Breiter Protest gegen geplante Gesichtserkennung in Meta-Brillen

Mehr als 70 zivilgesellschaftliche Organisationen haben den US-Technologiekonzern Meta aufgefordert, die Gesichtserkennungs­funktion für seine Datenbrillen Smart Glasses nicht einzuführen. Sie warnen vor dem erheblichen Missbrauchspotenzial.
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WinFuture / KI-generiert

Nicht sicher umsetzbar

Im Zentrum der Kritik steht eine intern als "Name Tag" bezeichnete Funktion, die unter anderem von der The New York Times enthüllt wurde. Sie soll über den KI-Assistenten in Smart Glasses der Marken Ray-Ban und Oakley laufen, die Meta gemeinsam mit dem Brillenhersteller EssilorLuxottica entwickelt. Nutzer könnten damit Informationen über Personen in ihrem Sichtfeld abrufen.

Die Kritik kommt von einem breiten Bündnis, zu dem unter anderem die American Civil Liberties Union (ACLU) und das Electronic Privacy Information Center (EPIC) gehören, wie das US-Magazin Wired berichtet. In einem offenen Brief an Meta-Chef Mark Zuckerberg fordern sie, das Projekt vollständig einzustellen. Gesichtserkennung in unauffälligen Alltagsgeräten lasse sich nicht durch technische Anpassungen oder freiwillige Opt-out-Regeln sicher gestalten. Menschen im öffentlichen Raum hätten keine realistische Möglichkeit, der Erfassung ihrer Daten zuzustimmen.


Besonders problematisch sei außerdem, dass die Technologie auch von Stalkern, gewalttätigen Partnern oder staatlichen Behörden genutzt werden könnte. Die Organisationen verlangen daher unter anderem Transparenz über mögliche Missbrauchsfälle sowie über Kontakte des Unternehmens mit US-Behörden wie Immigration and Customs Enforcement (ICE).

Weitreichende Folgen

Für zusätzliche Empörung sorgt ein internes Memo aus Metas Forschungseinheit Reality Labs. Darin soll das Unternehmen vorgeschlagen haben, die Funktion in einem politisch unruhigen Umfeld einzuführen, da Kritiker dann mit anderen Themen beschäftigt seien. Das Bündnis bezeichnet dieses Vorgehen als "zynisch" und wirft Meta vor, gesellschaftliche Entwicklungen gezielt auszunutzen.

Datenschützer warnen zudem vor weitreichenden Folgen: Echtzeit-Gesichtserkennung könne Anonymität im öffentlichen Raum faktisch abschaffen. Menschen könnten etwa bei Demonstrationen, in religiösen oder medizinischen Einrichtungen von jedermann identifiziert werden.

Meta äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits Gesichtserkennungs-Funktionen eingeschränkt, unter anderem 2021 bei Facebook. Außerdem steht der Konzern auch unter juristischem Druck, unter anderem wegen Datenschutzklagen in Milliardenhöhe.

Zusammenfassung
  • Über 70 Organisationen fordern Meta auf, Gesichtserkennung zu stoppen
  • Kritisiert wird die Funktion Name Tag in Ray-Ban- und Oakley-Brillen
  • Das Bündnis warnt vor Missbrauch durch Stalker, Täter und Behörden
  • Ein internes Memo nennt Einführung im politisch unruhigen Umfeld
  • Datenschützer sehen Anonymität im öffentlichen Raum stark gefährdet
  • Meta schwieg zunächst und steht bereits wegen Datenschutzklagen unter Druck

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