Ukraine will russisches U-Boot mit Unterwasserdrohne versenkt haben
Die russische Schwarzmeerflotte wähnte sich im Hafen von Noworossijsk eigentlich in Sicherheit. Doch eine ukrainische Unterwasser-Drohne hat diese Ruhe nun beendet und ein 400 Millionen Dollar teures U-Boot der Kilo-Klasse lahmgelegt.
Das neuartige ukrainische Waffensystem trägt die Bezeichnung "Sub Sea Baby" und zielt darauf ab, die russische Flotte auch in ihren vermeintlich sicheren Rückzugshäfen zu treffen, in die sie sich nach Angriffen auf Sewastopol zurückgezogen hatte.
Der Angriff richtete sich gegen eines der modernsten konventionellen U-Boote der russischen Marine. Das Ziel befand sich zum Zeitpunkt der Explosion an einem Pier im Marinestützpunkt, weit entfernt von den üblichen Kampfzonen. Während Russland den Angriff offiziell dementiert und behauptet, alle Einheiten seien unbeschädigt, deuten Videoaufnahmen auf eine massive Detonation am Heck des Bootes hin. Das Szenario zeigt deutlich, wie sich die asymmetrische Kriegsführung durch den Einsatz autonomer Systeme zunehmend von der Wasseroberfläche in die Tiefe verlagert.
Die Kilo-Klasse ist für ihre extrem geringe akustische Signatur bekannt, die durch eine spezielle anechoische Außenbeschichtung erreicht wird. Wegen dieser Eigenschaft wird die Klasse im NATO-Jargon oft als "Schwarzes Loch" bezeichnet. An Bord befanden sich vier Startvorrichtungen für Kalibr-Marschflugkörper, die regelmäßig für Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur genutzt werden.
Technisch unterscheidet sich das "Sub Sea Baby" signifikant von den bisher bekannten Überwasser-Drohnen (USV) der "Sea Baby"-Reihe, wie sie die Ukraine bisher gegen Brücken und Schiffe einsetzte. Während USVs oft über Starlink oder Funk gesteuert werden können, ist dies unter Wasser physikalisch unmöglich. Hochfrequente Funksignale dringen nur wenige Zentimeter tief in Wasser ein. Das bedeutet, dass das "Sub Sea Baby" nicht fern, sondern autonom gesteuert werden muss. Es handelt sich um ein UUV (Unmanned Underwater Vehicle), das komplexe Navigationsherausforderungen ohne GPS-Signal bewältigen muss.
Laut Naval News funktioniert das System vermutlich eher wie ein autonomer Torpedo. Das Gerät wird wahrscheinlich über Wegpunkte in die allgemeine Nähe des Ziels gelenkt, bevor dessen eigene Systeme übernehmen und die Waffe autonom zum Ziel steuern. Das ermöglicht es der Drohne, unter den physischen Sperren und Netzen hindurchzutauchen, die eigentlich gegen Überwasser-Boote an der Hafeneinfahrt errichtet wurden.
Ein spannendes technisches Detail ist, dass das veröffentlichte Video des Angriffs nicht von der Drohne selbst stammt, sondern offenbar von einer Überwachungskamera des Hafens. Das legt nahe, dass es ukrainischen Hackern gelungen ist, sich parallel zum physischen Angriff in das russische Videoüberwachungssystem einzuschleusen. Auf den Aufnahmen sind Schiffe mit grünen Bounding-Boxes versehen, was auf den Einsatz von KI-gestützter Bilderkennung zur Identifizierung der Ziele hindeutet.
Was haltet ihr von dieser technischen Entwicklung in der autonomen Kriegsführung? Glaubt ihr, dass klassische Hafenverteidigungssysteme gegen solche UUVs bald überflüssig sind? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Siehe auch:
Premiere: Drohne trifft russisches U-Boot
Anfang dieser Woche ereignete sich im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk ein Vorfall, der militärtechnisch als echte Zäsur bewertet werden kann. Erstmals in der Geschichte der modernen Seekriegsführung wurde ein russisches U-Boot der verbesserten Kilo-Klasse erfolgreich durch eine unbemannte Unterwasserdrohne angegriffen.Das neuartige ukrainische Waffensystem trägt die Bezeichnung "Sub Sea Baby" und zielt darauf ab, die russische Flotte auch in ihren vermeintlich sicheren Rückzugshäfen zu treffen, in die sie sich nach Angriffen auf Sewastopol zurückgezogen hatte.
Der Angriff richtete sich gegen eines der modernsten konventionellen U-Boote der russischen Marine. Das Ziel befand sich zum Zeitpunkt der Explosion an einem Pier im Marinestützpunkt, weit entfernt von den üblichen Kampfzonen. Während Russland den Angriff offiziell dementiert und behauptet, alle Einheiten seien unbeschädigt, deuten Videoaufnahmen auf eine massive Detonation am Heck des Bootes hin. Das Szenario zeigt deutlich, wie sich die asymmetrische Kriegsführung durch den Einsatz autonomer Systeme zunehmend von der Wasseroberfläche in die Tiefe verlagert.
Das ukrainische Video soll den erfolgreichen U-Boot-Angriff zeigen
Millionenschaden am "Schwarzen Loch"
Wie aus einer Mitteilung des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) hervorgeht, erlitt das U-Boot bei der Operation kritische Schäden und ist faktisch außer Gefecht gesetzt. Das SBU führte den Schlag gemeinsam mit den ukrainischen Seestreitkräften durch. Das betroffene U-Boot besitzt einen geschätzten Wert von etwa 400 Millionen Dollar. Ein Neubau würde allerdings aufgrund aktueller Sanktionen sowie der Inflation heute bis zu 500 Millionen Dollar (etwa 425 Millionen Euro) kosten.Die Kilo-Klasse ist für ihre extrem geringe akustische Signatur bekannt, die durch eine spezielle anechoische Außenbeschichtung erreicht wird. Wegen dieser Eigenschaft wird die Klasse im NATO-Jargon oft als "Schwarzes Loch" bezeichnet. An Bord befanden sich vier Startvorrichtungen für Kalibr-Marschflugkörper, die regelmäßig für Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur genutzt werden.
Technisch unterscheidet sich das "Sub Sea Baby" signifikant von den bisher bekannten Überwasser-Drohnen (USV) der "Sea Baby"-Reihe, wie sie die Ukraine bisher gegen Brücken und Schiffe einsetzte. Während USVs oft über Starlink oder Funk gesteuert werden können, ist dies unter Wasser physikalisch unmöglich. Hochfrequente Funksignale dringen nur wenige Zentimeter tief in Wasser ein. Das bedeutet, dass das "Sub Sea Baby" nicht fern, sondern autonom gesteuert werden muss. Es handelt sich um ein UUV (Unmanned Underwater Vehicle), das komplexe Navigationsherausforderungen ohne GPS-Signal bewältigen muss.
Laut Naval News funktioniert das System vermutlich eher wie ein autonomer Torpedo. Das Gerät wird wahrscheinlich über Wegpunkte in die allgemeine Nähe des Ziels gelenkt, bevor dessen eigene Systeme übernehmen und die Waffe autonom zum Ziel steuern. Das ermöglicht es der Drohne, unter den physischen Sperren und Netzen hindurchzutauchen, die eigentlich gegen Überwasser-Boote an der Hafeneinfahrt errichtet wurden.
Ein spannendes technisches Detail ist, dass das veröffentlichte Video des Angriffs nicht von der Drohne selbst stammt, sondern offenbar von einer Überwachungskamera des Hafens. Das legt nahe, dass es ukrainischen Hackern gelungen ist, sich parallel zum physischen Angriff in das russische Videoüberwachungssystem einzuschleusen. Auf den Aufnahmen sind Schiffe mit grünen Bounding-Boxes versehen, was auf den Einsatz von KI-gestützter Bilderkennung zur Identifizierung der Ziele hindeutet.
Was haltet ihr von dieser technischen Entwicklung in der autonomen Kriegsführung? Glaubt ihr, dass klassische Hafenverteidigungssysteme gegen solche UUVs bald überflüssig sind? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Ukrainische Unterwasserdrohne beschädigt russisches U-Boot im Hafen von Noworossijsk
- Erste erfolgreiche Attacke auf modernes U-Boot durch autonome Unterwasserdrohne
- Die unbemannte Drohne "Sub Sea Baby" überwindet physische Hafensperren
- Ukrainischer Sicherheitsdienst griff gemeinsam mit Seestreitkräften an
- Das betroffene U-Boot wurde zur Abfeuerung von Kalibr-Marschflugkörpern genutzt
- Videoaufnahmen stammen möglicherweise aus gehackten russischen Überwachungssystemen
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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