Endlich einfach: DHL öffnet Packstationen für alle - Registrierung entfällt

DHL startet einen einjährigen Pilotversuch, bei dem Packstationen künftig ohne vorherige Registrierung genutzt werden können. Wir erklären, was hinter der Neuerung steckt, wie der vereinfachte Service funktioniert und wer ihn nutzen kann.

Packstationen ohne Registrierungszwang

Packstationen gibt es schon seit über 20 Jahren. In der Vergangenheit hatte der Registrierungs- und App-Zwang bei der Verwendung allerdings immer wieder für Kritik und Probleme gesorgt. Nicht zuletzt deswegen hat DHL kurz nach der Erhöhung des Portos für Pakete und Päckchen zum Monatsanfang am 7. Juli 2025 einen neuen Pilotversuch in Deutschland gestartet, der den Zugang zu Packstationen deutlich vereinfachen soll.

Erstmals können Kunden bei ausgewählten Online-Händlern bestellen und ihre Pakete direkt an eine der über 15.500 Packstationen im Bundesgebiet liefern lassen, ohne sich vorher bei DHL registrieren zu müssen. Der einjährige Test beginnt zunächst mit rund 20 Geschäftspartnern, darunter Cewe, Mosaik Tree GmbH, FarbenFux und die BC GmbH.


Bislang war der Prozess für Neukunden umständlich. Denn wer Pakete an einer Packstation empfangen wollte, musste sich bei DHL registrieren, ein Post-Ident-Verfahren durchlaufen und die Post & DHL App aktivieren. Diese Hürden entfallen nun während der Testphase. Kunden geben beim Bestellvorgang einfach die gewünschte Packstation als Lieferadresse an und erhalten nach Einlagerung des Pakets einen Abholcode per E-Mail.

Vereinfachter Zugang zu bewährtem System

Wie DHL mitteilt, soll der Test in den kommenden Monaten auf weitere Geschäftskunden ausgeweitet werden. Der Fokus liegt dabei auf der Vereinfachung der Nutzung von Packstationen.

Wir möchten es unseren Kundinnen und Kunden so leicht wie möglich machen, mit DHL zu versenden und Pakete zu empfangen. Deswegen verzichten wir bei unserer Packstation nun testweise auf die Registrierungspflicht und bauen damit weitere Hürden ab.
Benjamin Rasch, Leiter des Marketings und Produktmanagements
Die Packstationen erfreuen sich bereits großer Beliebtheit. Eine "hohe einstellige Millionenzahl" registrierter Nutzer verwendet den Service laut Unternehmensangaben regelmäßig. Die Automaten bieten durch ihre strategische Platzierung an Supermärkten, Bahnhöfen und in Wohngebieten eine flexible Möglichkeit zur Paketabholung rund um die Uhr.

Geschichte und Entwicklung der Packstationen

DHL führte das Packstations-Konzept bereits 2001 ein, damals noch unter dem Namen "Paketbox". Die ersten Automaten standen in Berlin und Hamburg. Ursprünglich waren sie als Ergänzung zum klassischen Postboten gedacht, entwickelten sich jedoch schnell zu einem eigenständigen Service. 2003 wurde das System bundesweit ausgerollt und erhielt den Namen "Packstation".

Die technische Entwicklung der Automaten war rasant. Denn während die ersten Modelle nur wenige Fächer hatten und per SMS kommunizierten, verfügen moderne Packstationen über bis zu 120 Fächer verschiedener Größen. Sie können Pakete bis 35 Kilogramm und einer maximalen Größe von 60 x 35 x 35 Zentimetern aufnehmen. Die Kommunikation erfolgt heute über E-Mail und die DHL-App, die Push-Benachrichtigungen sendet.

Vorteile für alle Beteiligten

Der neue registrierungsfreie Ansatz zielt darauf ab, auch Kunden zu erreichen, die bisher vor dem Aufwand der Anmeldung zurückgeschreckt sind. Davon profitieren nicht nur die Endkunden, sondern auch die teilnehmenden Online-Händler, die nun allen Käufern die Packstation als Empfangsoption anbieten können.

Für bereits registrierte Kunden ändert sich nichts. Sie können weiterhin ihre Postnummer verwenden, Bonuspunkte sammeln und die automatische Statusverfolgung in der App nutzen. Der Versand von Sendungen an den Automaten, etwa für Retouren, war schon immer ohne Anmeldung möglich und bleibt es auch weiterhin.

Ausblick und Expansion

DHL plant, das Automaten-Netz bis 2030 auf 30.000 Packstationen auszubauen. Das soll die Wegstrecke für Verbraucher verkürzen. Aktuell befinden sich Angaben von DHL zufolge etwa 70 Prozent der deutschen Bevölkerung im Umkreis von einem Kilometer zu einer Packstation.

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. So betreibt Amazon ebenfalls bereits über 3000 Abholstationen in Deutschland, während Hermes auf Paketshops setzt. DHL sieht sich jedoch durch die hohe Dichte seines Netzes und die Integration in den regulären Postbetrieb im Vorteil.

Was haltet ihr von dieser Vereinfachung? Nutzt ihr bereits Packstationen oder würde euch der Wegfall der Registrierungspflicht zum Umstieg bewegen? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen gerne in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • DHL startet einjährigen Pilotversuch für Nutzung von Packstationen ohne Registrierung
  • Bisher war eine Registrierung mit Post-Ident-Verfahren und App notwendig
  • Beim Testlauf erhalten Kunden einen Abholcode per E-Mail
  • Pilotprojekt beginnt am 7. Juli 2025 mit etwa 20 teilnehmenden Händlern
  • Bereits registrierte Kunden können Packstationen wie gewohnt weiter verwenden
  • Über 15.500 Packstationen existieren bereits im gesamten Bundesgebiet
  • DHL plant einen Ausbau auf 30.000 Stationen in Deutschland bis 2030

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