China verbannt westliche Sicherheitssoftware aus Unternehmen

Die chinesische Regierung hat zahlreiche Unternehmen aufgefordert, Sicherheitssoftware US-amerikanischer und israelischer Anbieter nicht länger einzusetzen. Hintergrund sind wohl wachsende geo­po­li­ti­sche Spannungen sowie Pekings Autarkie-Bestrebungen.
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Zahlreiche bekannte Firmen betroffen

Von dem Verbot betroffen sind nach übereinstimmenden Angaben unter anderem die US-Konzerne VMware, Palo Alto Networks und Fortinet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch mehrere israelische Anbieter wie Check Point Software Technologies sollen auf einer internen Liste stehen.

Weitere Unternehmen, darunter die Google-Tochter Mandiant, der Cloud-Sicherheitsanbieter Wiz sowie CrowdStrike, SentinelOne, Recorded Future, McAfee, Claroty und Rapid7, wurden laut einem dritten Informanten ebenfalls genannt. Aus Israel sind zudem CyberArk, Orca Security, Cato Networks und Imperva betroffen.


Viele der gelisteten Firmen erklärten auf Anfrage, dass sie ohnehin kaum oder gar kein Geschäft in China betreiben. CrowdStrike, SentinelOne, Recorded Future und Claroty betonten, nicht in der Volksrepublik aktiv zu sein und daher nur geringe wirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten. Orca-Chef Gil Geron sagte, sein Unternehmen sei nicht offiziell informiert worden, ein solches Verbot wäre seiner Ansicht nach "ein Schritt in die falsche Richtung".

Angst vor Spionage

Chinesische Behörden äußerten dem Vernehmen nach die Sorge, dass ausländische Software vertrauliche Daten ins Ausland übermitteln könnte. Offizielle Stellungnahmen der Cyberspace Administration of China oder des Industrieministeriums lagen zunächst nicht vor. Wie viele Unternehmen den Hinweis erhalten haben, ist unklar.

Das Verbot fällt in eine Phase neuer diplomatischer Aktivität: Für April wird ein Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking erwartet. Gleichzeitig verstärkt China seit Jahren seine Bemühungen, westliche Hard- und Software in kritischen Bereichen durch eigene Produkte zu ersetzen. Zu den bedeutendsten chinesischen Sicherheitsanbietern zählen 360 Security Technology und Neusoft.

Dass die Debatte politisch aufgeladen ist, zeigt ein Blick auf frühere Fälle: Auch westliche Staaten misstrauen ausländischen Sicherheitsprodukten, in den USA etwa führte dies zu einem Verbot der russischen Kaspersky-Software.

Zusammenfassung
  • China verbietet Sicherheitssoftware aus den USA und Israel in Unternehmen
  • Betroffen sind VMware, Palo Alto Networks, Fortinet und Check Point Software
  • Behörden fürchten Datenübermittlung ins Ausland durch fremde Software
  • Viele betroffene Unternehmen haben kaum oder keine Geschäfte in China
  • Chinas Autarkiestreben zielt auf Ersatz westlicher Produkte mit eigenen
  • Das Verbot erfolgt kurz vor Donald Trumps geplantem Besuch im April
  • Auch westliche Staaten misstrauen ausländischer Sicherheitssoftware

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