tätig sind, ihre digitalen Vermögenswerte offiziell nachweisen können und keine Zahlungsrückstände bei Steuern oder Krediten aufweisen.

Die Konditionen spiegeln die Risiken wider: Geplant ist ein Zinssatz, der sich aus dem Leitzins der Zentralbank - der nach einer ordentlichen Senkung jetzt bei 16 Prozent liegt - plus sieben Prozentpunkten zusammensetzt, bei einer maximalen Laufzeit von zwei Jahren. Der Wert der hinterlegten Bitcoins wird zudem nur zu etwa 50 Prozent angerechnet, was mit der hohen Volatilität der Kryptowährung begründet wird.


Nachdem der Bitcoin im Oktober 2025 ein Rekordhoch von über 125.000 Dollar erreicht hatte, fiel sein Kurs bis Anfang Februar 2026 zeitweise auf rund 72.000 Dollar. Gerade in solchen Marktphasen könne das Modell für Unternehmen attraktiv sein, da sie Liquidität erhalten, ohne ihre Bestände verkaufen zu müssen.

Auch andere Institute beobachten das Segment aufmerksam. So hatte die Sberbank bereits eine Pilotfinanzierung für einen Crypto-Miner getestet, um technische und sicherheitsrelevante Fragen zu klären. Branchenexperten gehen davon aus, dass solche Kredite erst mit klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen in größerem Umfang angeboten werden.

Nachfrage ist da

Rechtlich gilt Kryptowährung in Russland nicht als Zahlungsmittel, wird jedoch als "sonstiges Vermögen" anerkannt und kann damit grundsätzlich als Kreditsicherheit dienen. Dennoch bleiben viele Banken zurückhaltend. Neben der Kursschwankung gelten auch infrastrukturelle Risiken als kritisch, etwa mögliche Sanktionen oder Einschränkungen durch internationale Börsen und Verwahrstellen.

Gleichzeitig ist die Nachfrage vorhanden, insbesondere unter Kryptominern. Sie erhoffen sich Zugang zu Betriebskapital, ohne ihre digitalen Assets aufzugeben. Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass die im internationalen Vergleich hohen russischen Kreditzinsen die Verbreitung bremsen könnten. Während ähnliche Finanzierungen im Ausland oft zu deutlich niedrigeren Zinssätzen angeboten werden, dürfte das Modell in Russland vorerst ein Nischenprodukt für große Marktteilnehmer bleiben.

Zusammenfassung
  • Russische Banken beginnen, Unternehmenskredite mit Bitcoin abzusichern
  • Sovcombank als Vorreiter mit strengen Zulassungsbedingungen für Kunden
  • Zinssatz liegt bei Leitzins plus sieben Prozentpunkten mit zweijähriger Laufzeit
  • Bitcoins werden nur zu etwa 50 Prozent ihres Wertes als Sicherheit anerkannt
  • Bitcoin fiel von 125.000 Dollar im Oktober 2025 auf 72.000 Dollar Anfang Februar
  • Kryptowährung gilt in Russland rechtlich als sonstiges Vermögen, nicht als Geld
  • Hohe Zinsen könnten die Verbreitung dieses Kreditmodells in Russland hemmen

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