Microsoft gesteht Abo-Täuschung:
Millionen zahlen zu viel für MS 365
Microsoft 'entschuldigt' sich wenig überzeugend bei 2,7 Millionen australischen Nutzern für irreführende Kommunikation zu Abo-Optionen bei Microsoft 365. Jetzt bietet das Unternehmen Erstattungen an. Doch selbst dabei macht man keine gute Figur.
Die jährlichen Abonnementpreise stiegen in Australien Ende 2024 für den Personal-Plan um 45 Prozent und beim Family-Plan um 29 Prozent. In Deutschland würde das etwa einer Erhöhung von 69 auf 99 Euro (Personal) beziehungsweise von 99 auf 129 Euro (Family) entsprechen.
Die Classic-Pläne wurden Kunden allerdings nur während des Kündigungsprozesses vorgeschlagen und in der regulären Kommunikation nicht erwähnt. Nutzer, die die Preiserhöhung widerwillig akzeptierten, erfuhren nichts von der günstigeren Alternative. Diese Vorgehensweise verstößt gegen australisches Verbraucherrecht, das Transparenz bei Preisänderungen vorschreibt.
So berichteten mehrere Kunden, dass sie falsche Links erhielten, die ihnen nicht ihre zustehende Erstattung gewährten. Ein Sprecher bestätigte, dass "Abonnenten einen falschen Link erhalten haben" und entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. Diese weitere Panne lässt Microsoft noch schlechter dastehen und zeigt, dass das Unternehmen auch bei der Schadensbegrenzung nicht fehlerfrei agiert.
Microsoft ist jedoch nicht das erste Unternehmen, das wegen irreführender Abo-Praktiken in die Kritik gerät. Adobe, Netflix und andere sahen sich in der Vergangenheit ebenfalls Vorwürfen ausgesetzt. Die australische Rechtsprechung könnte Signalwirkung für andere Länder haben, in denen Verbraucherschützer ähnliche Praktiken beobachten.
Was haltet ihr von Microsofts Vorgehen bei den Abo-Änderungen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!
Siehe auch:
Microsoft führt Nutzer in die Irre
Microsoft hat sich bei 2,7 Millionen australischen Nutzern entschuldigt, nachdem die Verbraucherschutzbehörde ACCC Kritik am intransparenten Vorgehen des Technologiekonzerns bei der Preisgestaltung von Microsoft 365 geäußert und eine entsprechende Klage angestrengt hatte. Das Unternehmen habe bewusst eine günstigere Abo-Option verschwiegen, um Nutzer teurere Pläne mit seinem KI-Assistenten Copilot zu verkaufen.Die jährlichen Abonnementpreise stiegen in Australien Ende 2024 für den Personal-Plan um 45 Prozent und beim Family-Plan um 29 Prozent. In Deutschland würde das etwa einer Erhöhung von 69 auf 99 Euro (Personal) beziehungsweise von 99 auf 129 Euro (Family) entsprechen.
Verschleierung der Classic-Optionen
Microsoft teilte betroffenen Abonnenten mit automatischer Verlängerung mit, sie müssten entweder die Copilot-Integration akzeptieren und höhere Preise zahlen oder ihr Abonnement kündigen. Diese Information war laut ACCC jedoch irreführend, da es mit Microsoft 365 Personal- oder Family-Classic eine dritte Option ohne KI gab, bei der weiterhin der alte, niedrigere Preis galt.Die Classic-Pläne wurden Kunden allerdings nur während des Kündigungsprozesses vorgeschlagen und in der regulären Kommunikation nicht erwähnt. Nutzer, die die Preiserhöhung widerwillig akzeptierten, erfuhren nichts von der günstigeren Alternative. Diese Vorgehensweise verstößt gegen australisches Verbraucherrecht, das Transparenz bei Preisänderungen vorschreibt.
Microsofts 'Entschuldigung'
Wie unter anderem Windows Central berichtet, räumte Microsoft jetzt ein, man "hätte klarer über die Verfügbarkeit eines KI-freien Angebots kommunizieren können". Die Kommunikation sei unter dem Standard des Unternehmens gewesen. Diese Entschuldigung erscheint recht halbherzig und kommt zudem erst nach monatelangen rechtlichen Auseinandersetzungen mit der australischen Verbraucherschutzbehörde.Erstattungen mit technischen Problemen
Microsoft bietet nun Erstattungen für berechtigte Abonnenten an, die zu den günstigeren Classic-Plänen wechseln möchten. Abonnenten, die vor Ende 2025 wechseln, erhalten innerhalb von 30 Tagen Rückerstattungen für Zahlungen ab dem 30. November 2024. Doch selbst bei der Umsetzung der Entschuldigung sammelt Microsoft keine Sympathien.So berichteten mehrere Kunden, dass sie falsche Links erhielten, die ihnen nicht ihre zustehende Erstattung gewährten. Ein Sprecher bestätigte, dass "Abonnenten einen falschen Link erhalten haben" und entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. Diese weitere Panne lässt Microsoft noch schlechter dastehen und zeigt, dass das Unternehmen auch bei der Schadensbegrenzung nicht fehlerfrei agiert.
Rechtliche Konsequenzen
Die ACCC-Vorsitzende Gina Cass-Gottlieb begrüßte Microsofts Entschuldigung, betonte jedoch, dass diese nicht aus einer Einigung mit der Behörde resultierte. Die Kommission verfolge weiterhin Strafen, einstweilige Verfügungen und Kostenerstattungen vor Gericht. Microsoft könnten Strafen von bis zu 50 Millionen australischen Dollar (etwa 28 Millionen Euro) oder 30 Prozent des Umsatzes während der Verletzungszeit drohen.Microsoft ist jedoch nicht das erste Unternehmen, das wegen irreführender Abo-Praktiken in die Kritik gerät. Adobe, Netflix und andere sahen sich in der Vergangenheit ebenfalls Vorwürfen ausgesetzt. Die australische Rechtsprechung könnte Signalwirkung für andere Länder haben, in denen Verbraucherschützer ähnliche Praktiken beobachten.
Was haltet ihr von Microsofts Vorgehen bei den Abo-Änderungen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Microsoft entschuldigt sich bei 2,7 Millionen australischen Nutzern
- Günstigere Abo-Option ohne KI wurde bei Preiserhöhung bewusst verschwiegen
- Preise für Microsoft 365 stiegen Ende 2024 um bis zu 45 Prozent
- Classic-Pläne wurden nur während des Kündigungsprozesses angeboten
- Australische Behörde ACCC kritisiert Intransparenz als rechtswidrig
- Erstattungen für berechtigte Kunden mit erneuten technischen Pannen
- Microsoft drohen Strafen von bis zu 28 Millionen Euro
Siehe auch:
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