Saturnmond Titan trotzt den fundamentalen Gesetzen der Physik
Forscher haben eine verblüffende Entdeckung auf dem Saturn-Mond Titan gemacht: Bei extrem niedrigen Temperaturen können sich polare und unpolare Moleküle vermischen - ein Verstoß gegen eine fundamentale Regel der Chemie.
Das polare Wasserstoffcyanid-Molekül kann mit den völlig unpolaren Substanzen Methan und Ethan Kristalle bilden, was überrascht, da sich solche Stoffe normalerweise strikt trennen, ähnlich wie Öl und Wasser. Das Phänomen stellt die chemische Grundregel "Gleiches löst Gleiches" infrage, die besagt, dass sich polare und unpolare Moleküle nicht spontan vermischen.
Die Forschungsergebnisse wurden laut einer Mitteilung der Universität Chalmers in der wissenschaftlichen Zeitschrift PNAS veröffentlicht. Titan teilt Gemeinsamkeiten mit der frühen Entwicklung unseres Planeten und könnte daher Hinweise auf den Ursprung des Lebens liefern.
Als sie die Mischungen mittels Laserspektroskopie untersuchten, fanden sie heraus, dass die Moleküle intakt waren, aber trotzdem etwas passiert war. Um das zu verstehen, kontaktierten sie Martin Rahms Forschungsgruppe an der Chalmers University, die umfangreiche Forschung zu Wasserstoffcyanid betrieben hatte.
Martin Rahm, Assistenzprofessor am Department für Chemie und Chemieingenieurwesen der Chalmers University, sieht das allerdings nicht als Grund, die Chemiebücher neu zu schreiben. Die Entdeckungen könnten jedoch helfen, etwas in riesigem Maßstab zu verstehen - eben einen Mond so groß wie der Planet Merkur.
Was denkt ihr über diese chemische Sensation? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!
Siehe auch:
Chemische Grundregeln auf den Kopf gestellt
Forscher der schwedischen Chalmers University of Technology und der NASA haben eine Entdeckung gemacht, die eine der ältesten Regeln der Chemie infrage stellt. Auf Saturns größtem Mond Titan können sich nämlich Wasserstoffcyanid, Methan und Ethan unter den extremen Kältebedingungen zu stabilen Kristallstrukturen verbinden - obwohl das normalerweise unmöglich ist oder besser gesagt sein sollte.Das polare Wasserstoffcyanid-Molekül kann mit den völlig unpolaren Substanzen Methan und Ethan Kristalle bilden, was überrascht, da sich solche Stoffe normalerweise strikt trennen, ähnlich wie Öl und Wasser. Das Phänomen stellt die chemische Grundregel "Gleiches löst Gleiches" infrage, die besagt, dass sich polare und unpolare Moleküle nicht spontan vermischen.
Titan als Labor für präbiotische Chemie
Saturns größter Mond fasziniert Forscher schon lange mit seiner eisigen Umgebung voller Seen, Meere, Sanddünen und einer dichten Atmosphäre aus Stickstoff, Methan und komplexer kohlenstoffbasierter Chemie. Mit einem Durchmesser von 5150 Kilometern ist Titan größer als der Planet Merkur und nach Jupiters Ganymed der zweitgrößte Mond im Sonnensystem. Die extrem kalte Oberfläche mit Temperaturen um minus 180 Grad Celsius beherbergt Seen und Flüsse aus flüssigem Methan und Ethan - der einzige andere bekannte Ort in unserem Sonnensystem außer der Erde, wo Flüssigkeiten Seen auf der Oberfläche bilden.Die Forschungsergebnisse wurden laut einer Mitteilung der Universität Chalmers in der wissenschaftlichen Zeitschrift PNAS veröffentlicht. Titan teilt Gemeinsamkeiten mit der frühen Entwicklung unseres Planeten und könnte daher Hinweise auf den Ursprung des Lebens liefern.
Unerwartete Kooperation zwischen Molekülen
Die Entdeckung begann mit einer simplen Frage: Was passiert mit Wasserstoffcyanid, nachdem es in Titans Atmosphäre entstanden ist? Wissenschaftler der NASAs Jet Propulsion Laboratory führten Experimente durch, bei denen sie Wasserstoffcyanid mit Methan und Ethan bei Temperaturen von nur 90 Kelvin mischten. Bei diesen Temperaturen ist Wasserstoffcyanid ein Kristall, während Methan und Ethan Flüssigkeiten sind.Als sie die Mischungen mittels Laserspektroskopie untersuchten, fanden sie heraus, dass die Moleküle intakt waren, aber trotzdem etwas passiert war. Um das zu verstehen, kontaktierten sie Martin Rahms Forschungsgruppe an der Chalmers University, die umfangreiche Forschung zu Wasserstoffcyanid betrieben hatte.
Computersimulationen enthüllen Kristallstrukturen
Die Chalmers-Forscher nutzten großangelegte Computersimulationen, um tausende verschiedene Anordnungen der Moleküle im festen Zustand zu testen. In ihrer Analyse fanden sie heraus, dass Kohlenwasserstoffe in das Kristallgitter von Wasserstoffcyanid eingedrungen waren und stabile neue Strukturen namens Co-Kristalle gebildet hatten.Martin Rahm, Assistenzprofessor am Department für Chemie und Chemieingenieurwesen der Chalmers University, sieht das allerdings nicht als Grund, die Chemiebücher neu zu schreiben. Die Entdeckungen könnten jedoch helfen, etwas in riesigem Maßstab zu verstehen - eben einen Mond so groß wie der Planet Merkur.
Bedeutung für die Astrobiologie
Wasserstoffcyanid findet sich an vielen Orten im Universum, beispielsweise in großen Staubwolken, in Planetenatmosphären und in Kometen. Die Erkenntnisse der Studie könnten dabei helfen zu verstehen, was in anderen kalten Umgebungen im Weltraum passiert. Möglicherweise lassen sich auch andere unpolare Moleküle in die Wasserstoffcyanid-Kristalle einlagern und deren Bedeutung für die Chemie vor der Entstehung des Lebens erforschen.Was denkt ihr über diese chemische Sensation? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Forscher entdecken unerwartete Verbindung polarer und unpolarer Moleküle
- Wasserstoffcyanid bildet bei extremer Kälte Kristalle mit Methan und Ethan
- Die Entdeckung stellt die chemische Grundregel 'Gleiches löst Gleiches' infrage
- Titan beherbergt als einziger Ort neben der Erde Seen auf der Oberfläche
- Bei Temperaturen von 90 Kelvin entstehen stabile Strukturen namens Co-Kristalle
- Die Ergebnisse könnten helfen, kalte Umgebungen im Weltraum zu verstehen
- Wasserstoffcyanid könnte bedeutsam für die Chemie vor Lebensentstehung sein
Siehe auch:
- Der Mond rostet - Teilchen von der Erde sind schuld daran
- Erster großer Liefervertrag über Rohstoffe vom Mond ist abgeschlossen
- NASA: Freiwillige Amateure sollen Artemis-2-Flug zum Mond tracken
- US-Regierung will schnell ein Atomkraftwerk auf dem Mond bauen
- Basis auf dem Mond? Das könnte wegen Mondbeben riskant werden
Thema:
Videos zum Thema
- Video von Blue Ghost: Erstmals wurde eine Mondlandung in HD gefilmt
- NASA-Video zeigt Blick auf den Starship-Start von der ISS
- Reise in ein schwarzes Loch: Die NASA zeigt, wie das aussehen würde
- To the Moon: Im Trailer zur Komödie wird die Mondlandung gefaked
- NASA-Video zeigt beeindruckende Vorschau auf die Projekte von 2024
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Bresser National Geographic
Neue Nachrichten
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- Ryzen-CPUs: AMD killt RAM-Verschlüsselung - und rudert jetzt zurück
- Windows 11 26H2: Microsoft veröffentlicht allererste Vorschau-Version
- Apple M6-Prozessoren: TSMC liefert erste 2nm-Chips für neue Macs
- Windows 11 26H2: Microsoft kündigt nächste OS-Version offiziell an
- VW ID.3 Neo GTI: Erlkönig des neuen Elektro-GTI wurde gesichtet
- Prime Day: Bei Amazon starten schon jetzt tolle Saugroboter-Deals
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen