Calibri zu "nett"? US-Außenministerium stellt auf Times New Roman um

Das US-Außenministerium greift durch. Statt der unter der Vorgäng­erregierung aus Gründen einer besseren Barrierefreiheit eingeführ­ten Schriftart "Calibri" kommuniziert man ab sofort schriftlich nur noch in Form der klassischen "Times New Roman".
Microsoft Office, Schriftart, Font, Times New Roman, Serifen
Adobe

Times New Roman kehrt zurück

US-Außenminister Marco Rubio wagt sich in ein neues Politikfeld vor: Typefaces bzw. Schriftarten und Typografie. Gestern wurde laut einem offiziellen Papier, das einer US-Zeitung vorliegt, von oberster Stelle die Verwendung der Schriftart Calibri in der offiziellen Kommunikation untersagt. Die Biden-Regierung hatte erst 2023 auf Calibri umgestellt.

In seiner Direktive erklärt der US-Außenminister unter anderem, dass man mit der Umstellung zurück auf Times New Roman für mehr Klarheit und Formalität in der Präsentation offizieller Dokumente sorgen wolle. Die Anordnung gilt unter anderem für die in aller Welt verteilten US-Diplomaten.

Calibri ist "verschwenderisch"

Rubio verwies laut der New York Times unter anderem darauf, dass man "radikale" Programme der Vorgängerregierung rund um Vielfalt, Inklusion und Gleichbehandlung sowie Barrierefreiheit zurücknehme, die "verschwenderisch", ineffektiv und fehlgeleitet seien.


Mit dem Wechsel zurück zu "Times New Roman" will man wieder für mehr Professionalität in der schriftlichen Arbeit des Außenministeriums sorgen, hieß es weiter. Die seit 2023 verwendete Calibri ist eine serifenlose Schriftart und wirkt im Vergleich zu Schriftarten mit Serifen wie Times New Roman angeblich nicht "förmlich" genug. Außerdem stehe sie im Kontrast zum offiziellen Briefkopf des US-Außenministeriums, hieß es.

Vorgängerregierung wollte Barrierefreiheit verbessern

Die Mitarbeiter des US-Außenministeriums müssen nun allesamt wieder Times New Roman in Schriftgröße 14 für sämtliche offizielle Kommunikation verwenden. Rubios Vorgänger hatte die Umstellung auf Calibri 2023 angeordnet, nachdem die inzwischen aufgelöste Stelle für Vielfalt und Inklusion im US-Außenministerium eine entsprechende Empfehlung gegeben hatte. Es ging dabei angeblich vor allem darum, die Lesbarkeit für Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche, Sehbehinderungen und anderen Einschränkungen zu verbessern.

Calibri nutzt vergleichsweise große Abstände zwischen den einfacher gestalteten Buchstaben, wodurch die Lesbarkeit oft als leichter eingestuft wird. In seinem Schreiben erklärte Rubio aber, dass die Beschwerden wegen einer mangelnden Lesbarkeit durch die Umstellung nicht zurückgegangen seien, während die offizielle Korrespondenz des Ministeriums abgewertet wurde.

Times New Roman war seit 2004 die Standardschrift des US-Außenministeriums, nachdem zuvor stets die noch ältere "Courier New" zum Einsatz gekommen war. Serifenschriftarten weisen meist kleine "Haken" oder auch "Schnörkel" auf, die sie angenehmer lesbar machen. Sie werden daher häufig in Büchern und Schriftstücken verwendet. Serifenlose Schriftarten wie Calibri werden hingegen oft als "weicher" angesehen.

Microsoft hatte Calibri 2013 zur Standardschrift in Office gemacht, bevor man sie im Jahr 2023 durch die jüngere Aptos (auch bekannt als Bierstadt) ablöste.

Download BirdFont - Eigene Schriftarten erstellen
Zusammenfassung
  • US-Außenministerium wechselt von Calibri zurück zu Times New Roman
  • Minister Rubio will mehr Formalität und Professionalität erreichen
  • Die Änderung hebt Maßnahmen zur Barrierefreiheit der Vorgängerregierung auf
  • Calibri wurde 2023 eingeführt, um bessere Lesbarkeit zu gewährleisten
  • Dokumente müssen nun in Times New Roman mit Schriftgröße 14 verfasst werden
  • Rubio bezeichnet frühere Programme für Vielfalt als verschwenderisch
  • Serifenlose Calibri galt als weniger förmlich im Vergleich zur Times New Roman

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!