Das Universum kann ein Ende haben:
Dunkle Energie wird schwächer
Die Daten eines neuen Instruments könnte das bisherige Verständnis über die Entwicklung des Universums grundlegend infrage stellen. Wissenschaftler des Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) haben Hinweise darauf gefunden, dass die Dunkle Energie schwächer wird.
Die Theorie der Dunklen Energie entstand in den späten 1990er-Jahren, als Astronomen anhand weit entfernter Supernovae erkannten, dass sich das Universum nicht nur ausdehnt, sondern dies mit zunehmender Geschwindigkeit tut. Diese Beschleunigung wurde einer bisher unbekannten Kraft zugeschrieben, die als Dunkle Energie bezeichnet wird und bis heute als Konstante galt. Entsprechend würde das Universum in einem "Big Freeze" enden, einer immer weiter auseinanderdriftenden, kalten Leere.
Die neuen Messungen von DESI werfen jedoch Zweifel an dieser Annahme auf. Das Instrument, das mit 5000 faseroptischen Einzel-Teleskopen ausgestattet ist, hat 15 Millionen Galaxien erfasst und dabei die bisher detaillierteste dreidimensionale Karte des Universums erstellt. Die Analyse dieser Daten zeigt, dass die Dunkle Energie vor etwa sieben Milliarden Jahren ihren Höchstwert erreichte und seither um etwa 10 Prozent nachgelassen hat. Die Expansion des Universums beschleunigt sich zwar weiterhin, doch die Kraft, die dies antreibt, scheint nachzulassen.
Sollte die Dunkle Energie weiter abnehmen und gar negativ werden, könnte dies in ferner Zukunft zu einem Kollaps des Universums in einem umgekehrten Urknall führen. Die Ursachen dieses Phänomens sind jedoch unklar. "Wir wissen nicht, warum die Dunkle Energie nachlässt oder ob dies auf eine fundamentale Änderung der physikalischen Gesetze hindeutet", sagte Ofer Lahav vom University College London. Dennoch sieht er auch eine positive Seite: "Seit 20 Jahren stecken wir mit der Theorie der Dunklen Energie fest. Jetzt haben Physiker endlich neue Fragen zu beantworten."
Siehe auch:
Neue Karte des Universums
Sollte sich dies bestätigen, könnte sich das gängige kosmologische Modell entscheidend verändern. Statt der aktuell angenommenen ewigen und beschleunigten Expansion steht sogar wieder die Möglichkeit einer Umkehr im Raum: Das Universum würde also irgendwann wieder schrumpfen und in einem "Big Crunch" enden.Die Theorie der Dunklen Energie entstand in den späten 1990er-Jahren, als Astronomen anhand weit entfernter Supernovae erkannten, dass sich das Universum nicht nur ausdehnt, sondern dies mit zunehmender Geschwindigkeit tut. Diese Beschleunigung wurde einer bisher unbekannten Kraft zugeschrieben, die als Dunkle Energie bezeichnet wird und bis heute als Konstante galt. Entsprechend würde das Universum in einem "Big Freeze" enden, einer immer weiter auseinanderdriftenden, kalten Leere.
Die neuen Messungen von DESI werfen jedoch Zweifel an dieser Annahme auf. Das Instrument, das mit 5000 faseroptischen Einzel-Teleskopen ausgestattet ist, hat 15 Millionen Galaxien erfasst und dabei die bisher detaillierteste dreidimensionale Karte des Universums erstellt. Die Analyse dieser Daten zeigt, dass die Dunkle Energie vor etwa sieben Milliarden Jahren ihren Höchstwert erreichte und seither um etwa 10 Prozent nachgelassen hat. Die Expansion des Universums beschleunigt sich zwar weiterhin, doch die Kraft, die dies antreibt, scheint nachzulassen.
Ende im Big Crunsh
Diese Erkenntnisse wurden auf dem Global Physics Summit der American Physical Society in Anaheim, Kalifornien, vorgestellt. Carlos Frenk von der University of Durham, Mitglied des DESI-Teams, erklärte: "Wir sehen, dass etwas die Galaxien auseinanderdrückt, aber diese Kraft ist nicht konstant, sondern nimmt ab." Auch andere Wissenschaftler, die zuvor skeptisch waren, sind inzwischen von den Ergebnissen überzeugt. Dennoch erreichen die Messungen bisher nicht das für physikalische Durchbrüche erforderliche Fünf-Sigma-Niveau an statistischer Sicherheit.Sollte die Dunkle Energie weiter abnehmen und gar negativ werden, könnte dies in ferner Zukunft zu einem Kollaps des Universums in einem umgekehrten Urknall führen. Die Ursachen dieses Phänomens sind jedoch unklar. "Wir wissen nicht, warum die Dunkle Energie nachlässt oder ob dies auf eine fundamentale Änderung der physikalischen Gesetze hindeutet", sagte Ofer Lahav vom University College London. Dennoch sieht er auch eine positive Seite: "Seit 20 Jahren stecken wir mit der Theorie der Dunklen Energie fest. Jetzt haben Physiker endlich neue Fragen zu beantworten."
Zusammenfassung
- Neue Daten deuten auf Abschwächung der Dunklen Energie hin
- Kosmologisches Modell könnte sich grundlegend verändern
- Mögliches Ende des Universums in einem 'Big Crunch' statt 'Big Freeze'
- DESI-Instrument erstellt detaillierteste 3D-Karte des Universums
- Dunkle Energie erreichte vor ca. 7 Milliarden Jahren ihren Höchstwert
- Die Expansion des Universums beschleunigt sich weiterhin, aber langsamer
- Ursachen für Abschwächung der Dunklen Energie sind noch unklar
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