Verurteilt: Ex-Intel-Mitarbeiter stahl Geschäftsgeheimnisse für Microsoft

Ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Chipherstellers Intel ist von ei­nem Bundesgericht verurteilt worden, weil er Geschäfts­ge­heim­nis­se seines alten Arbeitgebers zu Microsoft trug. Diese sollen ihm zu sei­ner neuen Stelle bei den Redmondern verholfen haben.
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Tausende Dateien mitgenommen

Der Mann wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, die allerdings auf Bewährung ausgesetzt wurden. Zudem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 34.472 Dollar zahlen. Hintergrund des Verfahrens war der Diebstahl von "tausenden Dateien" mit internen Informationen Intels, die ihm nach Angaben der Staatsanwaltschaft halfen, einen neuen Job bei Microsoft zu erhalten.

Der Verurteilte war zehn Jahre lang als Produktmarketing-Ingenieur bei Intel beschäftigt, bevor er das Unternehmen im Januar 2020 verließ und unmittelbar zu Microsoft wechselte. Ermittlungen ergaben, dass er kurz vor seinem Weggang zahlreiche vertrauliche Dokumente kopiert hatte, berichtete das US-Magazin Toms Hardware.


Diese beinhalteten unter anderem Informationen zu Preisstrategien, die später bei Verhandlungen zwischen Microsoft und Intel über den Einkauf von Prozessoren eine Rolle spielten. In den Gerichtsakten wurde besonders auf eine PowerPoint-Präsentation verwiesen, die interne Kalkulationen für einen anderen Großkunden enthielt.

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf eine achtmonatige Haftstrafe. Ankläger William Narus warf dem Mann vor, wiederholt und gezielt auf geheime Daten zugegriffen zu haben. Die Verteidigung hingegen sprach von einem "schwerwiegenden Fehlurteil" und betonte, dass ihr Mandant bereits erheblich unter den Folgen seines Handelns leide. Sein Anwalt verwies auf den dauerhaften Verlust von Karrieremöglichkeiten in der Technologiebranche sowie auf eine zuvor geleistete Zahlung von 40.000 Dollar im Rahmen eines Zivilverfahrens mit Intel.

Neue Karriere

Richterin Amy Baggio entschied sich schließlich für einen Mittelweg: Anstelle einer Gefängnisstrafe verhängte sie Bewährung sowie die ungewöhnlich genaue Geldstrafe von 34.472 Dollar - ein Betrag, der den kalkulierten Kosten eines achtmonatigen Bundesgefängnisaufenthalts entspricht. Damit sollte deutlich gemacht werden, dass es sich nicht um ein einmaliges Versehen handelte, gleichzeitig sei der öffentliche Ansehensverlust bereits eine schwere persönliche Strafe, hieß es.

Nach Abschluss des Verfahrens zahlte der Beschuldigte die Summe und verließ die USA. Gemeinsam mit seiner Familie lebt er nun in Frankreich, wo er einen beruflichen Neuanfang versucht. Anstatt im Technologiesektor zu bleiben, orientiert er sich komplett um: Der 45-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung im Weinbau und strebt eine Tätigkeit als technischer Direktor in der Branche an.

Zusammenfassung
  • Ehemaliger Intel-Mitarbeiter erhielt Bewährungsstrafe für Diebstahl von Firmengeheimnissen
  • Der Verurteilte muss zusätzlich eine Geldstrafe von 34.472 Dollar zahlen
  • Tausende vertrauliche Dateien wurden vor dem Wechsel zu Microsoft kopiert
  • Die gestohlenen Informationen enthielten sensible Preisstrategien für Verhandlungen
  • Nach dem Gerichtsverfahren verließ der 45-Jährige die USA und zog nach Frankreich
  • Statt in der Technologiebranche zu bleiben, absolviert er eine Weinbau-Ausbildung

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