Ecosia bietet null Dollar für Chrome und es ist keine doofe Idee

Das deutsche Unternehmen Ecosia schlägt einen ungewöhnlichen Weg vor: Statt Chrome für Milliarden zu verkaufen, soll Google den Browser in eine Stiftung umwandeln. Ecosia würde zehn Jahre lang die operative Verantwortung übernehmen.
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Ecosia will Chrome für null Euro übernehmen

Die deutsche Suchmaschine Ecosia hat einen ungewöhnlichen Vorschlag für die Zukunft von Googles Chrome-Browser unterbreitet. Das Berliner Unternehmen möchte eine zehnjährige Verwaltungsrolle für Chrome übernehmen, anstatt dass Google den Browser an einen Konkurrenten verkauft. Der Vorschlag entstand vor dem Hintergrund des US-Monopolverfahrens gegen Google, bei dem das Justizministerium eine Abspaltung von Chrome fordert.

Ecosia hat den Vorschlag sowohl an Google als auch an US-Richter Amit Mehta gesendet, der über mögliche Abhilfemaßnahmen entscheiden soll. Wie TechCrunch berichtet, wird der Richter voraussichtlich noch diesen Monat über Maßnahmen zu seinem Urteil von 2024 entscheiden, das Googles illegales Monopol bei der Internetsuche und Werbung feststellte.

Stiftungsmodell statt Verkauf

Das Konzept von Ecosia unterscheidet sich grundlegend von anderen Kaufangeboten. Google würde Chrome rechtlich in eine Stiftung umwandeln, dabei aber die Eigentumsrechte und geistigen Eigentumsrechte behalten und Ecosia die operative Verantwortung für zehn Jahre übertragen. Ecosia würde keinen Cent im Voraus zahlen, aber 40 Prozent der Chrome-Gewinne an Google zurückgeben.


Der Clou des Vorschlags liegt in der Gewinnverteilung: Ecosia würde etwa 60 Prozent der Chrome-Gewinne für Klima- und Umweltprojekte verwenden. Das Unternehmen hat bereits konkrete Projekte spezifiziert, darunter Regenwaldschutz, globale Baumpflanzungen, Agroforstwirtschaft, Verfolgung von Umweltverschmutzern und Investitionen in grüne KI-Technologie. Ecosia schätzt, dass Chrome in den nächsten zehn Jahren eine Billion Dollar generieren könnte.

Bestehende Partnerschaft als Grundlage

Die Idee ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Ecosia nutzt bereits Google für seine Suchmaschine und hat eine bestehende Umsatzbeteiligungsvereinbarung mit dem Tech-Giganten. Zudem bietet das Unternehmen bereits einen eigenen Browser an, der auf der Open-Source-Engine Chromium basiert, die auch Chrome antreibt.

Ecosia wurde 2009 von Christian Kroll in Berlin gegründet und hat sich seitdem zu einer der bekanntesten alternativen Suchmaschinen entwickelt. Das Unternehmen spendet monatlich Millionen und unterhält Beziehungen zu lokalen Gemeinden und NGOs in über 35 Ländern. Nach eigenen Angaben hat Ecosia bereits über 200 Millionen Bäume gepflanzt und finanziert seine Umweltprojekte ausschließlich aus Werbeeinnahmen. Das Geschäftsmodell basiert darauf, dass Nutzer durch ihre Suchanfragen indirekt Baumpflanzungen finanzieren.

Milliardenschwere Angebote

Ecosias kostenloser Ansatz steht im Kontrast zu anderen Interessenten. Perplexity AI hat bereits ein unaufgefordertes Barangebot von 34,5 Milliarden Dollar (etwa 29,6 Milliarden Euro) für Chrome gemacht, auch OpenAI hat Interesse bekundet. Google hat bislang nicht auf Anfragen um Stellungnahme reagiert.

Die Chancen für Ecosias unkonventionellen Vorschlag sind allerdings ungewiss. Google hat angekündigt, gegen das ursprüngliche Monopol-Urteil Berufung einzulegen, und die endgültige Entscheidung über Chrome steht noch aus.

Was haltet ihr von Ecosias Vorschlag? Könnte ein Stiftungsmodell für Chrome funktionieren oder ist das zu idealistisch gedacht?

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Zusammenfassung
  • Ecosia möchte Chrome für zehn Jahre verwalten statt eines Verkaufs
  • Chrome soll in eine Stiftung umgewandelt werden, mit Ecosia als Betreiber
  • Das Berliner Unternehmen würde keine Vorabzahlung an Google leisten
  • 60 Prozent der Gewinne sollen in Umwelt- und Klimaprojekte fließen
  • Google würde Eigentumsrechte behalten und 40 Prozent der Einnahmen
  • Ecosia schätzt mögliche Chrome-Einnahmen auf eine Billion Dollar
  • Der Vorschlag steht im Kontrast zu Milliardenangeboten von Perplexity AI

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