Urknall-Echo zeigt: Wir leben in einer riesigen kosmischen Leere
Um uns herum ist es relativ einsam: Kosmologen der Universitäten Portsmouth und St. Andrews haben neue Indizien dafür gefunden, dass sich die Erde und die Milchstraße inmitten einer gigantischen kosmischen Leere befinden.
Dabei handelt es sich um die Diskrepanz zwischen unterschiedlichen Messmethoden zur Bestimmung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums. Während einige Methoden auf eine bestimmte Geschwindigkeit schließen lassen, liefern andere deutlich abweichende Werte.
Ein möglicher Erklärungsansatz hierfür: Unsere Galaxie befindet sich nahe dem Zentrum einer riesigen, lokal begrenzten relativen Leere mit einer um etwa 20 Prozent geringeren Materiedichte als im kosmischen Durchschnitt. Laut Indranil Banik von der Universität Portsmouth würde die Gravitation der Regionen mit größerer Dichte immer mehr Materie aus dem Inneren der Leere nach außen ziehen.
"Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Universum ohne Leere die beobachteten Daten genauso korrekt erklärt, entspricht der Chance, dass eine Münze 13 Mal hintereinander auf Kopf fällt", so Banik. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.
Siehe auch:
Ursache der Hubble-Spannung
Diese Erkenntnis basiert auf der Analyse von Schallwellen aus den frühesten Momenten des Universums - den sogenannten baryonischen akustischen Oszillationen (BAO), also gewissermaßen dem "Echo des Urknalls". Die Entdeckung könnte einen bedeutenden Beitrag zur Lösung eines der hartnäckigsten Probleme der modernen Kosmologie leisten: der sogenannten Hubble-Spannung.Dabei handelt es sich um die Diskrepanz zwischen unterschiedlichen Messmethoden zur Bestimmung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums. Während einige Methoden auf eine bestimmte Geschwindigkeit schließen lassen, liefern andere deutlich abweichende Werte.
Ein möglicher Erklärungsansatz hierfür: Unsere Galaxie befindet sich nahe dem Zentrum einer riesigen, lokal begrenzten relativen Leere mit einer um etwa 20 Prozent geringeren Materiedichte als im kosmischen Durchschnitt. Laut Indranil Banik von der Universität Portsmouth würde die Gravitation der Regionen mit größerer Dichte immer mehr Materie aus dem Inneren der Leere nach außen ziehen.
Es wird leerer
Dadurch würde die Leere im Laufe der Zeit noch leerer - was wiederum zur Folge hätte, dass Objekte sich scheinbar schneller von uns entfernen, als es ansonsten der Fall wäre. Dieses Phänomen könnte die lokal erhöhte Expansionsgeschwindigkeit erklären. Die Forscher analysierten Messdaten der BAOs, die über die vergangenen zwei Jahrzehnte gesammelt wurden. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Existenz einer lokalen Leere etwa 100 Millionen Mal wahrscheinlicher ist als ein Universum ohne einen solchen Raum."Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Universum ohne Leere die beobachteten Daten genauso korrekt erklärt, entspricht der Chance, dass eine Münze 13 Mal hintereinander auf Kopf fällt", so Banik. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.
Zusammenfassung
- Wissenschaftler entdeckten Hinweise auf kosmische Leere um unsere Galaxie
- Analyse des Urknall-Echos zeigt geringere Materiedichte in unserer Region
- Die kosmische Leere könnte die umstrittene Hubble-Spannung erklären
- Gravitation zieht Materie aus dem Inneren der Leere nach außen
- Objekte scheinen sich dadurch schneller von uns zu entfernen als erwartet
- Existenz einer lokalen Leere ist laut Daten 100 Millionen Mal wahrscheinlicher
- Forschungsergebnisse wurden in angesehener Astronomie-Fachzeitschrift publiziert
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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