Windows-Generationen im Speed-Test:
Windows 11 weit abgeschlagen
Ein neuer Benchmark lässt sechs Windows-Versionen im Speedtest gegeneinander antreten. Mit Windows 11 macht die neueste Variante keine gute Figur und landet fast immer auf dem letzten Platz. Das liegt allerdings nicht zwangsläufig an der Software.
Sechs Generationen des Microsoft-Betriebssystems traten dabei in einem direkten Leistungsvergleich gegeneinander an. Das Experiment sollte klären, wie sich der Ressourcenhunger der Software über die letzten zwei Jahrzehnte entwickelt hat und ob die neueren Versionen wirklich zwangsläufig langsamer arbeiten. Als Testplattform diente ein Lenovo ThinkPad X220 aus dem Jahr 2011. Das Notebook war mit einem Intel Core i5-2520M Prozessor, acht Gigabyte Arbeitsspeicher und einer klassischen HDD ausgestattet.
Noch bevor es um die Ergebnisse geht: Die Wahl dieser spezifischen Hardware ist für die Einordnung der Ergebnisse essenziell. Denn moderne Betriebssysteme wie Windows 10 und 11 sind fundamental auf die Zugriffszeiten von SSDs optimiert. Viele Hintergrunddienste, Indizierungsprozesse und Sicherheitsfeatures setzen hohe I/O-Leistung voraus, die eine alte Magnetfestplatte nicht liefern kann. Zudem wird der verbaute Sandy-Bridge-Prozessor des verwendeten Testgeräts offiziell nicht mehr von Windows 11 unterstützt, was die Installation nur über Umwege ermöglichte und potenzielle Treiberkonflikte begünstigt. Diese Einschränkungen sollten bei der Interpretation der Ergebnisse also bedacht werden.
Auf YouTube ansehen
Auch bei der Betrachtung des Arbeitsspeichers im Leerlauf wird die Entwicklung der Software-Architektur deutlich. Während das 2001 erschienene Windows XP lediglich knapp 0,8 Gigabyte des vorhandenen Speichers belegte, genehmigte sich Windows 11 direkt nach dem Start bereits 3,3 Gigabyte. Dieser immense Mehrverbrauch ist teilweise auf moderne Sicherheitsfunktionen, Telemetrie und grafische Effekte zurückzuführen, die in älteren Versionen schlicht nicht existierten. Windows 10 verbraucht im Vergleich mit 2,3 Gigabyte allerdings dennoch deutlich weniger.
Dass Windows XP hier frühzeitig ausstieg, liegt an technischen Limitierungen der damaligen Speicheradressierung und der fehlenden Unterstützung moderner Browser-Sandbox-Technologien bei hoher Last. Dass jedoch Windows 11 bei identischer Hardware weniger als 50 Tabs bewältigen konnte, bevor das System unbenutzbar wurde, deutet auf einen massiven Overhead durch Hintergrundprozesse hin.
Das Experiment von TrgrZolt zeigt anschaulich, dass "neuer" rein technisch betrachtet mehr Ressourcen verlangt. Wer noch alte Hardware ohne SSD nutzt, ist mit einem älteren Betriebssystem rein performancetechnisch oft besser bedient. Allerdings entstehen immense Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates. Für moderne Arbeitsumgebungen ist der Test aufgrund der verwendeten Hardware nur bedingt repräsentativ, zeigt aber dennoch, wie sich der Ressourcenbedarf von Microsofts Betriebssystem in den letzten Jahren entwickelt hat.
Was haltet ihr von dem Test? Haben die Ergebnisse einen Wert oder sind sie aufgrund der verwendeten Hardware unbrauchbar? Wir sind gespannt auf eure Meinung in den Kommentaren.
Siehe auch:
Windows-Generationen im Leistungsvergleich
Windows 11 wird viel kritisiert. So stößt etwa Microsofts Plan, das Betriebssystem in ein Agentic OS voller KI zu verwandeln, bei Nutzern auf Ablehnung. KI und Bloatware würden das OS gefühlt langsam und träge machen. Und obwohl man in Redmond gerade die Performance des Datei-Explorers verbessert hat und eine optimierte Gaming-Leistung verspricht, bleiben immer noch viele Anwender bei Windows 10, wie die neuesten Nutzerzahlen vom Dezember 2025 zeigen. Doch ist Windows 11 wirklich so viel langsamer als seine Vorgänger? Dieser Frage hat sich jetzt ein umfangreicher Test gewidmet und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.Sechs Generationen des Microsoft-Betriebssystems traten dabei in einem direkten Leistungsvergleich gegeneinander an. Das Experiment sollte klären, wie sich der Ressourcenhunger der Software über die letzten zwei Jahrzehnte entwickelt hat und ob die neueren Versionen wirklich zwangsläufig langsamer arbeiten. Als Testplattform diente ein Lenovo ThinkPad X220 aus dem Jahr 2011. Das Notebook war mit einem Intel Core i5-2520M Prozessor, acht Gigabyte Arbeitsspeicher und einer klassischen HDD ausgestattet.
Noch bevor es um die Ergebnisse geht: Die Wahl dieser spezifischen Hardware ist für die Einordnung der Ergebnisse essenziell. Denn moderne Betriebssysteme wie Windows 10 und 11 sind fundamental auf die Zugriffszeiten von SSDs optimiert. Viele Hintergrunddienste, Indizierungsprozesse und Sicherheitsfeatures setzen hohe I/O-Leistung voraus, die eine alte Magnetfestplatte nicht liefern kann. Zudem wird der verbaute Sandy-Bridge-Prozessor des verwendeten Testgeräts offiziell nicht mehr von Windows 11 unterstützt, was die Installation nur über Umwege ermöglichte und potenzielle Treiberkonflikte begünstigt. Diese Einschränkungen sollten bei der Interpretation der Ergebnisse also bedacht werden.
Windows-Varianten der letzten 25 Jahre
Verantwortlich für diesen aufwendigen Vergleich ist der YouTube-Kanal TrgrZolt. Der Tester installierte nacheinander unterschiedliche Versionen von Windows und führte identische Versuche durch. Dabei wurden die folgenden Pro-Varianten des Microsoft-Betriebssystems mit den jeweils neuesten Updates getestet. In Klammern steht dabei der jeweilige Speicherplatzbedarf.- Windows XP (18,9 GB)
- Windows Vista (37,8 GB)
- Windows 7 (44,6 GB)
- Windows 8.1 (27,9 GB)
- Windows 10 (36,7 GB)
- Windows 11 (37,3 GB)
Auf YouTube ansehenDramatische Unterschiede beim RAM-Verbrauch
Bereits beim Bootvorgang zeigten sich massive Unterschiede. Überraschenderweise sicherte sich das oft kritisierte Windows 8.1 hier den Spitzenplatz und startete schneller als alle anderen Kandidaten. Windows 11 hingegen landete abgeschlagen auf dem letzten Platz und benötigte signifikant mehr Zeit, bis der Desktop einsatzbereit war.Auch bei der Betrachtung des Arbeitsspeichers im Leerlauf wird die Entwicklung der Software-Architektur deutlich. Während das 2001 erschienene Windows XP lediglich knapp 0,8 Gigabyte des vorhandenen Speichers belegte, genehmigte sich Windows 11 direkt nach dem Start bereits 3,3 Gigabyte. Dieser immense Mehrverbrauch ist teilweise auf moderne Sicherheitsfunktionen, Telemetrie und grafische Effekte zurückzuführen, die in älteren Versionen schlicht nicht existierten. Windows 10 verbraucht im Vergleich mit 2,3 Gigabyte allerdings dennoch deutlich weniger.
Großer Overhead
Besonders drastisch fielen die Unterschiede auch im Multitasking-Test aus. Hierbei öffnete TrgrZolt im "Supermium"-Browser - einer modernen Chromium-Variante, die auch auf alten Systemen läuft - so viele Tabs, bis eine RAM-Auslastung von etwa fünf Gigabyte erreicht war oder das System instabil wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen die gestiegenen Anforderungen:- Windows XP: Absturz nach ca. 50 Tabs
- Windows Vista: 184 Tabs
- Windows 7: 235 Tabs
- Windows 8.1: 252 Tabs
- Windows 10: 150 Tabs
- Windows 11: 49 Tabs
Dass Windows XP hier frühzeitig ausstieg, liegt an technischen Limitierungen der damaligen Speicheradressierung und der fehlenden Unterstützung moderner Browser-Sandbox-Technologien bei hoher Last. Dass jedoch Windows 11 bei identischer Hardware weniger als 50 Tabs bewältigen konnte, bevor das System unbenutzbar wurde, deutet auf einen massiven Overhead durch Hintergrundprozesse hin.
Sicherheit hat ihren Preis
In weiteren Disziplinen wie der Akkulaufzeit und dem Starten von Standardanwendungen wie dem Datei-Explorer belegte das aktuelle Betriebssystem ebenfalls häufig den letzten Platz. Das könnte unter anderem an Sicherheitsfunktionen wie BitLocker und dem Defender liegen. Diese Dienste scannen und verschlüsseln Daten permanent im Hintergrund. Auf einer modernen SSD ist dieser Vorgang kaum spürbar, auf einer alten HDD führt er jedoch zu massiven Verzögerungen.Das Experiment von TrgrZolt zeigt anschaulich, dass "neuer" rein technisch betrachtet mehr Ressourcen verlangt. Wer noch alte Hardware ohne SSD nutzt, ist mit einem älteren Betriebssystem rein performancetechnisch oft besser bedient. Allerdings entstehen immense Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates. Für moderne Arbeitsumgebungen ist der Test aufgrund der verwendeten Hardware nur bedingt repräsentativ, zeigt aber dennoch, wie sich der Ressourcenbedarf von Microsofts Betriebssystem in den letzten Jahren entwickelt hat.
Was haltet ihr von dem Test? Haben die Ergebnisse einen Wert oder sind sie aufgrund der verwendeten Hardware unbrauchbar? Wir sind gespannt auf eure Meinung in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Windows 11 schneidet in Speedtests gegen ältere Versionen schlecht ab
- Windows 8.1 startet am schnellsten, Windows 11 benötigt deutlich mehr Zeit
- Windows XP verbraucht nur 0,8 GB RAM im Leerlauf, Windows 11 hingegen 3,3 GB
- Im Browser-Test schafft Windows 11 nur 49 Tabs gegenüber 252 bei Windows 8.1
- Lenovo ThinkPad X220 von 2011 mit HDD diente als Testplattform für alle Systeme
- Moderne Windows-Versionen sind für SSDs optimiert und auf älteren HDDs langsamer
- Testergebnisse zeigen höheren Ressourcenbedarf neuerer Betriebssysteme
Siehe auch:
- Windows 11 in der Krise - sinkende Nutzerzahlen im Dezember 2025
- Überarbeitete Teilen-Funktion für Windows, Empfehlungen fliegen raus
- Andromeda OS: Microsofts tote Windows-Vision auf Surface Duo testen
- Windows 11: Microsoft behebt Ressourcen-Hunger des Datei-Explorers
- Vorsicht bei Windows-Aktivierung: Hacker nutzen Tippfehler aus
Thema:
Neue Windows 11-Downloads
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- So wird Windows 11 24H2 auf nicht unterstützter Hardware installiert
- Windows 11 vom USB-Stick installieren: Schnell und einfach erledigt
- Windows 11: So geht das Backup vorinstallierter Treiber beim Neu-PC
- Windows 11: Installationsmedium mit eigenen Treibern - so geht's
- Ayaneo Kun: Vielseitiger Gaming-Handheld mit Windows 11 im Test
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