OneDrive: Neue Gesichtserkennung nur 3-mal im Jahr abschaltbar

Eine neue Funktion in Microsofts OneDrive sorgt für Aufsehen. Vor allem deshalb, weil Nutzer sie nach aktuellem Stand nur dreimal im Jahr ausschalten dürfen. Es geht um ein Gesichtserkennungs-Feature für hochgeladene Fotos.
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Immer mehr KI

Nach der tiefgreifenden Integration von KI-Diensten wie Copilot in die Microsoft-365-Produktpalette sorgt nun eine neue Einstellung in OneDrive für Stirnrunzeln bei Nutzern: Der Cloud-Dienst kann künftig Gesichter auf Fotos automatisch erkennen - und die Funktion lässt sich nur dreimal pro Jahr deaktivieren.

Ein Bericht auf der Tech-Plattform Slashdot schildert den Vorfall eines Nutzers, der beim Hochladen eines Fotos auf OneDrive bemerkte, dass der Dienst eine neue Option mit dem Namen "People Section" anbietet. Diese nutzt Künstliche Intelligenz, um Gesichter auf Bildern zu identifizieren und sie bestimmten Personen zuzuordnen, angeblich, um das Wiederfinden von Fotos zu erleichtern.


Versuchte der Nutzer, diese Gesichtserkennung abzuschalten, erschien der Hinweis: "Sie können diese Einstellung nur dreimal pro Jahr deaktivieren." Die ungewöhnliche Einschränkung hat unter Anwendern für Verwunderung gesorgt. In Online-Diskussionen wird spekuliert, Microsoft wolle damit verhindern, dass zu oft Daten gelöscht und neu angelegt werden müssen - was vor allem in Ländern mit strengen Datenschutzgesetzen wie der EU zusätzliche Rechenleistung und Speicheroperationen erfordern könnte. Kritiker sehen darin jedoch einen klaren Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung der Nutzer.

Kritik an der Umsetzung

Der Sicherheitsforscher Thorin Klosowski von der Electronic Frontier Foundation (EFF) betonte gegenüber Slashdot, Funktionen, die sensible Daten berühren, müssten grundsätzlich "opt-in" statt "opt-out" gestaltet sein. Nutzer sollten also aktiv zustimmen, bevor biometrische Daten verarbeitet werden. Zudem müsse die Dokumentation transparent und verständlich erklären, welche Risiken und Vorteile mit solchen Funktionen verbunden seien.

Microsoft selbst erklärte auf Anfrage lediglich, dass OneDrive "Datenschutzeinstellungen von Microsoft 365 und SharePoint erbt". Eine Begründung für die dreimalige Deaktivierungsgrenze blieb das Unternehmen schuldig. Bisher taucht das neue Feature wohl auch nur bei Nutzern auf, die als Preview-Tester registriert sind.

Zusammenfassung
  • OneDrive führt automatische Gesichtserkennung für Fotos ein
  • Das Feature ist zunächst nur für Preview-Tester freigeschaltet
  • Nutzer dürfen die Funktion nur dreimal pro Jahr deaktivieren
  • Die Einschränkung sorgt in Online-Diskussionen für Verwunderung
  • Kritiker fordern eine Opt-in-Lösung statt automatischer Aktivierung
  • Microsoft begründet die dreimalige Deaktivierungsgrenze nicht
  • Experten sehen mögliche Probleme mit EU-Datenschutzgesetzen

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