Digitales Bezahlen: Gaststättenverband bremst bei Pflicht-Einführung
Der Dehoga wehrt sich vehement gegen eine Pflicht zur Kartenzahlung. Als Grund gelten hohe Gebühren bei Kleinbeträgen, während Kritiker in der reinen Barzahlung ein Tor für Steuerhinterziehung sehen. Ein Überblick zur aktuellen Debatte.
Hartges warnte vor einem Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Vor allem wirtschaftliche Gründe sprächen gegen eine Verpflichtung. Zusätzliche Kosten könnten insbesondere kleine Betriebe in einer margenschwachen Branche erheblich belasten. Die Debatte kommt aber nicht weiter, denn schon Anfang 2025 hatten wir von dem Gesetzesvorstoß berichtet.
Wie MobiFlip berichtet, verweist der Verband auf eine Erhebung von Mastercard. Demnach ermöglichen rund 90 Prozent der Gastronomiebetriebe bargeldloses Bezahlen. Kritiker merken jedoch an, dass viele Terminals lediglich die Girocard akzeptieren. Debit- und Kreditkarten von Visa oder Mastercard sowie mobile Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay würden häufig nicht angenommen.
Nicht nur für internationale Gäste stellt das ein Problem dar. Zudem schlössen Mindestumsätze Kartenzahlungen bei kleinen Beträgen immer noch oft aus.
Der Dehoga hält dem entgegen, die Branche sei bereits weitgehend digitalisiert und pauschale Verdächtigungen seien nicht gerechtfertigt. Infografik Postbank Digitalstudie 2024: Kontaktloses Bezahlen
Die Umstellung soll den Plänen des Gesetzgebers nach aber nur schrittweise erfolgen, um den Betrieben Zeit zu geben und den Druck hinauszunehmen. Für Verbraucher wäre das Gesetz ein wichtiger Wendepunkt: Es würde für mehr Flexibilität beim Bezahlen sorgen - und das lästige Suchen nach Münzgeld beenden.
Für viele ist das Smartphone längst der Geldbeutelersatz. Wie steht ihr zur Haltung des Dehoga - ist die Sorge vor Gebühren berechtigt oder überwiegt der Wunsch nach digitaler Freiheit? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Siehe auch:
Dehoga gegen digitalen Zahlungszwang
Die Diskussion über eine Pflicht zur Akzeptanz bargeldloser Zahlungen in der Gastronomie verschärft sich. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) lehnt eine gesetzliche Vorgabe ab. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges reagierte damit auf einen Vorstoß aus Niedersachsen.Hartges warnte vor einem Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Vor allem wirtschaftliche Gründe sprächen gegen eine Verpflichtung. Zusätzliche Kosten könnten insbesondere kleine Betriebe in einer margenschwachen Branche erheblich belasten. Die Debatte kommt aber nicht weiter, denn schon Anfang 2025 hatten wir von dem Gesetzesvorstoß berichtet.
Kostenfalle bei kleinen Beträgen?
Kritisch sieht der Verband vor allem die Transaktionsgebühren. Nach Angaben von Hartges stehen die Kosten bei Kleinstumsätzen häufig in keinem Verhältnis zum Ertrag. Bei Produkten wie Eis, Kaffee oder Bier fielen teils fixe Gebühren der Zahlungsdienstleister an, die den Gewinn schmälern. Eine pauschale Pflicht würde Kioske, Cafés und Imbisse besonders treffen, da Micropayments weiterhin vergleichsweise teuer seien.Wie MobiFlip berichtet, verweist der Verband auf eine Erhebung von Mastercard. Demnach ermöglichen rund 90 Prozent der Gastronomiebetriebe bargeldloses Bezahlen. Kritiker merken jedoch an, dass viele Terminals lediglich die Girocard akzeptieren. Debit- und Kreditkarten von Visa oder Mastercard sowie mobile Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay würden häufig nicht angenommen.
Nicht nur für internationale Gäste stellt das ein Problem dar. Zudem schlössen Mindestumsätze Kartenzahlungen bei kleinen Beträgen immer noch oft aus.
Liegt der Widerstand an etwas anderem?
Finanzexperten und Vertreter der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) weisen darauf hin, dass Bargeldzahlungen trotz bestehender Sicherheitsvorgaben wie der Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) die Verschleierung von Umsätzen erleichtern. Eine vollständige digitale Erfassung aller Zahlungen würde die Transparenz erhöhen.Der Dehoga hält dem entgegen, die Branche sei bereits weitgehend digitalisiert und pauschale Verdächtigungen seien nicht gerechtfertigt. Infografik Postbank Digitalstudie 2024: Kontaktloses Bezahlen
Bargeldland Deutschland
Traditionell ist Deutschland bargeldaffin - doch die Pandemie hat die Nutzung digitaler Zahlungsmethoden deutlich vorangetrieben. Der Anteil kontaktloser Zahlungen stieg laut Bundesbank zwischen 2019 und 2021 von 35 auf über 70 Prozent. Neben Karten etablieren sich zunehmend auch handybasierte Systeme wie Apple Pay oder Google Pay.Die Umstellung soll den Plänen des Gesetzgebers nach aber nur schrittweise erfolgen, um den Betrieben Zeit zu geben und den Druck hinauszunehmen. Für Verbraucher wäre das Gesetz ein wichtiger Wendepunkt: Es würde für mehr Flexibilität beim Bezahlen sorgen - und das lästige Suchen nach Münzgeld beenden.
Für viele ist das Smartphone längst der Geldbeutelersatz. Wie steht ihr zur Haltung des Dehoga - ist die Sorge vor Gebühren berechtigt oder überwiegt der Wunsch nach digitaler Freiheit? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Was ändert sich beim Bezahlen?
Laut den Plänen der künftigen Regierung soll jedes Geschäft und Restaurant neben Bargeld mindestens eine digitale Zahlungsoption anbieten müssen. "Nur Bargeld"-Schilder sollen damit der Vergangenheit angehören.
Zusätzlich ist eine allgemeine Registrierkassenpflicht geplant. Die Zeit der offenen Ladenkassen soll damit beendet werden, um mehr Transparenz bei den Einnahmen zu schaffen.
Zusätzlich ist eine allgemeine Registrierkassenpflicht geplant. Die Zeit der offenen Ladenkassen soll damit beendet werden, um mehr Transparenz bei den Einnahmen zu schaffen.
Warum kommt diese Regelung?
Der Hauptgrund ist die Bekämpfung von Steuerbetrug. Experten schätzen, dass dem deutschen Staat in bargeldintensiven Branchen jährlich zwischen 10 und 15 Milliarden Euro an Umsatz- und Gewinnsteuern entgehen.
Rechnet man Lohnsteuern und Sozialabgaben durch Schwarzarbeit hinzu, könnte sich der Gesamtschaden auf bis zu 70 Milliarden Euro jährlich belaufen. Jede Kartenzahlung hinterlässt eine nachvollziehbare Datenspur.
Rechnet man Lohnsteuern und Sozialabgaben durch Schwarzarbeit hinzu, könnte sich der Gesamtschaden auf bis zu 70 Milliarden Euro jährlich belaufen. Jede Kartenzahlung hinterlässt eine nachvollziehbare Datenspur.
Ab wann gilt die neue Regelung?
Ein konkretes Startdatum wurde in den bisherigen Planungen bisher nicht genannt. Im Verhandlungspapier ist von einer "schrittweisen" Einführung die Rede.
Die Details sollen vermutlich nach der anstehenden Evaluierung des Kassengesetzes von 2016 festgelegt werden. Die Umsetzung wird also voraussichtlich nicht schlagartig, sondern in mehreren Phasen erfolgen.
Die Details sollen vermutlich nach der anstehenden Evaluierung des Kassengesetzes von 2016 festgelegt werden. Die Umsetzung wird also voraussichtlich nicht schlagartig, sondern in mehreren Phasen erfolgen.
Gibt es Ausnahmen?
Bisher sind in den Planungen keine expliziten Ausnahmen vorgesehen. Der DEHOGA fordert jedoch Sonderregelungen für bestimmte Situationen, etwa für Gastronomen auf Volksfesten oder Weihnachtsmärkten, wo offene Ladenkassen praktikabler seien.
Die genauen Details und mögliche Ausnahmeregelungen dürften erst im Rahmen der konkreten Gesetzgebung festgelegt werden.
Die genauen Details und mögliche Ausnahmeregelungen dürften erst im Rahmen der konkreten Gesetzgebung festgelegt werden.
Was bedeutet "digitale Zahlungsoption"?
Die Vorgabe lautet, dass "mindestens eine digitale Zahlungsoption" angeboten werden muss. Dies kann die klassische Kartenzahlung per EC- oder Kreditkarte sein, aber auch moderne Bezahlmethoden wie Apple Pay, Google Pay oder andere mobile Bezahllösungen.
Die genaue Wahl der digitalen Zahlungsmethode bleibt dabei dem Händler überlassen, solange mindestens eine Option zur Verfügung steht.
Die genaue Wahl der digitalen Zahlungsmethode bleibt dabei dem Händler überlassen, solange mindestens eine Option zur Verfügung steht.
Bleibt Bargeld weiter erlaubt?
Ja, Bargeld bleibt definitiv erhalten. Die neue Regelung zielt auf eine "echte Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr" ab, wie SPD-Finanzpolitiker Michael Schrodi betont.
Kunden sollen künftig die freie Wahl haben, ob sie bar oder digital bezahlen möchten. Es geht also um eine Ergänzung, nicht um einen Ersatz des Bargelds.
Kunden sollen künftig die freie Wahl haben, ob sie bar oder digital bezahlen möchten. Es geht also um eine Ergänzung, nicht um einen Ersatz des Bargelds.
Zusammenfassung
- Dehoga lehnt Pflicht zur Akzeptanz bargeldloser Zahlungen ab
- Transaktionsgebühren belasten besonders kleine Betriebe bei Kleinstumsätzen
- Laut Mastercard bieten bereits 90 Prozent der Gastronomen digitale Zahlung
- Kritiker bemängeln begrenzte Akzeptanz internationaler Zahlungskarten
- Digitale Erfassung würde laut Steuer-Gewerkschaft Transparenz erhöhen
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