Betrug im Mega-Stil: US-Justiz beschlagnahmt 15 Mrd. Dollar in Bitcoin

Das US-Justizministerium hat Kryptowährungen im Wert von rund 15 Milliarden Dollar beschlagnahmt, die einem mutmaßlichen internationalen Betrüger gehören sollen. Das finanzielle Volumen solcher Fälle steigt aktuell schnell.
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Pig-Butchering von Kambodscha aus

Wie die Staatsanwaltschaft im Eastern District of New York am Dienstag mitteilte, handelt es sich um den bislang größten Vermögensentzug in der Geschichte des Ministeriums - und wohl auch überhaupt. Zuletzt hielt eine Beschlagnahmung in Großbritannien den Rekord, bei der Krypto-Einheiten im Wert von 6 Milliarden Euro sichergestellt wurden.

Im Zentrum der aktuellen Ermittlungen steht der 38-jährige Chen Zhi, auch bekannt unter dem Namen "Vincent". Der in China geborene Geschäftsmann soll eine weitreichende Betrugsorganisation geleitet haben, die von Kambodscha aus sogenannte "Pig-Butchering"-Betrügereien betrieben hat. Dabei handelt es sich um ein System, bei dem Opfer über soziale Medien und Messenger-Dienste in vermeintliche Krypto-Investitionen gelockt und später um ihr gesamtes Geld gebracht werden.


Gegen Zhi wurde nun Anklage wegen Betrugs- und Geldwäscheverschwörung erhoben. Er befindet sich allerdings auf der Flucht. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft. Laut Anklageschrift war Zhi Gründer und Vorsitzender der Prince Holding Group, eines multinationalen Konzerns mit Sitz in Kambodscha. Hinter der Fassade des Unternehmens habe sich laut den Ermittlern eine der größten transnationalen kriminellen Organisationen Asiens entwickelt.

Kriminelles Unternehmen

Parallel zur Strafverfolgung erklärte das US-Finanzministerium die Prince Group zur transnationalen kriminellen Organisation und verhängte Sanktionen gegen Zhi sowie über 100 seiner mutmaßlichen Mitstreiter und Firmen. Der zuständige US-Staatsanwalt Joseph Nocella sprach von einer der "größten Anlagebetrugsoperationen der Geschichte". Zhis Organisation habe weltweit Milliardenverluste verursacht und Menschen in die Zwangsarbeit getrieben. In mehreren kambodschanischen Komplexen seien Hunderte Menschen festgehalten und gezwungen worden, Online-Betrugskampagnen zu betreiben, häufig unter Gewaltandrohung.

Laut den Ermittlungsunterlagen verfügten einige der Einrichtungen über mehr als 1200 Mobiltelefone, mit denen über 76.000 Social-Media-Konten gesteuert wurden. Diese dienten dazu, Vertrauen zu potenziellen Opfern aufzubauen und sie schließlich dazu zu bringen, Kryptowährungen auf betrügerische Konten zu überweisen. "Die Täter haben gezielt Emotionen und Beziehungen ausgenutzt, um ihre Opfer zu täuschen", so Nocella. Die Ermittler werfen Zhi und seinen Komplizen zudem vor, Bestechungsgelder gezahlt und politische Verbindungen in mehreren Ländern genutzt zu haben, um sich vor Strafverfolgung zu schützen.

Zusammenfassung
  • US-Justiz beschlagnahmt Bitcoin im Wert von 15 Milliarden Dollar
  • Größter Vermögensentzug in der Geschichte des US-Justizministeriums
  • Chen Zhi leitete mutmaßlich von Kambodscha aus Betrugsnetzwerk
  • Als "Pig-Butchering" bekanntes System lockte Opfer in Krypto-Investitionen
  • Prince Group wurde als transnationale kriminelle Organisation eingestuft
  • Hunderte Menschen wurden zur Mitwirkung an Online-Betrug gezwungen
  • Bei Verurteilung drohen dem flüchtigen Hauptverdächtigen bis zu 40 Jahre Haft

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