Das Ende ist nah: Das Universum löst sich schneller als gedacht auf

Wenn unsere Sonne irgendwann stirbt, besteht zumindest eine Chance auf Auswanderung zu anderen Planeten. Anders sieht es zum Ende des ganzen Universums aus. Und dieses soll laut neuen Berechnungen schneller kommen als gedacht.
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NASA

Neue Berechnung des Vergehens

In ihren Berechnungen zeigen der Astrophysiker Heino Falcke, der Quantenphysiker Michael Wondrak und der Mathematiker Walter van Suijlekom von der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen, dass sogenannte Hawking-ähnliche Strahlung nicht nur Schwarze Löcher betrifft, sondern auch andere Himmelskörper wie Neutronensterne oder Weiße Zwerge langsam "verdampfen" lässt. Und wenn alle Objekte in dieser Strahlung aufgegangen sind, lässt sich dies mit dem Ende des uns bekannten Universums gleichsetzen.

Die Forscher veröffentlichten ihre neuen Erkenntnisse im Journal of Cosmology and Astroparticle Physics. In der Fortsetzung einer früheren Studie aus dem Jahr 2023 widmen sie sich der Frage, wie lange dieser Zerfallsprozess dauert. Das Ergebnis ist überraschend: Weiße Zwerge, die als besonders langlebige Sternenreste gelten, könnten bereits nach etwa 10^48 Jahren vollständig zerfallen - eine enorme Verkürzung im Vergleich zur bisherigen Annahme von rund 10^1100 Jahren.


"Das Ende des Universums kommt damit deutlich früher - aber zum Glück dauert es trotzdem noch unvorstellbar lange", kommentiert Falcke. Grundlage der Studie ist eine neue Interpretation der von Stephen Hawking 1975 postulierten Strahlung, der zufolge selbst aus schwarzen Löchern Teilchen entweichen können. Diese Theorie widerspricht der klassischen Relativitätstheorie Einsteins, wonach Schwarze Löcher nur Masse aufnehmen, aber nichts abgeben.

Verfliegende Gaswolken

Neutronensterne brauchen laut der Berechnungen genauso lange zum Verdampfen wie stellare schwarze Löcher - etwa 10^67 Jahre. Eine Überraschung, da Schwarze Löcher aufgrund ihres starken Gravitationsfeldes eigentlich schneller zerfallen müssten. Der Grund liegt laut Wondrak darin, dass Schwarze Löcher keine Oberfläche besitzen und dadurch einen Teil ihrer eigenen Strahlung erneut absorbieren.

Aus reiner Neugier berechneten die Forscher auch die Verdampfungszeit für ungewöhnlichere Objekte: Der Mond und selbst ein menschlicher Körper würden theoretisch rund 10^90 Jahre benötigen, um durch Hawking-ähnliche Strahlung zu zerfallen - wohlgemerkt unter idealisierten Bedingungen ohne andere Einflüsse. Selbst die Teilchen der interstellaren Gaswolken würden sich einige Zeit später auflösen. Letztlich würde sämtliche Materie wesentlich schneller vergehen als in den bisher angenommenen 10^1100 Jahren.

Van Suijlekom betont die interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zu diesen Erkenntnissen: "Erst durch das Zusammenspiel von Astrophysik, Quantenmechanik und Mathematik konnten wir diese neuen Perspektiven auf ein fundamentales kosmisches Phänomen gewinnen."

Zusammenfassung
  • Neue Berechnungen zeigen ein schnelleres Ende des Universums als erwartet
  • Hawking-ähnliche Strahlung lässt auch andere Himmelskörper verdampfen
  • Weiße Zwerge könnten bereits nach etwa 10^48 Jahren vollständig zerfallen
  • Neutronensterne und stellare schwarze Löcher verdampfen in etwa 10^67 Jahren
  • Selbst ein menschlicher Körper würde theoretisch 10^90 Jahre zum Zerfall benötigen
  • Sämtliche Materie würde schneller vergehen als bisher angenommen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichte diese neuen Erkenntnisse

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