Deutsche Bargeld-Liebe stirbt:
Großteil zahlt mit Karte & Smartphone

Eine aktuelle Verivox-Umfrage zeigt einen markanten Wandel: Nur noch 35 Prozent der Deutschen bevorzugen Bargeld beim Einkaufen. Die Mehrheit setzt mittlerweile auf Kartenzahlungen - ein Trend, der sich besonders auf Reisen verstärkt.
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Bargeld verliert an Bedeutung

Das traditionelle Bild der bargeldliebenden Deutschen wandelt sich grundlegend. Eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox unter 1.031 Verbrauchern offenbart einen deutlichen Rückgang der Bargeldnutzung: Lediglich 35 Prozent würden einen Einkauf im Wert von 20 Euro bevorzugt mit Scheinen und Münzen begleichen. Zum Vergleich lag dieser Wert im Juni 2023 noch bei 43 Prozent.

Die Entwicklung steht im Kontrast zu den offiziellen Transaktionsdaten der Bundesbank, die für 2023 noch 51 Prozent aller Zahlungen als Barzahlungen verzeichnete. Der Unterschied erklärt sich durch die Erhebungsmethodik: Während die Bundesbank tatsächliche Transaktionen erfasst, fragt Verivox nach den persönlichen Präferenzen der Verbraucher.


Karten dominieren das Bezahlverhalten

Mittlerweile bevorzugen 51 Prozent der deutschen Verbraucher kartenbasierte Zahlungsmethoden. Die Girocard führt dabei unangefochten mit 30 Prozent Zustimmung, was angesichts der nahezu flächendeckenden Verbreitung wenig überrascht: Etwa 97 Prozent aller Deutschen ab 16 Jahren besitzen eine solche Karte. Debitkarten von Visa oder Mastercard folgen mit zwölf Prozent, während klassische Kreditkarten neun Prozent der Befragten bevorzugen.

Die Deutschen galten seit jeher als Bargeldliebhaber. Doch mittlerweile bevorzugt die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher sowohl im Inland als auch im Ausland kartengestützte Bezahlverfahren.
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH

Auslandsreisen verstärken den Trend

Besonders ausgeprägt zeigt sich die Abkehr vom Bargeld bei Reisen ins Ausland. Innerhalb der Eurozone sank der Anteil der Barzahler von 53 Prozent im Sommer 2023 auf nur noch 34 Prozent. Außerhalb der Eurozone greifen sogar 28 Prozent der deutschen Reisenden bevorzugt zur Kreditkarte, während lediglich 13 Prozent die Girocard nutzen.

Die Verschiebung hat technische Gründe: Die Girocard ist primär für den deutschen Markt konzipiert und benötigt für internationale Einsätze zusätzliche Co-Badges wie V Pay, Maestro oder Visa-/Mastercard-Debit. Besonders V-Pay-Karten können außerhalb Europas Schwierigkeiten bereiten, da sie aus Sicherheitsgründen ausschließlich auf Chipdaten setzen und keinen Magnetstreifen besitzen.

Mobile Payment gewinnt an Fahrt

Einen Aufschwung erlebt das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch. Seit 2021 hat sich der Anteil dieser Zahlungsmethode auf sechs Prozent aller Transaktionen verdreifacht. Bei den persönlichen Präferenzen liegt Mobile Payment sogar bei 14 Prozent - ein deutliches Zeichen für das wachsende Interesse an kontaktlosen Bezahlverfahren.

Experten führen die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück: Die Corona-Pandemie beschleunigte die Akzeptanz kontaktloser Zahlungen, während gleichzeitig die technische Infrastruktur ausgebaut wurde. Zudem steigt das Vertrauen in digitale Bezahlmethoden kontinuierlich.

Praktische Herausforderungen bleiben

Trotz des Trends zur digitalen Zahlung bestehen weiterhin praktische Hürden. Reisende sollten ihre Karten vor Auslandsaufenthalten bei der Bank für den internationalen Gebrauch freischalten lassen, um unerwartete Blockierungen zu vermeiden. Zudem akzeptieren nicht alle Händler weltweit jede Kartenart, weshalb eine Kombination verschiedener Zahlungsmittel empfehlenswert bleibt.

Die Erhebung wurde im August 2025 vom Meinungsforschungsinstitut Innofact durchgeführt und bildet die deutsche Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren repräsentativ ab. Sie verdeutlicht einen gesellschaftlichen Wandel, der weit über reine Zahlungspräferenzen hinausgeht und die zunehmende Digitalisierung des Alltags widerspiegelt.

Wie bezahlt ihr am liebsten und welche Erfahrungen habt ihr mit verschiedenen Zahlungsmethoden gemacht? Lasst uns in den Kommentaren wissen, ob ihr den Trend zur Kartenzahlung teilt!

Zusammenfassung
  • Nur 35 Prozent der Deutschen zahlen bevorzugt mit Bargeld ein
  • Die Mehrheit bevorzugt Kartenzahlungen, besonders die Girocard mit 30 Prozent
  • Mobile-Payment-Nutzung hat sich seit 2021 auf sechs Prozent verdreifacht
  • Auf Auslandsreisen bevorzugen Deutsche Karten statt Bargeld für Zahlungen
  • Corona-Pandemie und verbesserte Infrastruktur beschleunigten die Akzeptanz
  • Die am 18. August 2025 veröffentlichte Umfrage zeigt Wandel zur Digitalisierung
  • Unterschied zwischen Präferenzen und tatsächlichem Zahlungsverhalten messbar

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