Erster großer Liefervertrag über Rohstoffe vom Mond ist abgeschlossen
Der Abbau von Rohstoffen auf anderen Himmelskörpern galt bisher eher als theoretisches Konzept in der Forschung. Nun aber wurde tatsächlich der erste Liefervertrag unterzeichnet, bei dem Materialien vom Mond herangeschafft werden sollen.
Interlune wurde von ehemaligen Blue-Origin-Managern und einem Apollo-Astronauten gegründet und verfolgt das Ziel, als erstes Unternehmen tatsächlich Mondbergbau zu betreiben. Möglich macht das ein US-Gesetz aus dem Jahr 2015, das US-amerikanischen Firmen die Rechte am Abbau auf Himmelskörpern einräumt. Bislang klang die Idee für viele wie Science-Fiction - doch erste Abnahmeverträge mit Kunden wie Bluefors geben dem Vorhaben neue Glaubwürdigkeit.
Bluefors möchte zwischen 2028 und 2037 jährlich bis zu 10.000 Liter Helium-3 beziehen. Der Stoff kommt auf der Erde selten vor, auf dem Mond jedoch in großen Mengen. Während herkömmliches Helium (Helium-4) vor allem für Luftballons bekannt ist, hat Helium-3 besondere physikalische Eigenschaften: Es eignet sich für den Einsatz in Verdünnungskühlschränken, die Quantencomputer auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts herunterkühlen. Ohne diese extreme Kälte könnten die empfindlichen Qubits der Rechner nicht stabil arbeiten.
Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Schon jetzt existieren Prototypen mit mehr als tausend Qubits, doch für den praktischen Einsatz in Rechenzentren wären Millionen nötig - und damit tausende Liter Helium-3 pro Anlage.
Trotz dieser Fortschritte warnen Experten: Die Gewinnung ist technisch hochkomplex und könnte enorme Mengen an Material bewegen, um nur kleine Helium-3-Mengen zu extrahieren. Interlune will deshalb noch in diesem Jahr eine Kamera auf einem Rover zum Mond schicken, um Vorkommen genauer zu kartieren.
Mit dem Bluefors-Deal steigt nun der Druck, eine verlässliche Lieferkette aufzubauen. "Wir brauchen mehrere Quellen für Helium-3, um den wachsenden Bedarf der Quantencomputer-Industrie zu decken", sagte Bluefors-Managerin Ingela Waismaa.
Siehe auch:
Helium-3 für Quantencomputer
Das finnische Technologieunternehmen Bluefors, das unter anderem extrem starke Kühlsysteme für Quantencomputer produziert, hat einen langfristigen Vertrag über den Bezug von Helium-3 vom Mond abgeschlossen. Das Geschäft mit dem US-Unternehmen Interlune hat ein Volumen von mehr als 300 Millionen Dollar, berichtete die Washington Post.Interlune wurde von ehemaligen Blue-Origin-Managern und einem Apollo-Astronauten gegründet und verfolgt das Ziel, als erstes Unternehmen tatsächlich Mondbergbau zu betreiben. Möglich macht das ein US-Gesetz aus dem Jahr 2015, das US-amerikanischen Firmen die Rechte am Abbau auf Himmelskörpern einräumt. Bislang klang die Idee für viele wie Science-Fiction - doch erste Abnahmeverträge mit Kunden wie Bluefors geben dem Vorhaben neue Glaubwürdigkeit.
Bluefors möchte zwischen 2028 und 2037 jährlich bis zu 10.000 Liter Helium-3 beziehen. Der Stoff kommt auf der Erde selten vor, auf dem Mond jedoch in großen Mengen. Während herkömmliches Helium (Helium-4) vor allem für Luftballons bekannt ist, hat Helium-3 besondere physikalische Eigenschaften: Es eignet sich für den Einsatz in Verdünnungskühlschränken, die Quantencomputer auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts herunterkühlen. Ohne diese extreme Kälte könnten die empfindlichen Qubits der Rechner nicht stabil arbeiten.
Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Schon jetzt existieren Prototypen mit mehr als tausend Qubits, doch für den praktischen Einsatz in Rechenzentren wären Millionen nötig - und damit tausende Liter Helium-3 pro Anlage.
Wachsender Bedarf
Interlune schätzt den Marktpreis des auf dem Mond gewonnenen Helium-3 auf rund 20 Millionen Dollar pro Kilogramm. Auf dem Mond, so Firmenchef Rob Meyerson, lagern mehr als eine Million Tonnen des Isotops - abgelagert durch Sonnenstrahlung über Milliarden von Jahren. Erste Tests mit Prototypen von Förderanlagen verliefen erfolgreich: Interlune entwickelte mit einem US-Partner eine Maschine, die 100 Tonnen Mondstaub pro Stunde bewegen könnte.Trotz dieser Fortschritte warnen Experten: Die Gewinnung ist technisch hochkomplex und könnte enorme Mengen an Material bewegen, um nur kleine Helium-3-Mengen zu extrahieren. Interlune will deshalb noch in diesem Jahr eine Kamera auf einem Rover zum Mond schicken, um Vorkommen genauer zu kartieren.
Mit dem Bluefors-Deal steigt nun der Druck, eine verlässliche Lieferkette aufzubauen. "Wir brauchen mehrere Quellen für Helium-3, um den wachsenden Bedarf der Quantencomputer-Industrie zu decken", sagte Bluefors-Managerin Ingela Waismaa.
Zusammenfassung
- Finnisches Unternehmen Bluefors schließt ersten Liefervertrag für Helium-3 vom Mond
- US-Unternehmen Interlune will als Pionier Mondbergbau im Wert von 300 Millionen Dollar betreiben
- Bluefors benötigt das seltene Helium-3 für Kühlsysteme in Quantencomputern
- Liefervereinbarung sieht jährlich bis zu 10.000 Liter Helium-3 zwischen 2028 und 2037 vor
- Mondstaub enthält durch Sonneneinstrahlung abgelagertes Helium-3 in großen Mengen
- Interlune entwickelte Maschine, die 100 Tonnen Mondstaub pro Stunde bewegen kann
- Trotz technischer Herausforderungen soll Mondbergbau wachsenden Bedarf der Industrie decken
Siehe auch:
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Christian Kahle
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