Ukrainer verwirren tödliche russische Kinschal-Raketen mit einem Lied
Die russischen Kinschal-Raketen galten auf ihrem Weg ins Ziel lange als quasi nicht aufzuhalten. Nun aber sollen ukrainische Spezialisten einen Weg gefunden haben, mit dem sie der Geschosse doch noch Herr werden können.
Wie Mitglieder der ukrainischen EW-Einheit "Night Watch" gegenüber dem Tech-Magazin 404 Media erklärten, nutzen sie ein Störsystem namens Lima EW, das die Orientierung der Raketen manipuliert. Die Kinschal, die auf GLONASS-Satelliten angewiesen ist, werde im betroffenen Gebiet vollständig vom Kontakt zu den Navigationssignalen abgeschnitten. Das würde letztlich aber nur zum Teil helfen, die Rakete vom Erreichen ihres Ziels abzuhalten.
Das System erzeugt daher nicht nur Rauschen, sondern schleust auch digitale Fehlinformationen in den Empfänger. Dass dies funktioniert, liegt laut Night Watch an einer überraschend altmodischen Technik innerhalb der Rakete. Eine analysierte abgeschossene Kinschal habe neben modernen Antennen auch Bauteile enthalten, die mit älteren sowjetischen Systemen vergleichbar waren.
Um das Navigationssystem zu verwirren, senden die ukrainischen Spezialisten unter anderem die Melodie des Lieds "Vater unser ist Bandera" in binären Signalen codiert. Die Songwahl sei bewusst humorvoll, erklärte Night Watch. Denn Moskau benutze die Figur des ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera regelmäßig in seiner Propaganda.
Russland versuche inzwischen, die Täuschung durch mehr Empfänger an Bord zu umgehen - statt bisher acht nun bis zu 16. Doch laut Night Watch bringe das keinen Vorteil: Die Lima-Störung erfasse alle Frequenzen gleichzeitig. Weitere technische Aufrüstungen seien daher aus ukrainischer Sicht "ziemlich nutzlos". Trotzdem bleiben die Fortschritte beider Seiten auch in diesem Bereich letztlich ein typisches Katz-und-Maus-Spiel.
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Rakete galt lange als unaufhaltsam
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen unerwartet wirksamen Weg gefunden, um Russlands als "unaufhaltsam" gepriesene Kinschal-Raketen auszuschalten: Mit elektronischer Kriegsführung (EW), die zugleich hochmodern und überraschend verspielt ist. Die Hyperschallwaffe, die Moskau und auch US-Präsident Joe Biden lange als nahezu nicht abfangbar beschrieben hatten, lässt sich offenbar doch durch gezieltes Stören ihrer Navigation aus der Bahn bringen.Wie Mitglieder der ukrainischen EW-Einheit "Night Watch" gegenüber dem Tech-Magazin 404 Media erklärten, nutzen sie ein Störsystem namens Lima EW, das die Orientierung der Raketen manipuliert. Die Kinschal, die auf GLONASS-Satelliten angewiesen ist, werde im betroffenen Gebiet vollständig vom Kontakt zu den Navigationssignalen abgeschnitten. Das würde letztlich aber nur zum Teil helfen, die Rakete vom Erreichen ihres Ziels abzuhalten.
Das System erzeugt daher nicht nur Rauschen, sondern schleust auch digitale Fehlinformationen in den Empfänger. Dass dies funktioniert, liegt laut Night Watch an einer überraschend altmodischen Technik innerhalb der Rakete. Eine analysierte abgeschossene Kinschal habe neben modernen Antennen auch Bauteile enthalten, die mit älteren sowjetischen Systemen vergleichbar waren.
Um das Navigationssystem zu verwirren, senden die ukrainischen Spezialisten unter anderem die Melodie des Lieds "Vater unser ist Bandera" in binären Signalen codiert. Die Songwahl sei bewusst humorvoll, erklärte Night Watch. Denn Moskau benutze die Figur des ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera regelmäßig in seiner Propaganda.
Russen suchen Lösung
Nachdem die Rakete mit der "musikalischen" Störung belegt ist, simuliert das System anschließend Navigationsdaten, die der Rakete vorgaukeln, sie befinde sich in Lima, Peru. Der daraufhin erfolgende plötzliche Versuch des Hyperschallgeschosses, Kurskorrekturen vorzunehmen, die sie doch noch in die Ukraine bringen, führt zur strukturellen Überlastung: Bei Geschwindigkeiten von über Mach 5 könne der Flugkörper abrupten Manövern nicht standhalten und breche buchstäblich auseinander. In den letzten zwei Wochen sollen so bereits 19 Kinschal zerstört worden sein, bevor sie ihr Ziel treffen konnten.Russland versuche inzwischen, die Täuschung durch mehr Empfänger an Bord zu umgehen - statt bisher acht nun bis zu 16. Doch laut Night Watch bringe das keinen Vorteil: Die Lima-Störung erfasse alle Frequenzen gleichzeitig. Weitere technische Aufrüstungen seien daher aus ukrainischer Sicht "ziemlich nutzlos". Trotzdem bleiben die Fortschritte beider Seiten auch in diesem Bereich letztlich ein typisches Katz-und-Maus-Spiel.
Zusammenfassung
- Ukrainische Einheit 'Night Watch' verwirrt Kinschal-Raketen mit Lima EW
- System unterbricht GLONASS-Verbindung und täuscht falsche Standortdaten vor
- In binären Signalen wird die Melodie des Lieds 'Vater unser ist Bandera' codiert
- Raketen brechen bei Geschwindigkeiten über Mach 5 durch Kurskorrekturversuche
- Trotz russischer Gegenmaßnahmen sollen bereits 19 Kinschal-Raketen zerstört worden
- Technisches Wettrüsten entwickelt sich zu typischem Katz-und-Maus-Spiel
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