ÖR-Reform: So wird jetzt beim Radio gespart, die Kritik ist groß
Spart die ARD wirklich Geld, wenn 16 Radioprogramme gestrichen werden? Die Antwort überrascht nicht unbedingt: DAB+-Sender kosten wenig, dafür entstehen neue teure Digitalkosten. Warum der Sparkurs scheitern könnte.
Landesrundfunkanstalten dürfen künftig nach dem neuen Regelwerk dann nur noch vier Radiowellen betreiben, pro sechs Millionen Einwohner eine weitere. Diese drastische Reduzierung soll Kosten senken und gerechter verteilen. Das von der Audioprogrammkonferenz erarbeitete Maßnahmenkatalog sieht drei Schritte vor: Streichung von Programmen, verstärkte Kooperationen zwischen Sendern und Stärkung der ARD-Audiothek als gemeinsame digitale Plattform. Dabei wird geprüft, welche Genres digital aufgewertet werden können, um ihre terrestrische Ausstrahlung einzustellen.
Besonders umstritten ist die geplante Fusion der Jugendwellen: You FM (Hessischer Rundfunk), UnserDing (Saarländischer Rundfunk) und DasDing (Südwestrundfunk) werden ab 2027 zusammengelegt. Die Federführung übernimmt der Südwestrundfunk. Diese Entscheidung bedeutet das Ende regionaler Jugendprogramme mit jahrzehntelangen eigenständigen Profilen.
Zudem entstehen durch die Digitalisierung neue Kosten: Die ARD-Audiothek muss technisch ausgebaut werden. Die Entwicklung digitaler Plattformen erfordert spezialisierte IT-Fachkräfte, deren Gehälter oft über denen traditioneller Radiomitarbeiter liegen. Kritiker sprechen daher davon, dass diese Maßnahmen die grundlegenden Finanzierungsprobleme nicht lösen werden.
Was haltet ihr von den geplanten Änderungen im ARD-Radioangebot? Welche Programme würdet ihr vermissen und welche Rolle spielt für euch die ARD-Audiothek? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!
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Sparkurs im öffentlich-rechtlichen Hörfunk
Kommt nun ein radikaler Kahlschlag bei ARD & Co? Mindestens 16 der 69 Radioprogramme fallen bis Anfang 2027 weg. Darauf haben sich die Intendanten der ARD geeinigt (via Zeit). Besonders betroffen sind jetzt die DAB+-Programme - doch Experten bezweifeln die Sparwirkung.Landesrundfunkanstalten dürfen künftig nach dem neuen Regelwerk dann nur noch vier Radiowellen betreiben, pro sechs Millionen Einwohner eine weitere. Diese drastische Reduzierung soll Kosten senken und gerechter verteilen. Das von der Audioprogrammkonferenz erarbeitete Maßnahmenkatalog sieht drei Schritte vor: Streichung von Programmen, verstärkte Kooperationen zwischen Sendern und Stärkung der ARD-Audiothek als gemeinsame digitale Plattform. Dabei wird geprüft, welche Genres digital aufgewertet werden können, um ihre terrestrische Ausstrahlung einzustellen.
Erste Sender-Streichungen bekannt
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat bereits angekündigt, drei seiner Hörfunkprogramme ab 2027 nicht mehr in der bisherigen Form anzubieten. MDR Tweens, MDR Klassik und MDR Schlagerwelt sollen künftig nur noch im Internet verfügbar sein. Diese Programme erreichten vor allem Nischenzielgruppen und wurden ausschließlich über DAB+ verbreitet.Besonders umstritten ist die geplante Fusion der Jugendwellen: You FM (Hessischer Rundfunk), UnserDing (Saarländischer Rundfunk) und DasDing (Südwestrundfunk) werden ab 2027 zusammengelegt. Die Federführung übernimmt der Südwestrundfunk. Diese Entscheidung bedeutet das Ende regionaler Jugendprogramme mit jahrzehntelangen eigenständigen Profilen.
Kinderprogramm "Die Maus" wird digital
Symbolträchtig ist das Ende von "Die Maus" als linearer Radiosender. Das Kinderprogramm wird künftig nur noch über die ARD-Audiothek angeboten. Bislang strahlen WDR, SR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandenburg das seit 2019 eigenständige Programm über DAB+ aus. Infografik: Öffentlich-rechtliche Sender kommen mit Rundfunkbeitrag nicht aus
Zweifel an der Sparwirkung
Experten bezweifeln nennenswerte Einsparungen. DAB+ Programme verursachen deutlich geringere Kosten als UKW-Sender, da sie sich Übertragungskapazitäten teilen und weniger Personal benötigen. Die meisten betroffenen Sender arbeiten bereits mit automatisierten Systemen und kleinen Redaktionsteams.Zudem entstehen durch die Digitalisierung neue Kosten: Die ARD-Audiothek muss technisch ausgebaut werden. Die Entwicklung digitaler Plattformen erfordert spezialisierte IT-Fachkräfte, deren Gehälter oft über denen traditioneller Radiomitarbeiter liegen. Kritiker sprechen daher davon, dass diese Maßnahmen die grundlegenden Finanzierungsprobleme nicht lösen werden.
Was haltet ihr von den geplanten Änderungen im ARD-Radioangebot? Welche Programme würdet ihr vermissen und welche Rolle spielt für euch die ARD-Audiothek? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!
Welche Radiosender werden gestrichen?
Genaue Sendernamen wurden bislang nicht vollständig veröffentlicht. Klar ist jedoch, dass vor allem Programme betroffen sind, die ausschließlich über DAB+ senden. Dazu zählen etwa BR Heimat, MDR Klassik, NDR Schlager oder WDR Event.
Die Entscheidung, welche Sender konkret wegfallen, liegt bei den Landesrundfunkanstalten und den Bundesländern. Einige Programme wie das Maus-Radio sollen ins Netz verlagert werden, andere wie Cosmo bleiben bestehen.
Die Entscheidung, welche Sender konkret wegfallen, liegt bei den Landesrundfunkanstalten und den Bundesländern. Einige Programme wie das Maus-Radio sollen ins Netz verlagert werden, andere wie Cosmo bleiben bestehen.
Warum muss die ARD Radiosender streichen?
Hintergrund ist der neue Reformstaatsvertrag, der von den Bundesländern vorgegeben wurde. Er schreibt vor, dass bis spätestens 1. Januar 2027 mindestens 16 terrestrisch ausgestrahlte Radiosender eingespart werden müssen.
Ziel ist es, die Anzahl der ARD-Hörfunkwellen zu reduzieren und die öffentlich-rechtlichen Angebote effizienter zu gestalten. Die Länder sind nicht verpflichtet, die maximale Anzahl an Wellen zu beauftragen.
Ziel ist es, die Anzahl der ARD-Hörfunkwellen zu reduzieren und die öffentlich-rechtlichen Angebote effizienter zu gestalten. Die Länder sind nicht verpflichtet, die maximale Anzahl an Wellen zu beauftragen.
Wie viele Sender bleiben übrig?
Die Gesamtzahl der ARD-Hörfunkprogramme soll von derzeit 69 auf 53 reduziert werden. Die Reduktion betrifft also rund ein Viertel der bisherigen Sender.
Diese Maßnahme soll durch Kürzungen, Kooperationen und Digitalisierungen erreicht werden. Ziel ist es, trotz Einsparungen die regionale Vielfalt und Qualität zu sichern.
Diese Maßnahme soll durch Kürzungen, Kooperationen und Digitalisierungen erreicht werden. Ziel ist es, trotz Einsparungen die regionale Vielfalt und Qualität zu sichern.
Was kostet die Reform?
Zu den konkreten Kosten der Reform macht der Vorschlag der Rundfunkkommission keine direkten Angaben. Langfristig zielt die Reform jedoch auf einen effizienteren Mitteleinsatz ab, insbesondere durch den Abbau von Mehrfachstrukturen und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Sendern.
Es ist anzunehmen, dass die Reform zunächst Investitionen erfordert, beispielsweise für die Umstrukturierung und Digitalisierung. Inwieweit sich dies auf den Rundfunkbeitrag auswirken wird, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich.
Es ist anzunehmen, dass die Reform zunächst Investitionen erfordert, beispielsweise für die Umstrukturierung und Digitalisierung. Inwieweit sich dies auf den Rundfunkbeitrag auswirken wird, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich.
Was ist der Reformstaatsvertrag?
Der Reformstaatsvertrag ist eine Initiative der Bundesländer zur grundlegenden Neugestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Er zielt darauf ab, die Angebote qualitativ zu stärken und gleichzeitig quantitativ zu begrenzen, um den veränderten Mediennutzungsgewohnheiten gerecht zu werden.
Mit diesem Staatsvertrag sollen die Strukturen verschlankt, Mehrfachstrukturen abgebaut und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Zudem wird die Aufsicht klarer konturiert und der Austausch zwischen Sendern und Bevölkerung verstärkt, um eine bessere Auftragserfüllung zu gewährleisten.
Mit diesem Staatsvertrag sollen die Strukturen verschlankt, Mehrfachstrukturen abgebaut und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Zudem wird die Aufsicht klarer konturiert und der Austausch zwischen Sendern und Bevölkerung verstärkt, um eine bessere Auftragserfüllung zu gewährleisten.
Warum ist die Reform notwendig?
Die Reform wird als notwendig erachtet, damit der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine gesellschaftliche Funktion auch in Zukunft erfüllen kann. Die Medienlandschaft hat sich durch die Digitalisierung fundamental verändert, wodurch klassische Rundfunkstrukturen nicht mehr den heutigen Nutzungsgewohnheiten entsprechen.
Gesellschaftliche Bedarfe ändern sich stetig und der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss diese Veränderungen in seinen Angeboten abbilden können. Zudem soll die Reform dazu beitragen, die Akzeptanz des Rundfunkbeitrags in der Bevölkerung zu erhöhen und Kritik an Doppelstrukturen zu begegnen.
Gesellschaftliche Bedarfe ändern sich stetig und der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss diese Veränderungen in seinen Angeboten abbilden können. Zudem soll die Reform dazu beitragen, die Akzeptanz des Rundfunkbeitrags in der Bevölkerung zu erhöhen und Kritik an Doppelstrukturen zu begegnen.
Zusammenfassung
- Mindestens 16 der 69 ARD-Radioprogramme werden bis Anfang 2027 eingestellt
- Landesrundfunkanstalten dürfen künftig nur noch vier Radiowellen betreiben
- MDR stellt drei Hörfunkprogramme ein und bietet sie nur noch im Internet an
- Jugendwellen You FM, UnserDing und DasDing werden ab 2027 zusammengelegt
- Das Kinderprogramm 'Die Maus' wird künftig nur in der ARD-Audiothek angeboten
- Experten bezweifeln nennenswerte Einsparungen durch die geplanten Maßnahmen
- Die Digitalisierung verursacht neue Kosten für den Ausbau der ARD Audiothek
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